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Grüne Dominanz: Und der nächste Bundeskanzler heißt... Dr. Robert Habeck

DPA Immer dabei, aber nie an etwas schuld: Nur Grünen gelingt es, ungestraft Politik gegen sich selbst zu machen. Inzwischen kann sich jeder fünfte Deutsche vorstellen, grün zu wählen. Ein Berliner Rechtsprofessor hat eine interessante Erklärung.
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#80 - 08.11.2018, 16:56 von syracusa

Zitat von mostly_harmless
Nö, nichts daran ist schwammig, "soziale Marktwirtschaft" ist ein Das reale Problem liegt an einer völlig anderen Stelle: Die heutigen Neoliberalen haben den Begriff "soziale Marktwirtschaft" gekapert.
Naja, man muss dazu nur wissen, dass die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" mit sozialer Marktwirtschaft absolut gar nichts zu tun hat, sondern deren Abschaffung zum Ziel hat.

#81 - 08.11.2018, 16:59 von tjards

Was für ein Unsinn!

Toll, dass Fleischhauer auch mal grün gewählt hat und jetzt mitreden kann. Hätte man ihm gar nicht zugetraut, bei all dem konservativen, marktliberalen Unsinn, den er - wie gewohnt - verzapft. Ich habe mich bis zuletzt für das Grünwählen verteidigen müssen. Denn die Konservativen Schlaumeier wissen ja bis heute alles besser. Jetzt sitzen sie da und machen sich - in einem Akt von Hilf- und Ratlosigkeit über die neuen Grünwähler lustig. Dass die Erklärung ganz einfach sein könnte, nämlich dass viele merken, dass es so nicht weitergeht und die Grünen derzeit die hoffnungsvollste Perspektive bieten - darauf kommt ein Fleischhauer nicht.

#82 - 08.11.2018, 17:01 von hansjoerg.gloede

Opponieren oder Regieren?

Weil die Grünen nicht mehr als Verbotspartei wahrgenommen werden, zumindest nicht von der neuen Führungs-Crew, und sondern sogar zu Kompromissen bereit sind, die an grünen Grundfesten rütteln, zum Beispiel in Fragen der Migration, ist der Zulauf nicht überraschend. Aber die "neuen" Grünen mussten bisher im Bund noch nicht beweisen, dass sie nicht nur opponieren, sondern auch regieren können. Anders in Berlin. Hier sind die Grünen an einer linken Regierung beteiligt und ich muss sagen: Nein Danke! Was hier in der Migration, in Fragen der Sicherheit, bei der Nicht-Schaffung von genügend Wohnraum, in der katastrophalen Bildungspolitik, beim Ausspielen der Radfahrer gegen die Autofahrer und und und "geleistet" wird, das ist für mich unwählbar!! Solange ich nicht Beweise dafür habe, dass die Grünen im Bund anders und besser regieren als die Grünen/Linken in Berlin, bleibe ich vorsichtig! Aber wenn...

#83 - 08.11.2018, 17:02 von shotaro_kaneda

Das Problem der Grünen ist, dass sie gern erklären gegen was sie sind, es dabei aber unterlassen (vernünftige/finanzierbare) Gegenvorschläge zu bringen. Und das schlimme ist ja, dass sie gegen alles zur gleichen Zeit sind. Gibts für die Grünen auch ein primäres wichtiges Projekt? Weiterhin unterlassen es die Grünen darauf hinzuweisen, dass deren Politik eigentlich mit der Minderung der persönlichen Lebensqualität (bzw. Anstieg von Preisen und Steuern) und Freiheit einhergeht. Bestes Beispiel ist das Landwirtschaftsverständnis der Grünen. Wer die kleinbäuerliche Ökolandwirtschaft vom Anfang des letzten Jahrhunderts wiederhaben möchte, muss zum Großteil auch leben wie ein Bauer vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Alternativ darf man gern Lebensmittel importieren, die unter schlechteren Bedingungen als in D produziert werden. Alternativ könnte auch die verhasste Agrarsubvention massiv angehoben werden. Wer das Klima schützen will, muss den Individualverkehr reduzieren und auf Flug- und Schiffsreisen verzichten. Wer nur noch Elektroautos haben will, muss auch für den nötigen Strom sorgen und die Entsorgung der Akkus bedenken. Ein kostensloses Zugticket für alle, wird auch irgendwer über Steuern finanzieren müssen. Und da müssten die Grünen dann ehrlicherweise eigentlich massiv bei ihrer Wahlklientel (den Gutverdienern) in die Tasche greifen bzw. deren Lebensstil besteuern. Das sagt von den Grünen aber natürlich keiner.

#84 - 08.11.2018, 17:03 von syracusa

anspruchsvollste Diskussionskultur

Zitat von andraschek
Nun, ich kann mich noch an die Schlagzeilen erinnern, als man in den Krieg zog: "Die Grünen sind erwachsen geworden". Zum Glück bin ich Kind geblieben.
Auch ich kann mich sehr gut daran erinnern, und habe ein völlig anderes Bild von der Situation als Sie. Ganz unabhängig davon, ob die Grünen sich damals nun für oder gegen den Eintritt in den Kosovo-Krieg entschieden hätten, hat mich schon alleine deren Diskussionskultur um diese Frage restlos überzeugt. Keine andere Partei hat jemals mit ähnlichem Bezug zu den eigenen Werten und denen der Aufklärung, und zu den Lehren aus den Kriegen der letzten 2000 Jahre eine fundiertere Diskussion geführt. Man hat sich letztlich sachlich nur deshalb für den Krieg entschieden, weil man übereingekommen ist, dass beide Optionen massive Risiken bedeuten, dass es aber für die eigene Selbstwahrnehmung immer besser ist zu handeln als nicht zu handeln. Und ich bin der Ansicht, dass es richtig war, mit Bezug auf das Völkernothilferecht - und damit sehr wohl durch das Völkerrecht gedeckt - diesen Krieg zu führen.

