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Grüne Dominanz: Und der nächste Bundeskanzler heißt... Dr. Robert Habeck

DPA Immer dabei, aber nie an etwas schuld: Nur Grünen gelingt es, ungestraft Politik gegen sich selbst zu machen. Inzwischen kann sich jeder fünfte Deutsche vorstellen, grün zu wählen. Ein Berliner Rechtsprofessor hat eine interessante Erklärung.
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#200 - 09.11.2018, 10:14 von syracusa

Zitat von rebian
Dieses permanente: Wir sind die Guten und nur was wir machen ist richtig der Grünen ist in meinen Augen dermaßen arrogant, dass sie eigentlich unter der 5% Hürde verschwinden müssten.
Es ist schon echt nervig, wenn sich herausstellt, dass die ewigen Besserwisser es tatsächlich schon immer besser gewusst haben ....

#201 - 09.11.2018, 10:17 von mvau

So gehaltvoll wie eine Scheibe Toast

Gut, Parteien und deren Repräsentanten sind also für viele Wähler Projektionsflächen für oft nicht zuende gedachte, diffuse Gefühle? Parteien in Regierungsverantwortung tragen in Koalitonen gelegentlich Entscheidungen mit, die ihrem Markenkern widersprechen? Parteien als Verbände von Interessensgruppen repräsentieren in ihrer Publikumszusammensetzung nicht die ganze Bandbreite der Bevölkerung? Ehrlich jetzt? Ab gesehen von ein paar krassen Falschbehauptungen wie "Wer sich für die Grünen ausspricht, erfährt nie eine kritische Nachfrage" enthält diese Kolumne nur eingefärbte heiße Luft, die man jeder Partei um die Ohren blasen könnte, und es würde irgendwie stimmen.

#202 - 09.11.2018, 10:39 von Havel Pavel

Grüne sind die Zukunft!

Zitat von im_ernst_56
"Sie müssen mehr auf das große Ganze schauen und Realitäten, die keiner hören will, endlich ausblenden." Richtig. Schließlich sind die Grünen mal angetreten, um die Welt zu retten. Da kann sich nicht mit den lokalen Nebenwirkungen einer nicht ganz so gelungenen Einwanderungspolitik in einigen Berliner Verwaltungsbezirken befassen. Berlin ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass die Grünen mitregieren, man sie aber nicht die bestehenden Verhältnisse verantwortlich macht. In den Umfragen sind die Grünen hier inzwischen mit Abstand stärkste Partei und haben die SPD, die CDU und jetzt auch die Linkspartei (die zwischenzeitlich geführt hatte) überholt.
Wenn man die Schlussfolgerungen aus Ihren Worten zieht, brauchen die Grünen nur abzuwarten bis das Chaos Einzug hält und werden dann ganz automatisch allerorts zur stärksten Kraft gewählt. Wie naiv müssen die Wähler dazu eigentlich sein und sind sie dies tatsächlich überall in diesem Land? Berlin ist wohl ein Sonderfall, die einzige Hauptstadt auf der ganzen Welt mit den landesweit höchsten Anteil an Armen, sprich Hartz IV Empfängern und die einzige Millionenstadt der Welt die nicht mal einen simplen Flughafenbau fertigbringt! No Go Areas und Sippenherrschaften haben dagegen Hochkonjunktur. Schon alles bemerkenswert für eine tolle Stadt und dann noch unter Grünenoberherrschaft dazu setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Natürlic weiss auch ich, dass dies die Grünen nicht herbeigeführt haben aber sie tun auch andererseits nichts dagegen und scheinen sich mit allem arrangiert zu haben, wofür sie mit starkem Wählerzulauf ja bestätigt werden vieles richtig gemacht zu haben.

#203 - 09.11.2018, 10:55 von ishc

Die These ist einfach falsch

Es mag ja den Erfahrungen des Autors entsprechen, dass man als grünen Wähler den geringsten Widerstand erlebt, ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass man auch heute noch in vielen Bereichen angeglotzt wird, als ob man sie nicht mehr alle hätte, wenn man sich zu "grünen Themen" bekennt. Im großstädtisch akademisch geprägten Umfeld mag die These noch stimmen, aber stellen sie sich mal in den Fanblock eines beliebigen Fußballvereins bzw. auf den Sportplatz vom Dorfclub und erzählen denen was von Umwelt- Verbraucher- oder Datenschutz oder Gleichberechtigung. Da wirds dann eher plausibel, dass grün zu wählen nur für jeden 5. eine Option ist.

