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Grüne Dominanz: Und der nächste Bundeskanzler heißt... Dr. Robert Habeck

DPA Immer dabei, aber nie an etwas schuld: Nur Grünen gelingt es, ungestraft Politik gegen sich selbst zu machen. Inzwischen kann sich jeder fünfte Deutsche vorstellen, grün zu wählen. Ein Berliner Rechtsprofessor hat eine interessante Erklärung.
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#30 - 08.11.2018, 15:22 von henry kaspar

Mir geht's ja genau umgekehrt

Ich habe in den 1980er und fruehen 1990er Jahren (1987 durfte ich zum ersten mal waehlen) schwarz oder gelb gewaehlt. Und nicht Gruene, weil mir die Kelly/Ditfurth/Ebermann-Gruenen - welche den jungen Fleischhauer offenbar beeindruckt haben - zu spinnert waren Erst als Joschka Fischer die Fundis aus der Partei draengte wurden die Gruenen fuer mich im Prinzip waehlbar. In den vergangenen Jahren waehlte ich allerdings meist CDU, wegen Angela Merkel: bei keinem Politiker fuehlte ich mich so sicher, dass er/sie mit der Macht verantwortungsvoll umgehen wuerde.

Jetzt geht Merkel, und es ist nicht klar wohin die CDU zieht. Geht sie zurueck zur Kraftmeierei a la Merz, dann war es das wohl von meiner Seite - ich sehe nicht die Attraktion in jemandem der meint, Politik mit drei oder vier ein-Satz Grundprinzipien bestreiten zu koennen, seltsamerwise als Wirtschaftsexperte gilt (als studierter Jurist und passionierter Klarinettenspieler), ueber etwas komplexere wirtschaftliche Themen - wie den Euro, zum Beispiel - aber redet wie der Blinde von der Farbe (als Hintergrund: ich bin sutdierter, im anglo-amerikanischen Ausland promovierter und praktizierender Oekonom). Mit dem Ansatz ist Merz schon vor 15 Jahren gescheitert, und das zurecht. Gute Politik benoetigt schlicht mehr praktizierte Intelligenz als das.

Und da fallen mir als Alternative tatsaechlich zuerst die Gruenen ein. Sie sid vorbehaltslos pro-europaeisch, haben verstanden, dass vernuenftiger Klimaschutz gute Wirtschaftspolitik ist, haben ferner wiederholt bewiesen, dass sie pragmatisch und mit Augenmass regieren koennen. Natuerlich profitieren sie davon, die vergangenen Jahre in der Bundes-Opposition zugebracht zu haben, aber so funktioniert Demokratie nunmal. Die SPD koennte ich mir im Prinzip auch vorstellen, waere sie personell nicht so erbaermlich aufgestellt. Ein Bundeskanzler Habeck? Schreckt mich weit weniger als ein Bundeskanzler Merz. Bei letzterem fliegt uns der Euro in Rekordzeit um die Ohren, und wir koennen in Europa die Einzelteile wieder einsammeln.

Ich lasse mich dafuer uebrigens gern kritisieren, auch von Herrn Fleischhauer. Mehr noch, es wuerde mich sehr reizen, mit ihm die Klingen darueber zu kreuzen. Und dann zu sehen, wer die besseren Argumente hat.

#31 - 08.11.2018, 15:23 von sametime

Unpolitisch?

Wenn die Wähler die Partei (also die Grünen) wählen, weil die Grünen am wenigsten mit der AfD zu tun haben, nennen Sie das unpoliltisch? Soll das heißen, dass jeder, der nicht rechtsradikal ist, umpolitisch ist? Gut, dann bin ich in Ihren Augen sehr unpolitisch.

#32 - 08.11.2018, 15:23 von andreas.s

Es ist nicht die Angst vor dem Klimawandel

der die Wähler zu den Grünen bringt. Ja, niemand in der deutschen Politik den man ernst nehmen kann leugnet den Klimawandel. Aber das ist ja nicht der Punkt, den was hilft alles "nicht leugnen" gegen "aber die Wirtschaft, aber die Arbeitsplätze, aber die Lobbyisten" der "Volksparteien plus gelben Anhängsel"?
Genau, nichts.
Ein weiterer Punkt: Die Grünen erneuern sich regelmäßig, was man von Union/FDP und SPD nicht sagen kann.

#33 - 08.11.2018, 15:24 von hilldee

Zur Umfrage ...

Ungefähr jeder fünfte würde im Moment tatsächlich grün wählen, aber vorstellen kann es sich jeder zweite. Das hätte man ganz einfach nachlesen können.

#34 - 08.11.2018, 15:24 von aerograd

Antithesen belegen bei Herrn Fleischhauer eigentlich wie immer irgendwelche fiktiven und an den Haaren herbeigezogenen Setzungen. Und die Grünen beleidigen natürlich seine Intelligenz. Ist klar, wie eigentlich alle. Leider so wenig Neues aus dem Innern der Filterblase.

