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Grüne Dominanz: Und der nächste Bundeskanzler heißt... Dr. Robert Habeck

DPA Immer dabei, aber nie an etwas schuld: Nur Grünen gelingt es, ungestraft Politik gegen sich selbst zu machen. Inzwischen kann sich jeder fünfte Deutsche vorstellen, grün zu wählen. Ein Berliner Rechtsprofessor hat eine interessante Erklärung.
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#50 - 08.11.2018, 15:56 von kayakclc

Generationenwechsel

Grüne Ideen sind heute mainstream. Zwar bleibt wie vor 30 Jahre viele Positionen nicht konsistent oder sind gut formulierte Utopien, aber die nach 1983 geborenen nehmen die Grünen als etabiliter Partei des guten Gewissens war. Zudem: die alten Kaderaktivistien treten nach der missglückten Fahrt nach Jamaika ab, allen voran Tritin. Habeck ist erst kleingehalten worden, und jetzt zu Recht zum Hoffungsträger aufgestiegen, weil er sachlich in der Sprache belbt. Andere Politiker kämpfen mit Erblasten, wie die CDU, CSU aber auch die SPD, die meinte, einenerfolglosen Europapolitiker im fortgeschrittenen Alter aufs Schild zu heben. Habeck kann Kanzler, Nahles und Schulz leider nicht.

#51 - 08.11.2018, 15:58 von syracusa

Zitat von Andraax
Der entscheidende Pluspunkt für die Grünen ist, dass ihre ganze Politik zukunftsorientiert ist.
Mehr noch. Sie ist auf eine NACHHALTIGE Zukunft orientiert. In der Sozial-, Finanz-, Wirtschafts- und Außenpolitik geht es auch um Nachhaltigkeit. Und die einzigen, die das verfolgen, sind die Grünen. Fleischhauer kreidet den Grünen an, dass diese als kleiner Partner in Koalitionsregierungen Kompromisse eingehen, die teilweise auch gegen die eigene Programmatik stehen. Aber wir brauchen uns doch nur mal umzusehen, wie sehr die Grünen (als Folge der 68er Kulturrevolution, natürlich) dieses Land umgekrempelt haben. Wir genießen heute ungleich mehr Freiheit und Demokratie als je zuvor, und das ist ganz maßgeblich den Grünen geschuldet. manchmel geht's vielleicht nur langsam voran, aber die Grünen wirken nicht durch eigene Handlungen, sondern v.a durch eine Veränderung der Gesellschaft und sogar die Köpfe ihrer politischen Gegner.

#52 - 08.11.2018, 15:59 von Actionscript

Bio ist in,...

...und die Grünen scheinen politisch Mitte links doch mit einem konservativen Hauch. Auch zeichnen sich die Grünen durch junge Politiker aus. In Einem hat Herr F. Recht, die Grünen scheinen nichts (falsch) zu machen oder zu sagen. Und das ist in der heutigen Situation, wo Politik nicht ist, was man macht sondern was man sagt, schon sehr schwer. Auch - und das ist wichtig - sieht man die Grünen Politiker oft lachen und etwas Positives ausstrahlen. Ob all das ausreicht, um einen Staat zu führen, bezweifle ich jedoch.

#53 - 08.11.2018, 16:00 von Mieze Schindler

Aber, aber Herr Fleischhauer!

Es kann nun doch nicht jeder Wahlberechtigte AfD wählen. Deutschland besteht schließlich nicht zu 100 Prozent aus alten weißen Männern.

#54 - 08.11.2018, 16:02 von wiwijojo

Die Personen sind leider ausschlaggebend

Leider sind in der Politik, und das berücksichtigt der Beitrag zu wenig, Personen das Ausschlaggebende. Die aktuelle Grünenspitze kommt einfach sympathisch, verständlich, nicht besserwisserisch und zuhörend und vor allem unverstellt und authentisch rüber.
Nein, natürlich ist das kein Zeichen von Repolitisierung der Gesellschaft. Es wäre mir viel lieber, die Wähler würden mehr nach Programmen als nach Personen gehen. Aber auch dann hätten die Grünen aktuell sicherlich die besten Karten.
Die SPD hat Nahles, Stegner und andere im Vordergrund, die zumindest mir einfach nicht sympathisch sind.

#55 - 08.11.2018, 16:08 von syracusa

grüne Koalitionspartner?

Ich bin etwas überrascht wg des enormen Zuspruchs so vieler Foristen zur Politik der Grünen. Wenn das Bundestrend ist, dann brauchen die Grünen für die nächste Bundesregierung noch nicht mal einen Koalitionspartner. Fleischhauer setzt offenkundig auf's falsche Pferd.

#56 - 08.11.2018, 16:10 von Alias_aka_InCognito

Das Grünensyndrom

Dass die Wähler mehr grün präferieren, ist genauso bedenklich wie die Neigung, die AfD anzukreuzen.

Ich würde sogar sagen, dass ein hoher Prozentsatz an Zustimmung zu den Grünen nicht unbedingt aussagt, dass es dem Gesamtsystem Deutschland wirklich gut geht.

