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Sture Premierministerin: Tesa May

DPA Sie klebt an ihrem Amt: Seit Monaten versucht die britische Premierministerin, ihren Brexit-Kurs knallhart durchzudrücken. Dabei hat sie gravierende Fehler gemacht - aus Egoismus ignorierte sie Hinweise für ein Scheitern.
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#1 - 16.01.2019, 13:55 von Klosterschüler

Situation ist völlig verfahren

may hat sicher große Fehler gemacht. Es ist aber mehr als ungewiss, ob Labour dies besser machen würde. Natürlich kann man erneut das Volk befragen, aber auch hier ist das Ergebnis offen. Es bleibt vermutlich nur den Weg nach Canossa (Brüssel) zu gehen und um mehr Zeit zu bitten. Am Ende werden auf allen Seiten Verlierer stehen. Sowohl die Briten als auch die EU.
Der vernünftigste Weg wäre vermutlich Brexit komplett absagen und nochmal nachdenken. Es hat nie eine wirkliche Diskussion über alle Parteigrenzen gegeben. Diese jetzt erst zu initiieren erscheint zu spät.

#2 - 16.01.2019, 13:56 von geboren1969

Rücktritt!

Wenn Frau May etwas Anstand und Charakter hätte, wäre sie gestern Abend sofort zurückgetreten und hätte den Weg für Neuwahlen frei gemacht. Das war eine Klatsche, nicht mal ebenso eine knappe Abstimmubgsniederlage. Zunehmend blockieren Machtverliebte, narzisstische PolitikerInnen einen fortschrittlichen Prozess in Europa und der restlichen Welt. Leiden darunter darf immer das eigene Volk. Beispiele gibts genug: UK, Polen, Ungarn, Türkei , Italien und die USA mit dem größten Präsidenten aller Zeiten nicht zu vergessen.

#3 - 16.01.2019, 13:57 von isi-dor

Sie kann nicht länger im Amt bleiben, das ist unmöglich!

Der Artikel fasst die katastrophalen Fehler von Frau May sehr schön und prägnant zusammen und das sind wahrlich nur die folgenschwersten und schlimmsten von zahllosen anderen.
Die Frage stellt sich tatsächlich immer noch, warum erstens ihre Partei überhaupt noch diese Frau im Amt halten will und zweitens warum sie nach dieser Performance nicht zurückttreten will.
Beides ist letztlich nur noch aus der Angst zu erklären, vom gut gefüllten Fressnapf vertrieben zu werden. Der Bürger wird komplett ignoriert und genau das wird irgendwann trotzdem zurückschlagen.

#4 - 16.01.2019, 13:58 von estark

Liga der Selbstherrlichen

Dieser Typus von Politikern ist wohl weltweit auf dem Vormarsch. Ich mache alles richtig, wenn es schief läuft, sind die Anderen daran schuldig.
Ironische Bemerkung zum Schluss: Liebe Frau May, vielleicht lässt sich das Problem mit der irischen Grenze mit einer Mauer lösen

#5 - 16.01.2019, 13:58 von skeptikerjörg

Was will der Autor uns damit sagen?

Lieber Sascha Zastiral, ist das jetzt der Versuch, die wahren Schuldigen, Boris Johnson, Nigel Farage, David Cameron, usw. reinzuwaschen? So etwas ähnelt Ihr Beitrag dem Credo der deutschen Rechten "Merkel ist Schuld". Theresa May ist sicherlich nicht die charismatische Politikerin, die alles richtig gemacht hat und der man Fehler verzeihen würde, aber letztlich ist sie nur die Verwalterin des Scherbenhaufens, den ihr Cameron nach dem völlig unnötigen Referendum hinterlassen haben und das die Lügen der Populisten Farage, Johnson u.a. entscheidend beeinflusst haben, bevor sie sich selbst vom Acker gemacht haben. Nicht zu vergessen die Rolle des Jeremy Corbyn, ebenfalls Brexiteer, dem es aber in erster Linie um innenpolitische Machtspielchen geht, nicht aber um das Land und noch weniger um das Volk. Ein machtgeiler alter Mann halt, dem der historische Zufall eine Chance zugespielt hat, an die Macht zu gelangen. Aber gut, eine muss die Watschen abbekommen und Theresa May bietet sich gerade an.