#204 - 09.11.2018, 10:55 von TheobaldGoltz

bösartig wider besseren Wissens

Auf was für einer Mission ist Herr Fleischhauer? Mit Demokratie, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit hat diese anscheinend nichts zu tun.
Sicher kennt Herr Fleischhauer das in unserem Land verankerte Prinzip der Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative. Es ist stark verkürzend und objektiv falsch, wenn die Genehmigung der Rodung des Hambacher Forstes durch die Exekutive, also die Verwaltung, als Umkippen der als Juniorpartner an der damaligen rot-grünen Regierung in NRW beteiligten Grünen dargestellt wird. Bekanntlich ist die Verwaltung an Recht und Gesetz gebunden und zwar unabhängig von den gerade regierenden Parteien. Auch weiß Herr Fleischhauer ganz bestimmt, dass Koalitionsregierungen ohne Kompromisse denklogisch überhaupt nicht möglich wären. Über die vielbeschworenen 'roten Linien' kann man dann natürlich herzlich streiten. Gefährlich bösartig und geradezu trumpistisch wird es, wenn Herr Fleischhauer dann durch seine Wortwahl, die Grünen hätten die Rodung "auf den Weg gebracht", den Grünen auch noch die Initiative für die Rodung zuschiebt. Nicht die Grünen und nicht die Landesregierung von NRW, sondern allein der Energiekonzern RWE hat die Rodung beantragt, also "auf den Weg gebracht".
Herr Fleischhauer ist um sein Umfeld, in dem man offenbar als Grünenwähler geschmeidig und ohne Anfeindungen durchs Leben schaukelt, nur zu beneiden. Jenseits seines Tellerrandes oder seiner Blase gibt es z. B. an Wahlkampfständen der Grünen im schönen Cottbus ganz andere Realitäten.

#205 - 09.11.2018, 11:17 von mostly_harmless

Zitat von im_ernst_56
[...]Berlin ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass die Grünen mitregieren, man sie aber nicht die bestehenden Verhältnisse verantwortlich macht. In den Umfragen sind die Grünen hier inzwischen mit Abstand stärkste Partei und haben die SPD, die CDU und jetzt auch die Linkspartei (die zwischenzeitlich geführt hatte) überholt.
Sehr schönes Beispiel für die "Qualiät" der Argumente gegen die Grünen. Vor der ab 2016 regierenden RRG-Landesregierung wurde Berlin schwarz-rot regiert. Die letzte Landesregierung unter Wowereit war ebenfalls schwarz-rot. Davor rot-grün, Davor rot-rot, davor Rot-Grün. Seit 1949 regieren die Grünen also 10 Jahre als Juniorparner mit. SELBSTVERSTÄNDLICH werden sie nicht "für die bestehenden Verhältnisse verantwortlich macht". Es wäre nämlich einfach lächerlich, das zu tun.

#206 - 09.11.2018, 11:17 von MJR

Guter Artikel!

