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Russland-Affäre: Trump-Sohn hoffte auf Kreml-Infos über Hillary Clinton

AP Die Enthüllungen überschlagen sich: Donald Trump jr. veröffentlicht E-Mails, um weiteren Medienberichten zuvorzukommen. Doch der Inhalt ist belastend: Offenbar glaubte er, ein Angebot der russischen Regierung anzunehmen.
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#1 - 11.07.2017, 19:09 von RalfHenrichs

Und was ist daran nun "belastend"?

Wenn das alles stimmt, kann man folgendes sagen:
1. Trump jr. hat versucht, negatives Material über Clinton zu bekommen. Dass er dieses versucht - und zwar aus allen möglichen Quellen - ist im Wahlkampf schlicht selbstverständlich.
2. Die Russin - wie auch SPON schreibt - hatte kaum echte Kontakte zum Kreml. Und sie hatte kein belastendes Material über Clinton. Über diesen Weg dürfte Russland also sicherlich nicht die Wahlen beeinflusst haben.
Wenn man also die bislang bekannten Fakten analysiert, ist das Fazit: Viel Lärm um nichts. Aber es wird gewaltig aufgebauscht, so dass man meinen könnte, wo Rauch da Feuer. Aber tatsächlich gibt es nicht einmal eine klitzekleine Glut.

#2 - 11.07.2017, 19:39 von larsmach

Belastend ist der Versuch, sich russischen Quellen anzudienen

Da fragt Ralf Henrichs, was an dem Vorgang "belastend" sei - ganz so, als könne jemand sich mit der - erklärten! - Absicht mit jemandem treffen, um die Absicht später herunterzuspielen, weil der Plan nicht aufgegangen ist.
Wenn z.B. Informationen eines ausländischen Geheimdienstes zu privaten Eskapaden eines Kandidaten in einem politischen Wahlkampf durchgestochen werden, dann beeinflusst tatsächlich eine ausländische Macht den Wahlkampf eines andere Landes.
Was ist daran nicht zu verstehen!?
Übrigens twitterte (gerade erst!!) ein gewisser Donald Trump, dass eine Präsidentin Clinton das Land (USA) auf dem G20 Gipfel anderen Staaten gegenüber preisgegeben hätte. Ja: Derselbe Donald Trump, der offensichtlich bereit war, in seinem Wahlkampf auch Informationen aus Moskau zu nutzen - und sich entsprechend abhängig und gar erpressbar zu machen.

#3 - 11.07.2017, 19:41 von walter_e._kurtz

habe da andere infos

"Die russische Anwältin erklärte am Dienstag, sie habe keine Verbindungen zum Kreml. ...
Tatsächlich sind bisher keine Verbindungen der Anwältin zu hochrangigen Vertretern des Kreml oder der russischen Geheimdienste dokumentiert. Auch der Kreml erklärte am Montag, man kenne die Anwältin nicht." (Artikel)
Da sagt ein Artikel der SZ etwas anderes:
"Weselnizkaja war mit einem ehemaligen Vize-Verkehrsminister verheiratet."
http://www.sueddeutsche.de/politik/usa-und-russland-wer-ist-die-anwaeltin-mit-der-sich-trumps-sohn-traf-1.3582863

Und noch etwas interessantes, ergänzend zum SpOn-Artikel:
"Zum Zeitpunkt des Treffens mit den Trump-Mitarbeitern verteidigte sie den Sohn des stellvertretenden Chefs der Russischen Eisenbahn, Denis Kazyw, vor einem New Yorker Gericht.
Der Staatsanwalt von Manhattan, Preet Bharara, beschuldigte Kazyw, über seine auf Zypern registrierte Firma Prevezon Holdings Ltd. 14 Millionen Dollar gewaschen zu haben. Dabei handle es sich um einen Teil jener 230 Millionen, die im sogenannten Magnitskij-Fall durch einen Steuerbetrug aus dem russischen Haushalt gestohlen wurden.
....
Im Geldwäsche-Fall erzielte die Anwältin einen Teilerfolg: Im Mai stellte das Gericht das Verfahren gegen eine Zahlung von sechs Millionen Dollar ein. Präsident Trump hatte den Staatsanwalt Bharara im März entlassen. Sein Nachfolger stimmte dem Deal zu."