Grün zu wählen ist keine rationale Entscheidung und sollte im Normalfall auch nicht Grünen-Anteile generieren, die die 10%-Hürde überschreiten.
Hohe Grünen-Anteile bedeutet, dass es zu viele Arrivierte auf gutbezahlten, meist öffentlichen Posten gibt, die mit der Wahl der Grünen ihre ihnen zugefallen Pfründe sichern wollen.
Die Grünen sind die Interessensvertretung derer, die ihren Status behalten wollen, obwohl sie nicht direkt zur Wertschöpfung beitragen und nur dissipativ daran partizipieren.
Deshalb wählen sie ja auch überhaupt, weil sie an die Beständigkeit und Nachhaltigkeit ihres Status selbst nicht glauben und wissen, dass es nur politisch und nicht aus eigener Kraft erhalten werden kann.

Die AfD ist die Vertretung derer, die entweder sozial schwach am Rand stehen ohne gutbezahlte Posten oder - das muss man auch ihnen zustehen - auf einer solideren Grundlagen den öffentlichen Kuchen verteilen wollen.

Es geht bei der Politik immer um Verteilungsfragen und den persönlichen Status, grün ist nicht weniger egoistisch als blau.

Die hohe Zustimmung zu den Grünen zeigt aber, dass die deutsche Bevölkerung an einem Schwäche-Syndrom leidet, die der Herr Fleischschauer schon bei SPD richtig erkannt hat: müde und ausgelaugt.

Die grüne Wahlpräferenz sagt aus, dass diese Bevölkerungsanteile ein zu hohes Bedürfnis an Harmonie, Kuscheligkeit und Idylle haben. Das bei denen die Tatkraft und Vitalität nachgelassen hat, dass sie keine Ambitionen und den Willen zur Verwirklichung von großen Ideen haben, sondern sich in muffigen, informellen, familiären Gruppen auflösen wollen.
Hier ist kein Leistungswille mehr zur Erneuerung und zum Betreten von Neuland mehr erkennbar.
Die AfD dagegen ist eher noch wie ein Zeichen von schwach zuckendem, letzten Lebensgeist zu verstehen.

Die grüne Normalität ist nicht das Paradies aller hier lebenden Menschen und deren Utopia wird so auch nicht verwirklichbar sein.
Dazu werden die Zeiten wieder härter und auch die Grünen werden ihren Wählern ihre Wünsche und Ziele nicht verwirklichen können.
Denn außerhalb der Grünen Blase in Deutschland gehen die Kämpfe und Eroberungskriege weiter, der Glauben an die eigene Stärke und Siegesgewissheit sind ungebrochen, Handel und Wirtschaft sind wieder Krieg, Regeln und Konsens haben keine Bedeutung. Wie soll hier überhaupt eine grüne Blase auf hohem Niveau von Bestand sein!?

#57 - 08.11.2018, 16:10 von bakero

Habeck Kanzler? Warum nicht?

***Wer sich für die Grünen ausspricht, erfährt nie eine kritische Nachfrage, das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil im politischen Wettbewerb.***

Das ist wirklich völliger Quatsch. Vielleicht hängt es ja davon ab, wo man wohnt und in welchen Kreisen man sich bewegt, bzw. in welchen nicht. Aber als ich vor der Wahl in Bayern offen sagte, dass ich die Grünen wählen werde (die ich zuvor übrigens nicht immer gewählt habe), waren die Reaktionen sehr unterschiedlich, aber sicher nicht "nie" unkritisch. Ganz im Gegenteil, ich hatte auch richtig hasserfüllte Reaktionen.

Ich kann mir einen Bundeskanzler Habeck übrigens sehr gut vorstellen, ich würde mir das aktuell sogar sehr wünschen. Die Politik der Grünen ist dazu die einzige, die in die Zukunft schaut. Und das mutig, statt ängstlich. Das ist sonst bei keiner anderen Partei der Fall, am wenigstens bei der CSU und bei der AfD.

#58 - 08.11.2018, 16:16 von Aberlour A ' Bunadh

die massiv für Ludwig Erhardts soziale Marktwirtschaft stehen?

Zitat von isi-dor
Es kommt noch schlimmer für die Fleischhauers der Welt. Es sind heute faktisch nur noch die Grünen, die massiv für Ludwig Erhardts soziale Marktwirtschaft stehen und diese auch offen vertreten.
Der Begriff "soziale Marktwirtschaft" ist nicht eindeutig definiert, sondern ein bewusst offen gehaltener wirtschaftlicher Stilbegriff.
Nur deswegen konnte er auch so erfolgreich werden.
Daher können sich vom Wirtschaftsflügel der CDU bis Sahra Wagenknecht auch alle dieses flauschigen Begriffs bedienen und nach ihrem Gusto für sich reklamieren. Problem dabei: der Begriff ist theoretisch inhaltslos. Wenn ich als Ökonom die Verbindung zur Ökologie auf der Spur wäre, würde ich aber keinesfalls bei Ludwig Erhard suchen, sondern die Suche bei keinem geringeren als Alfred Marshall beginnen: "Water as an Element of National Wealth" (1879).
Hier beginnt die ökologische Ökonomik.

#59 - 08.11.2018, 16:20 von fluxus08

Naja,

die Grünen hatten 2011 schon mal eine bundesweite Zustimmung von 23% in der Spitze.
Und wie hoch war dann die Zustimmung zwei Jahre später zur Bundestagswahl 2013? Genau, 8,4%.
Es scheint die Medien zu beflügeln, Parteien/Politiker hochzujubeln, deren Halbwertzeit danach wieder dramatisch einbricht.
Wie hieß nochmal der letzte Messias, der kurze Zeit nach dem Hype gnadenlos abstürzte? Martin Schulz, Held aller Gazetten.

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