Aber ich wähle trotzdem nicht Grün, sondern bin denen gegenüber auch mit dem sympathischen Habeck als Frontmann kritisch eingestellt.
Der Zuwachs erklärt sich einfacher:
Wer sich möglichst weit von der AfD entfernen möchte, der wählt nicht SPD, die rechte Allüren der Union in der GroKo mittragen, sondern inzwischen die Grünen.
Die Grünen mit ihren Fundis und restriktiven Ideologien verkaufen sich durch ihre Realos bürgerlich. Dies gelingt den Linken nicht so gut. Das Spiel "guter Grüner, böser Grüner" hat einen gewissen Unterhaltungswert.
Darum "mag man" die Grünen. Ich finde die teilweise auch Super, muss ich gestehen! Nur verhindert die "dunkle Seite der Grünmacht" ihre Wahl. Längst nicht alle sind so kritisch wie ich, sondern wählen einfach nur deswegen, weil sie meinen "etwas gutes" damit zu tun, ihr Kreuz möglichst weit ab von der AfD zu machen, die mit ähnlichen Stimmanteilen (Bundesebene) aufwarten kann. Wenn das Böse aufkommt, muss das Gute doch zusammenhalten?!
So eilen die Grünen nicht den Argumenten der AfD nach, wie es die Union unter SPD Duldung tut, sondern bietet eine Alternative an. Wie naiv oder unrealistisch oder sogar gemein (radikaler Kohleausstieg - Was wird aus den Kumpels?!) ist... egal: Die Grünen wollen nicht die absolute Mehrheit, wie die angeblichen "Volksparteien" CDU und SPD, sie machen Klientelpolitik vom Feinsten und das punktet bei vielen.
Ich? Ich überlege, ob ich aus Mitleid nicht SPD wählen sollte... bei aller Kritik: DAS haben die Genossen nun auch nicht verdient. Sie waren doch bei Rot-Grün immer der bessere Teil... und sind es auch in der GroKo und die Grünen tun doch auch alles, um sich unbeliebt zu machen? Verrückte Zeiten.

#207 - 09.11.2018, 11:22 von im_ernst_56

Zitat von Havel Pavel
Wenn man die Schlussfolgerungen aus Ihren Worten zieht, brauchen die Grünen nur abzuwarten bis das Chaos Einzug hält und werden dann ganz automatisch allerorts zur stärksten Kraft gewählt. Wie naiv müssen die Wähler dazu eigentlich sein und sind sie dies tatsächlich überall in diesem Land? Berlin ist wohl ein Sonderfall, die einzige Hauptstadt auf der ganzen Welt mit den landesweit höchsten Anteil an Armen, sprich Hartz IV Empfängern und die einzige Millionenstadt der Welt die nicht mal einen simplen Flughafenbau fertigbringt! No Go Areas und Sippenherrschaften haben dagegen Hochkonjunktur. Schon alles bemerkenswert für eine tolle Stadt und dann noch unter Grünenoberherrschaft dazu setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Natürlic weiss auch ich, dass dies die Grünen nicht herbeigeführt haben aber sie tun auch andererseits nichts dagegen und scheinen sich mit allem arrangiert zu haben, wofür sie mit starkem Wählerzulauf ja bestätigt werden vieles richtig gemacht zu haben.
Es ist in der Tat so, dass - egal ob die Grünen in der Opposition sind oder mitregieren und ob im Falle des Mitregierens die Politik als erfolgreich oder weniger erfolgreich wahrgenommen wird - die Grünen derzeit immer gewinnen. Und mit jeder LT-Wahl scheint sich dieser Trend zu verstärken. Auffällig ist eben die Entwicklung der Umfragen in Berlin. Bei der vorletzten Umfrage war die Linke mit 22% die stärkste Partei (SPD und CDU waren immer gleichauf deutlich unter 20%). Bei der letzten Umfrage vom 07.11.2018 sind nun die Grünen mit 22% die stärkste Partei, die Linke ist auf 17% abgesunken (SPD und CDU beide bei 16%), gleichzeitig hat die in Berlin eher schwache AfD auf 15% zugelegt. Irgendeinen erkennbaren Grund für diesen Stimmungsumschwung gibt es nicht. Wenn man nur Berlin betrachtet, dann muss man sagen, dass die politische Stimmung etwas zutiefst Irrationales hat.

#208 - 09.11.2018, 11:26 von abc_bis_z

wen kann man noch wählen?

AFD will ich nicht wählen, aber wen kann ich dann noch wählen? Ich habe früher stets Rot-Grün gewählt, einfach weil ich auf Grün sozialisiert wurde, mir das Personal stets irgendwie sympathischer war als bei vielen anderen Parteien und weil ich mir im Großen & Ganzen keine tieferen Gedanken um Politik und um die Auswirkungen von Politik gemacht habe. Mit Grün wählen konnte man irgendwie nie was falsch machen. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich ein bisschen mehr mit Politik und ich lese auch nicht mehr ausschließlich nur die Medien, die ich rein aus Gewohnheit immer gelesen hab (allen voran den Spiegel) und ich halte die Grünen mittlerweile für eine gefährliche Partei: eine Partei, die aus puren ideologischen Erwägungen Politik gegen das Land macht, in dem ich und meine Familie und meine Freunde und meine Arbeitskollegen leben und weiterhin leben wollen. Deswegen bin ich wirklich ratlos: was bleibt mir noch zu wählen? Und wieso verschließen so viele Menschen die Augen für die Auswirkungen linker, grüner Politik? Wieso haben die Grünen so einen Zulauf aktuell? Danke an Jan Fleischhauer, dass er versucht das beleuchten. Eine weitere interessante Erklärung zum Erfolg der Grünen bietet diese Kolumne: "Deutschland braucht eine Halloween-Therapie!" (https://www.achgut.com/artikel/deutschland_braucht_eine_halloween_therapie)