Das scheint doch etwas mehr Brisanz zu haben, als aus dem SpOn-Artikel hervorgeht :-)

#4 - 11.07.2017, 19:49 von texhex

Nebelkerzenschmeißer go!

Zitat von RalfHenrichs
Wenn das alles stimmt, kann man folgendes sagen: 1. Trump jr. hat versucht, negatives Material über Clinton zu bekommen. Dass er dieses versucht - und zwar aus allen möglichen Quellen - ist im Wahlkampf schlicht selbstverständlich. 2. Die Russin - wie auch SPON schreibt - hatte kaum echte Kontakte zum Kreml. Und sie hatte kein belastendes Material über Clinton. Über diesen Weg dürfte Russland also sicherlich nicht die Wahlen beeinflusst haben. Wenn man also die bislang bekannten Fakten analysiert, ist das Fazit: Viel Lärm um nichts. Aber es wird gewaltig aufgebauscht, so dass man meinen könnte, wo Rauch da Feuer. Aber tatsächlich gibt es nicht einmal eine klitzekleine Glut.
1. Der SPON schreibt nicht, dass die Dame keinen Kontakt zum Kreml hatte.
2. Es geht nicht um das Aufspüren kritischer Informationen über den Gegner sondern um den Tatbestand der "collusion", und die nicht enden wollende Weigerung von Ihnen und Ihresgleichen dieses kleine Stückchen Information zur Kenntnis zu nehmen, sagt alles, was man wissen muss, um Ihre Ansichten einzuordnen.
3. Woher wissen Sie dass die Dame kein belastendes Material über Clinton hatte? Weil D Jr und die Dame selbst das sagt?
4. Dass D Jr angesichts der völligen Harmlosigkeit dieses Gesprächs gleich mehrfach darüber log, macht Sie nicht stutzig?
5. Erklärt sich dadurch auch, wieso es Sie nicht stutzig macht, dass dies der fünfte aus Trumps Team ist, dem ein Treffen mit Russen nachgewiesen wurde, obwohl es eingangs seitens der Trumpadministration hieß, dass es KEINERLEI Treffen mit Russen gegeben habe?

#5 - 11.07.2017, 20:09 von horado

Wie kommen Sie denn darauf?

Zitat von larsmach
Derselbe Donald Trump, der offensichtlich bereit war, in seinem Wahlkampf auch Informationen aus Moskau zu nutzen - und sich entsprechend abhängig und gar erpressbar zu machen.
Sie verwechseln offensichtlich den Sohn mit dem Vater, zumindest im Hinblick auf die Faktenlage. Und ansonsten Sehe ich das ganz ähnlich wie RalfHenrichs in seinem Kommentar: Viel Wind um nichts. Man fragt sich tatsächlich, wie verzweifelt die Demokraten sein müssen, wenn sie einen derartigen gescheiterten Versuch des Sohnes, dem Vater irgendwie anhängen wollen.
Und ja, ich kann mir auch einen besseren Präsidenten als Trump und natürlich auch als Obama einer war vorstellen. Letzterer wurde lediglich von der Presse über alle Maßen geschont und vor allem gehypet.

#6 - 11.07.2017, 20:23 von nach-mir-die-springflut

Am Pranger

Zitat von texhex
Es geht nicht um das Aufspüren kritischer Informationen über den Gegner sondern um den Tatbestand der "collusion"...
Wenn, geht es erst einmal nicht um den Tatbestand, sondern um den Verdacht. "Collusion" wäre die Schlussfolgerung aufgrund von Tatbeständen.

