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Johnson bei Merkel: Politischer Zauberer oder Scharlatan?

John MacDougall/ AFP Selten war ein Standardtermin so brisant: Der britische Premier Boris Johnson kam zum Antrittsbesuch nach Berlin und wollte über den Brexit reden. Aber Kanzlerin Merkel hat ihm kaum etwas anzubieten.
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#1 - 21.08.2019, 20:34 von haehnen

hier in der Sun..

... wurde der Vorschlag gedruckt, dass Irland doch temporär aus der EU austreten sollte. Sicherlich empfinden einige Briten dies als seriöse Lösung.

#2 - 21.08.2019, 21:24 von juergen haecker

Zitat aus dem Artikel: "Kurz vor seinen Antrittsbesuchen in Berlin und in Paris schlug er erneut Änderungen an dem mit der EU ausgehandelten Brexit-Vertragsentwurf vor." Das ist eine sehr wohlwollende Formulierung fuer eine Nebelkerze. Selbst im eigenen Land wird das teilweise so gesehen: https://www.theguardian.com/commentisfree/2019/aug/20/the-guardian-view-on-boris-johnson-and-the-eu-he-cannot-be-serious. Ok, es gibt dort auch die andere Meinung: https://www.express.co.uk/news/politics/1167682/brexit-news-boris-johnson-irish-backstop-eu-deal-donald-tusk-letter. Dort kann man auch den Brief mit den 'Vorschlaegen' lesen und sich selbst eine Meinung bilden.

#3 - 21.08.2019, 21:28 von iasi

Clever, dieser Johnson

Nun kann er einerseits sagen, er habe alles versucht, und andereseits darauf verweisen, dass auch eine weitere Verschiebung des Brexit nichts bringen würde, da die EU Verhandlungen über den Backstop, dem die Briten nicht zustimmen können, ablehnt. Johnson muss sowieso nur auf Zeit spielen, denn am 31.Oktober ist GB raus aus der EU, wenn die Briten keine Verschiebung beantragen und die EU dieser zustimmt. Hoffentlich klappt es mit dem Brexit Ende Oktober und anschließend geht weder GB noch die Welt unter. Stattdessen kommt endlich mal wieder Schwung in den EU-Saftladen.

#4 - 21.08.2019, 21:47 von Der ewige Stenz

Brüssel lenkt ein. Und das ist gut so.

Die EU hat alles gegeben, doch hat es nicht gereicht, sie ist schlussendlich gescheitert.
Es wird keinen "Back stop" und somit keinen defacto Verbleib des UK im EU Binnenmarkt geben.
Die Grenze zw. Irland und Nordirland wird man technisch lösen.
Johnson bekommt so einen maßgeschneiderten Brexit, ganz nach dem Geschmack eines Jacob Rees-Mogg.

Ist auch vernünftig so, denn Grossbritannien ist ja mit einem Brexit keinen Millimeter weiter von Europa weg.

#5 - 21.08.2019, 21:50 von Liberalitärer

Weder noch

er vertritt England und das hat die Kanzlerin heute gut gemacht und auch SPON. Sollte F nicht Telller werfen, was zu erwarten ist, dann ist das doch lösbar. Auch Labour will eigentlich nur wieder zurück in den Normalmodus.

#6 - 21.08.2019, 21:54 von Liberalitärer

Dementies

Zitat von haehnen
... wurde der Vorschlag gedruckt, dass Irland doch temporär aus der EU austreten sollte. Sicherlich empfinden einige Briten dies als seriöse Lösung.
Ach Quatsch, daran glaubt auch kein Tory - umgehend dementiert. Johnson will ein möglichst gutes weiterführendes Agreement. Der Scheidungsvertrag ist nicht so wichtig.

#7 - 21.08.2019, 21:59 von kein-freund-von-despoten

Bitte korrigieren ...

SPON : "Mit diesem Notfallmechanismus soll im Fall eines No-Deal-Brexits eine 'harte Grenze' vermieden werden[...]". Das ist falsch. Der Backstop ist Teil des Brexits >mit< Ausstiegsvertrag. Wenn keine bessere Lösung für die inner irische Grenze gefunden wird, greift der Backstop als Notlösung. Wenn jedoch ein No-Deal-Brexit Realität wird, gibt es auch keinen Backstop sondern sofort eine 'harte Grenze'.

#8 - 21.08.2019, 22:02 von quercusilex1

Hoffentlich

schafft er es wirklich. Mit oder ohne Vertrag. Ohne wird dann in Zukunft verhandelt.
Als selbst Betroffener ist es für mich schade, aber ich bin mir sicher, dass Großbritannien nicht in diese aufgebläht EU passt. Habe EG und EWG erlebt und auch in dieser Zeit gute Geschäfte mit dem Kontinent gemacht. Sogar mit Drittländern wie Russland laufen die Geschäfte und persönliche Kontakte sehr gut weiter. Warum nicht mit Großbritannien.

#9 - 21.08.2019, 22:18 von bert1966

Eine 30-Tage-Frist für die gemeinsame Lösung des Problems, die sich in den 3 Jahren zuvor nicht finden ließ, der Zynismus in diesem Kommentar der Kanzlerin ist kaum noch zu verbergen. Und natürlich wäre es schön gewesen, wenn Mr. Johnson mit eben diesem Lösungsvorschlag im Gepäck schon angereist wäre, denn einen Alternativvorschlag zum Backstop erwartet Brüssel wohl nicht zu Unrecht von britischer Seite. Ist er aber offenbar nicht, gibt es offenbar auch nicht. Damit muss man das Treffen tatsächlich nur als großes Schaumschlagen verstehen, wenngleich die Aufnahme des 30-Tage-Zitats der Kanzlerin in der britischen Presse zum Teil doch sehr viel euphorischer ist. Offenbar ist man im Königreich eben immer noch nicht auf dem Boden der Tatsachen angekommen, dabei drängte doch die Zeit tatsächlich so sehr!

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