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Teherans Milizen im Nahen Osten: Irans schiitische Internationale

REUTERS Iran will mehr Macht in der arabischen Welt. Bagdad und Beirut, Sanaa und Manama, dazu Damaskus: In all diesen Hauptstädten ist die Islamische Republik mit Schiiten-Milizen präsent - teils offen, teils verdeckt.
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#1 - 17.05.2017, 12:38 von eigen

Natürlich der vom Iran ausgehenden religiösen Strömung mit Argwohn zu begegnen. Doch ist sie wirklich schlimmer als der Einfluß Saudi-Arabiens? Beide Mächte destablisieren den Nahen Osten und wirken bis nach Afrika hinein. In Sachen Aufrüstung liegen die Saudis weit vor dem Iran.
Mit dem Zeigefinger auf die bösen Iraner zu zeigen wirkt nur aufrichtig, wenn man im selben Atemzug ehrlich über Saudi-Arabien spricht.

#2 - 17.05.2017, 12:56 von Xantos73

Ah und es geht los...

Genau wie Michael Lüders vorher gesagt hat - kommt ein Republikaner in den USA nach Obama an die Macht, wird als nächstes der Iran geschlachtet. Ein weiterer Artikel der in seinen Inhalten genau dafür die Grundlagen bzgl. Meinungsbildung schafft. Kann ja auch nicht sein das ein Iranischer Staat als letzer nicht pro-westlich eingestellter Öl-Staat da unten sein Ding macht. Wie sagte Pispers so schön - was hat sich der liebe Herr Gott bloß dabei gedacht unser Öl bei denen im Sand zu vergraben. Tja, und bald wird wieder die westliche Freiheit da unten "verteidigt".

#3 - 17.05.2017, 13:04 von Atheist_Crusader

Problem dabei: der Iran ist eine sehr überschaubare Bedrohung - Saudi-Arabien nicht.

Die wichtigste Waffe der Moderne ist Demographie - sie entscheidet wer die Macht hat und wer sie ausübt, wie Kriege ausgehen noch bevor sie begonnen haben. Demographie verändert Regionen und verschiebt Grenzen. Sie bestimmt die Gewinner und Verlierer von heute und morgen.

Und wenn man sich die Demographie mal anschaut, dann sieht es nicht gut aus für die Schiiten. Sie sitzen im Libanon, in Aserbaidschan, im Irak und selbstverständlich im Iran... aber das war es dann auch. Und nur der Iran hat eine wirklich offensiv schiitische Agenda.
Sunniten dagegen machen den Großteil der islamischen Welt aus. Und die richten sich mehrheitlich nach Riad. Das kontrolliert nicht nur viele der heiligsten Stätten des Islams, sondern wirft auch gerne mit Geld um sich.
Das ist schlicht die größere Bedrohung. Und wenn wir wirklich die fiesen, kaltblütigen Imperialisten wären als die verwirrte Linke und Muslime mit Hang zu Verschwörungstheorien uns so gerne sehen, dann würden wir mit dem Iran klüngeln, nicht mit den Saudis. Und sei es nur, damit sie einander beschäftigt genug halten um uns nicht zu stören.

#4 - 17.05.2017, 13:04 von statistic-man

?

Ich verstehe ihr Problem nicht. Das ist ein Artikel über schiitische Milizen und den Einfluss des Irans nicht zu erwähnen würde dem Artikel einiges an wichtiger Hintergrundinformation fehlen lassen. Umgekehrt wird in dem Artikel mehrfach die Politik Saudi-Arabiens, ebenfalls eine wichtige Hintergrundinformation, durchaus kritisch erwähnt.

Was also würden Sie an dem Artikel ändern?? Ihn gar nicht schreiben?