#209 - 09.11.2018, 11:31 von hoernomat

Kommentare dürfen Tendenziös sein...

... und dieses Kriterium füllt Herr Fleischhauer auch wieder zur Gänze aus. Objektiv ist in seinem Kommentar leider - mal wieder - nicht viel.
Natürlich kann und soll man bspw. kritisch hinterfragen, ob Windkraft im Wald die einzige und die richtige Lösung ist und was man tun kann, um die Effekte zu minimieren und auszugleichen und meinethalben auch, ob das so überhaupt sinnvoll ist.
Allerdings ist es absolut lächerlich so zu tun, als wäre die Errichtung von Windkraftanlagen in Wäldern exakt das Gleiche, wie deren komplette Rodung und Vernichtung des gesamten Ökosystems inkl. der menschlichen Siedlungen.
Es ist unsachlich so zu tun, als hätten die Grünen dieser Zerstörung zugestimmt, weil sie Tagebau wollten - den wollen sie nicht und ihnen ist es zu verdanken, dass er wenigstens überhaupt begrenzt wurde. Hätten sie sich durchsetzen können, wäre gar nicht weiter gebaggert worden, da sie ja für "radikalen Klimaschutz" stehen.

Energieerzeugung für unsere menschlichen Bedürfnisse geht mit Umweltverbrauch einher und die Frage ist, was dabei den geringstmöglichen Schaden verursacht und dennoch unsere Versorgung absichert.
Braunkohletagebau und -verbrennung um den Strom gegen Aufpreis zu exportieren und das auch noch staatlich zu subventionieren und die kleinen Stromkunden mittel EEG dafür zahlen zu lassen, damit vier große Konzerne Dividenden an die Kommunen ausschütten können... das ist sicher nicht der Beste Weg... aber der von CDU, CSU, SPD, FDP, LINKE und AfD.
Die Grünen sehen das in der Tat anders - Atomabfall ist unzumutbar, vgl. "gewissenhafte Lagerung" in der Asse; Kohleverstromung befördert den Klimawandel, also Ernteausfälle und Migration sowie Sachschäden in Millionenhöhe; Wasserkraft reicht derzeit nicht aus, Sonnenenergie reicht in Deutschland ebenfalls nicht aus, Erdgas müssen wir teilweise aus zweifelhaften Quellen kaufen... kann man vorrübergehend machen, ist aber nicht ideal; Öl - fällt aus, ist als Rohstoff zu wertvoll für Verstromung und Klimaschädlich; Kernfusion - funktioniert noch nicht profitabel; bleibt die Windkraft (Einsparung lasse ich jetzt mal außen vor, denn die wird gegen alle Arten der Erzeugung verrechnet) - ja, auch Windkraft ist nicht problemfrei - Lärm, Schattenschlag, Gefahr für Wildtiere, Zerschneidung/Zerstörung von Lebensraum, Unstetigkeit...
Aber: Im Vergleich der Alternativen ist die Windkraft eine weniger stark belastende Energiequelle, nicht ideal, aber unter den Optionen die am wenigsten Schlimme und obendrein noch vergleichsweise günstige.

Nur ein Aspekt - aber er verdeutlicht, wie verlogen und unsachlich Herr Fleischhauer über die Grünen spricht, bzw. Argumente weglässt.
Jedem seine Meinung - man darf auch tatsachen weglassen und rein emotional argumentieren, wenn man möchte, nur: wer dies unternimmt, äußert eben "nur" seine Gefühle und leistet keinen brauchbaren Beitrag zu einer sachlichen Debatte.

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