#6 - 16.01.2019, 14:03 von pietschko

sorry, aber in einem punkt hat der artikel nicht recht und may recht.
es stimmt, die mehrheit des volkes hat beim referendum für einen austritt nach art des wahlkampfes gestimmt. also einen harten brexit. keine zuwanderung, keine zahlungen, eigene politische souveränität. das geht nur mit einem harten brexit. im prinzip sind die verhandlungen bereits eine verwässerung des ergbenisses des referendums, denn diese würden einige punkte eben nicht herbeiführen.

#7 - 16.01.2019, 14:03 von imailless

Aus der bequemen Situation kritisieren

Ich bin wahrlich kein Anhänger das Brexit und mit Sicherheit auch nicht von Theresa May... und sicherlich hat sie auch Fehler gemacht. Aber die arme Frau ist in einer Situation, in der sie es nahezu niemanden recht machen kann. In der Ablehnung gibt es klare Mehrheiten, für eine konstruktive Lösung allerdings nicht. Die Situation ist dermaßen festgefahren und trotzdem argumentieren die meisten aus einer Idealvorstellung heraus, die selbst keine Mehrheit besitzt. An dem Artikel gefällt mir einfach nicht, dass aus einer bequemen beobachtenden Perspektive gnadenlos geurteilt wird, ohne wirklich zu wissen wie die praktische Lösung aussähe... ich hoffe GB bleibt in der EU

#8 - 16.01.2019, 14:08 von bernie_witzbold

Beeindruckend!

Ich habe mir gestern den größten Teil der Unterhausdebatte angesehen. Der britische Parlamentarismus ist absolut faszinierend. Vorne auf dem Tisch in der Mitte des Hauses liegt das Szepter, ohne das keine Beschlüsse gefasst werden können, dahinter liegen eine ganze Reihe von Büchern (mit Präzedenzfällen, nehme ich an, der Brexit allerdings ist "unprecedented"). Die Regierungschefin und der Chef der Opposition sitzen sich gegenüber. Wenn sie etwas sagen, legen sie ihre jeweiligen Unterlagen auf einer Art kleinen Schatzkiste ab. Adressiert wird immer der "Mr.Speaker", egal, wer gerader zu wem etwas zu sagen hat, andere MPs werden als "my honourable friend", "the honourable" oder gar als "the right honourable" angesprochen. Gefällt den MPs aus dem eigenen Lager etwas, so ertönt ein lautes "hear! hear!", wird es im Haus zu turbulent, schreit der Speaker am Kopfende: "Ooorder!", der gerade Sprechende setzt sich hin, bis Ruhe herrscht, und spricht dann erst weiter.

Bis auf die Mikrophone überall scheint sich seit mindestens Queen Elizabeth der Ersten nichts im Haus verändert zu haben, und der unbefangene Beobachter erhält den Eindruck großer Ernsthaftigkeit, jedenfalls ging es mir gestern so lange so, bis ich fast eindämmerte und die Diskussion mir so vorkam, als fordere man den "right honourable Kasper" auf, doch meinem "honourable friend", dem Krokodil, endlich die Klatsche auf den Kopf zu hauen, weil es doch dabei sein der "honourable Gretel" das Bein abzubeißen, worauf die "right honourable Großmutter" einwirft, es sei vorab zu klären, ob die Klatsche beim rechten oder linken Bein zum Einsatz kommen müsse, worauf sich ein Tumult erhebt und der Schutzmann alle lautstark zur Ordnung ruft.

Ungefähr so wird mir die gestrige Debatte in Erinnerung bleiben, obwohl es natürlich auch einige Abgeordnete gab, die auf den Auftrag ihrer Wähler, den Verlust von Industriearbeitsplätzen, die Abwanderung von Pflegepersonal, das Karfreitagsabkommen und anderes hinwiesen. Aber die blieben eher die Ausnahme.

Das britische Parlament ist eine sehr alte und ehrwürdige Einrichtung, und deshalb fällt es zunächst gar nicht auf, wenn dort absurdes Theater aufgeführt wird, jedenfalls mir ist es erst gegen Ende der Veranstaltung aufgefallen, vielleicht brauchen andere sogar noch länger als ich.

#9 - 16.01.2019, 14:09 von hausfeen

Ich denke auch, dass Rücktritt richtig wäre.

May hat gegen Brexiter und Remainer eine dritte Option gesetzt. So haben beide Flügel des gespaltenen Landes gegen sie gestimmt.

Jetzt sollte sie es an die übergeben, die da mit Nein gestimmt haben. Die wissen es anscheinend besser.

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