#85 - 08.11.2018, 17:06 von cindy2009

Habeck als Bundeskanzler?

Man sollte mal nicht übersehen, dass die Grünen derzeit auf Länderebene Punkten. Da habe ich auch, leider umsonst erstmals mein Kreuz gesetzt. Auf Bundes Ebene kann ich mir die Grünen gerne als Koalitionspartner vorstellen. Aber nicht in der wirklichen Verantwortung unter Habeck. Meine 5 Schilling dazu.

#86 - 08.11.2018, 17:08 von nesmo

Da sieht man

wie die angeblich so kritischen Akademiker sich so sehr nach Harmonie und schönen Menschen sehnen. Die Grünen verbreiten zur Zeit das Lebensgefühl einer Waschmittelwerbung in grünster Natur. Die Grünen sind nett und für alles was modisch politisch richtig ist. Sie müssen kaum wirkliche Verantwortung als Partei tragen, das machen einige als Ministerpräsident und Bürgermeister , die so sympathisch und pragmatisch sind, dass ihnen keiner etwas übel nimmt. Herrn Habeck als Kanzler und Vorsitzenden der Grünen, wenn dann hart entschieden werden muss, geb ich keine 6 Monate, dann ist der Traum vorbei.

#87 - 08.11.2018, 17:08 von burgundy

Zitat von kariesgold
Vielleicht hängt der Aufschwung der Grünen in diesem Jahr auch mit dem Sommer zusammen, der einen Vorgeschmack auf die Auswirkungen des Klimawandels gegeben hat? Während sich die Regierungsparteien im Umgang mit dem Dieselskandal nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Wer weiß schon, vielleicht hätten es die Grünen in der Regierung auch nicht besser gemacht, aber da hatten sie nun mal Glück, in der Opposition zu sein.
Ja, die Grünen haben Glück gehabt, dass Lindner ihnen den Weg aus der Koalition gezeigt hat, in der sie so gerne - der Pöstchen wegen wie alle anderen auch - verblieben wären. Es war ja geradezu ein unwahrscheinliches Glück, dass die Grünen angesichts ihres schlechten Abschneidens bei der BTW überhaupt gefragt wurden, eventuell Regierungsverantwortung zu übernehmen. Niemand wollte sie damals wirklich. Und so war der Schritt Lindners - für seine FDP im Nachhinein eine Belastung - ein Glück für die Grünen und ein Desaster für eine satte und kopflose SPD. Rollentausch eben, Glück gehabt.

Bizarr ist aber der jetzige Aufschwung aus dem Nichts, der durch so richtig gar nichts begründet ist und sich aus apokalptyischen Klima- und sonstigen Visionen, Dieselgate, Trumpismus, AfD - Furcht, Merkel - Müdigkeit und Regenbogen - Schwelgerei speist. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, das ist absolut legitim. Nur haben die Grünen in der Opposition so richtig gar kein Profil gezeigt, das sie zur Heimstatt für alle von diesen Features Gequälten und Umgetriebenen prädestinieren würde. Hinzu kommt, dass die Grünen zusammen mit FDP und AfD die anti - sozialste Partei sind, die Deutschland zu bieten hat, da kann nicht einmal die SPD mithalten. Ihr Pazifismus ist auch passé.

Es bleibt ein Wunder. Vielleicht sollte man aber einfach mal die Erfahrung mit einem Bundeskanzler/in - Gespann Habeck und Baerbock machen - in Rotation oder gemeinsam, wie König und Königin. Warum nicht?

#88 - 08.11.2018, 17:08 von aysnvaust

Grün wählen, weil...

...das der Weg des geringsten Widerstands ist? Ja nee, is klar. Darauf muss man erstmal kommen. Nicht etwa, weil die Grünen die grösste Deckungsgleichheit mit der eigenen politischen Agenda herstellen - das wäre dann doch zu verwegen, denn das würde ja bedeuten, dass man sich mit Parteiprogrammen auseinandersetzen muss. Nicht etwa, weil die Grünen darauf verzichtet haben, sich die tumben ausländerfeindlichen Positionen der sogenannten "Alternative für Deutschland" (wenn ich den Namen schon höre) zu eigen zu machen so weit es geht. Nicht etwa, weil der Klimawandel sich inzwischen von einem theoretischen Schreckgespenst zu einer greif- und erlebbaren Bedrohung für unsere Kinder gemausert hat. Die grössten Kritiker der Elche - sie wissen schon.

#89 - 08.11.2018, 17:12 von philippvonlucke

Altersneid

Lieber Herr Fleischhauer, täusche ich mich oder höre ich aus Ihren Worten nicht ein bisschen Neid und Gehässigkeit heraus? Ist zum Beispiel der damalige Koalitionskompromiss in Nordrhein-Westfalen in Bezug auf die Genehmigung der weiteren Abholzung des Hambacher Forstes zur Fortführung des Braunkohleabbaus nicht schon ein bisschen zu oft wiedergekäut worden, um die Glaubwürdigkeit der Grünen In Frage zu stellen? Und ist die Unterstellung, die Grünen sähen «Randgruppen»nur jovial und von oben herab wie bedrohte Tierarten, nicht wirklich ein bisschen gehässig? Und der Scherz am Schluss mit dem Staatssekretär, mit welchem Sie der Partei ein Postenversorgungsgeschachere wie bei manchen anderen Parteien unterstellen, ist schon unterste Kategorie. Ja, man wird älter. Und älter werden heißt nicht zwangsläufig weiser werden.

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