#35 - 08.11.2018, 15:25 von neutron76

Grün ist unschuldig und risikofrei

Ganz richtig erkannt. Zuletzt kommt von Grünninen und Grünen noch das Totschlagsargument „Ich kann doch nicht die Luft meiner Kinder verpesten.“ .... Da wirklich viel Macht zur Zeit nicht in grünen Händen liegt, kann man unbedarft gegen alles sein. .... Dr. Habeck würde als Kanzler genauso mit einem Farbbeutel beworfen werden wie Joschka Fischer seinerzeit.

#36 - 08.11.2018, 15:25 von Andraax

Linksgrün versifft ist meine Filterblase, und ich bin stolz darauf!

Der entscheidende Pluspunkt für die Grünen ist, dass ihre ganze Politik zukunftsorientiert ist. Von Umweltpolitik über Sozialpolitik bis hin zur Migrationsfrage ist der Blick immer darauf gerichtet die Gesellschaft und die Welt lebenswert zu halten bzw. zu verbessern. Kein Wunder bei dem hohen Anteil an Akademikern in der Partei und Ihren Anhängern. Da ich selbst Akademiker bin, weiß ich, dass auch bei meinen Kollegen der Zuspruch zu den Grünen sehr hoch ist. Ich selbst habe früher grün gewählt, wähle aber heute meist Die Linke, weil ich noch etwas progressiver denke. Für mich sind die Grünen inzwischen die neuen Konservativen.

#37 - 08.11.2018, 15:28 von spon_4_me

Als überzeugter

Wähler der Grünen (in guten wie in schlechten Zeiten) finde ich einen Punkt aus Fleischhauers Kommentar wichtig. Ich würde nicht das Wort "Pandabär" verwenden, sondern es etwas anders formulieren: Die schwierigen Entscheidungen für grünen Weltsicht stehen uns immer noch bevor. Es ist natürlich ungleich leichter, dem bitteren Kompromissen eine Zeitlang zu entkommen, wenn man gut situiert und relativ gut ausgebildet ist. Wenn man der ideologische Paradiesvogel auf einem Hof voller volkspolitischer Nutztiere ist. Aber Dinge wie die fundamentale Gerechtigkeitsdebatte, die die Haves in unserer Gesellschaft stärker fordern wird, weil sie materiell dabei mehr einzusetzen oder aufzugeben haben, die Diskussion, wie wir als Gesellschaft gemeinschaftlich und lokal das Thema globale Erwärmung angehen (Rekarbonisierung, Ausbau dezentraler Energieversorgung) oder die Frage, wie wir eine gut nachbarschaftliches Politik innerhalb der EU mit autoritären Regimes betreiben können - um nur aus dem Handgelenk drei Themen zu nennen - diese Fragen werden bürgerlich-liberale Menschen wie mich ungleich stärker belasten als bisher, weil wir eigentlich oft (da hat Fleischhauer recht) bei allen Grünsein nie wirklich Farbe bekennen mussten.

#38 - 08.11.2018, 15:28 von gonzola

Vorteil der Grünen ...

... war und ist, dass sie auf dem Fundament der Naturwissenschaft stehen. Und die lässt sich langfristig nicht austricksen. Das hat man aber nie ernst genommen, genau wie die Grünen nie wirklich ernst genommen wurden (Wohlfühlgelaber usw.). Der Autor unterstreicht dies nochmal mit seinem Artikel - er überhebt sich, stellt sich drüber. Man kann aber nie gegen die Natur arbeiten, auch kein Endkapitalismus. Man kann negative Konsequenzen aktueller Lebensweisen vertuschen oder verschieben - am Ende schlage sie nur noch härter durch. Dieses Wissen muss man antizipieren in seiner Politik. Das machen - im Vergleich (sic.!) zu den anderen Parteien - nur die Grünen.
Ein Beispiel: E-Autos-Gegenargument: E-Akkus verbrauchen so viel Seltene Erden verbunden mit Kinderarbeit, usw. Fakt ist, 50-60 Prozent der weltweit meistverbrauchten geförderten Seltenen Erden gehen allein in die KAT-Produktion für Verbrenner - und die Hälfte davon ist nichtmal recyclebar, weil aus dem Auspuff unwiederbringlich herausrausgeblasen wird.
Noch Fragen Euer Ehren?

#39 - 08.11.2018, 15:29 von kraut&ruebe

Die schärfsten...

...Kritiker der Elche waren früher selber welche. Das gilt dann offensichtlich auch für Fleischhauer. Es gilt aber auch, nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Und warum dieser Fluss so grün ist, weiss doch keiner mehr so genau. Ist halt sie allgemeine Fließrichtung in der sich die meisten Wähler wohl fühlen.

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