"Kollusion bei Anstiftung - Der Ausdruck wird auch im Strafrecht verwendet, wenn mehrere Personen zusammenwirken, um eine Straftat zu verüben. Nach einer in der strafrechtlichen Literatur teilweise vertretenen Meinung muss bei der Anstiftung der Anstifter (vgl. § 26 StGB) mit dem angestifteten Haupttäter kollusiv zusammenwirken, also eine Art Unrechtspakt schließen. Nach nunmehr ganz herrschender Meinung bedarf es allerdings lediglich eines Hervorrufens des Tatentschlusses im Wege des offenen geistigen Kontaktes."
https://de.wikipedia.org/wiki/Kollusion_(Recht)

Gemeinschaftlich eine dunkle Machenschaft aufzudecken ist dabei noch lange nicht Kollusion. Wenn die russische Anwältin mit Kinder-Adoption zu tun hat, dürfte klar sein, welche Spur das Trump-Team verfolgte.

#7 - 11.07.2017, 20:27 von Nubari

Das Treffen mit Veselnitskaja ist nicht der Beweis,

dass die Trump-Kampagne gemeinsame Sache mit Russland gemacht hat. Der vorgelegte E-Mail-Verkehr belegt allerdings klar das Interesse des Trump-Teams an einer solchen Zusammenarbeit (= collusion). Trump jr. versucht nun, uns allen möglichen Blödsinn als Begründung für das Treffen vorzusetzen, seine Story ändert sich dabei von Tag zu Tag. Bei der Vielzahl der Treffen von so vielen Trump-Leuten mit russischen Figuren, über deren Inhalt nichts bekannt ist, kommt diesem Treffen mit Veselnitskaja eine besondere Bedeutung zu, weil klar dokumentiert ist, was man sich von diesem Treffen erhofft hatte. Bemerkenswert, dass Jared Kushner (seinerzeit Leiter der Online-Kampagne) und Paul Manafort (Manager der Kampagne) an dem Treffen teilgenommen hatten, obwohl beider Terminkalender in dieser Phase des Wahlkampfs sicherlich übervoll gewesen war. Da ist nun so viel Rauch, dass da ein großes Feuer sein muss. Man darf darauf vertrauen, dass Sonderermittler Robert Muller alles aufklären wird. Dabei hilft sicherlich die Dummheit und Hybris der Akteure, Hochmut kommt bekanntlich immer vor dem Fall. Wenn Trump jr. einfach sagen würde, dass er aus der Privatwirtschaft kommt und hier einen großen Fehler gemacht hat, den es in der Politik nicht geben darf, dann käme er vielleicht davon. Aber seine Ausreden und das Beschimpfen der Medien sind erbärmlich. Er wirkt wie der erfolglose Einbrecher, der ohne Beute geschnappt wird; er versucht sich nun als der eigentlich Bestohlene darzustellen, weil ihm der Raubzug verwehrt worden war.

#8 - 11.07.2017, 20:33 von zynik

Zitat von nofreemen
Klar man möchte zu gerne den Trumps etwas anhöngen, da ist jedes Mittel gut genug. Die Faktenlage ist aber so dünn wie eine Suppe aus reinem Wasser. Warum sollten Gegner voneinander kein belastendes Material sammeln? Das ist ja ganz neu. Einfach wieder mal einen Schuss in den Ofen. Hauptsache es kracht.
Ich mache mir echt nicht mehr die Mühe das Trump-Getrolle zu kommentieren.

"Any citizen of the United States, wherever he may be, who, without authority of the United States, directly or indirectly commences or carries on any correspondence or intercourse with any foreign government or any officer or agent thereof, with intent to influence the measures or conduct of any foreign government or of any officer or agent thereof, in relation to any disputes or controversies with the United States, or to defeat the measures of the United States, shall be fined under this title or imprisoned not more than three years, or both.

This section shall not abridge the right of a citizen to apply himself, or his agent, to any foreign government, or the agents thereof, for redress of any injury which he may have sustained from such government or any of its agents or subjects."

https://de.wikipedia.org/wiki/Logan_Act

#9 - 11.07.2017, 20:39 von zeisig

Und wenn es so wäre ?

Der Versuch, diese sogenannte Russlandaffäre am köcheln zu halten, um den Trumps ans Bein zu pinkeln, ist in meinen Augen nur noch lächerlich. Es gibt keinen Straftatbestand, und damit ist die Sache vom Tisch. Da kann der Spiegel drei mal pro Woche einen Artikel über dieses Thema schreiben - es ist und bleibt eine Randnotiz.

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