#5 - 17.05.2017, 13:10 von statistic-man

Komisch

Zitat von Xantos73
Genau wie Michael Lüders vorher gesagt hat - kommt ein Republikaner in den USA nach Obama an die Macht, wird als nächstes der Iran geschlachtet. Ein weiterer Artikel der in seinen Inhalten genau dafür die Grundlagen bzgl. Meinungsbildung schafft. Kann ja auch nicht sein das ein Iranischer Staat als letzer nicht pro-westlich eingestellter Öl-Staat da unten sein Ding macht. Wie sagte Pispers so schön - was hat sich der liebe Herr Gott bloß dabei gedacht unser Öl bei denen im Sand zu vergraben. Tja, und bald wird wieder die westliche Freiheit da unten "verteidigt".
Aus welchen Aussagen schließen Sie, dass hier ein Angriff auf den Iran vorbereitet wird? Das die jeweiligen Gruppierungen vom Iran unterstützt werden, ist eine Tatsache. Falls der Artikel irgendwo falsch liegt, klären Sie uns doch auf.

Saudi-Arabiens Politik wird ebenfalls kritisch beleuchtet. Und wenn man dem Artikel eine Aussage in Bezug auf Krieg entlocken kann, dann doch eher die, dass die konventionelle Variante nicht viel bringt (Saudi-Arabien im Jemen: "Während Saudi-Arabien und seine Verbündeten Unsummen ausgeben, um die Huthis zu bekämpfen, ohne dass ihnen das wirklich gelänge [...]".

#6 - 17.05.2017, 13:13 von aus dem Iran

Es ist richtig, dass der Iran im Nahost viel macht hat, aber er benutzt nur seine Macht, um sich zu verteidigen. Dagegen Saudi-Arabia ist leider militant. Bitte nicht die Lage in Jemen und die Rolle der Saudis vergessen. Wer toetet die unschuldigen Kinder und Zivilisten da?

#7 - 17.05.2017, 13:17 von Tevje

Die Perser

sind ein uraltes Kulturvolk un haben mit den Arabern nur die Religion gemein; derzeit geht es ihnen um mehr Einfluß in der islamischen Welt - nicht der arabischen. In letzterer wollen sie wohl nur ihren Stand ggü den Saudis behaupten, auf der politisch-militärischen Ebene. Das sie dabei die Methoden anwenden, die sunnitisch bestimmte Staaten gegen sie anwendeten, mit Unterstützung des Westens, ist verständlich und genauso unschön. Im übrigen sind die Perser / Iraner, bei abnehmender Bedeutung des Erdöls in der Energiewirtschaft, für uns wichtiger, als Saudi-Arabien, weil sie einen Link zwischen Indien-Pakistan-Afghanistan und dem Mittelmeer bilden und noch dazu gute Beziehungen zu Russland haben. Sollte auch Trump wissen, die amerikanischen Geostrategen wissen das schon länger. Ein Einmarsch der Amerikaner in Iran würde in einem Fiasko enden. da die Bevölkerung hinter der Regierung steht.

#8 - 17.05.2017, 13:22 von peterpeterweise

Schiiten sind eine Minderheit im Islam

Innerhalb des Islam sind die Schiiten nur eine kleine Minderheit, die von der sunnitischen Mehrheit als "nicht rechtgläubig" diskriminiert wird. Warum der Westen hier so eindeutig auf der Seiten einer Mehrheit, die eine Minderheit diskriminiert, steht, hat mit der Geschichte zu tun. Das sunnitische Saudi Arabien lieferte selbst während der Ölkrise Erdöl an das amerikanische Militär, um den Einfluss des Kommunismus zu stoppen. Im Iran wurden dagegen amerikanische Botschaftsangehörige als Geiseln genommen. Kurzfristig ist die taktische Entscheidung des Westens, den sunnitischen Islam zu unterstützen nachvollziehbar. Langfristig wäre es aber besser, die militanten Sunniten genau so wenig mit Waffen zu versorgen wie die Schiiten. Denn das Ziel am Ende des innerislamischen Konfliktes steht im Koran. Und anders als die Bibel ist das nicht übertragen, sondern wörtlich zu verstehen.

#9 - 17.05.2017, 13:24 von abc.

@ aus dem Iran

Warum sich Iran in Libanon, Syrien, Irak, einem Teil von Saudi Arabiens und Bahrein selbst verteidigen muss, wird wohl für immer Ihr Geheimnis bleiben. Wir haben es hier mit einem innermuslimischen Religionskrieg zu tun, vergleichbar mit unserem 30jährigen Krieg. Und beide Seiten, sowohl Sunna als auch Shia schrecken dabei vor nichts zurück.

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