Forum
Politik

Theresa Mays Rücktrittsangebot: Der Exit-Deal

Jack Taylor/ Getty Images Nächster Chaos-Tag in Westminster: Die britischen Abgeordneten sagen zu allen Brexit-Optionen Nein. Theresa May dagegen klammert sich an ihren Deal - und greift zum äußersten Mittel.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/2    
#1 - 28.03.2019, 09:43 von mwroer

Also beim besten Willen Herr Hagen - geht es noch einseitiger?

"Wenn die Briten allerdings auch am 12. April nicht wissen, was sie eigentlich wollen, bleibt ihnen wohl nur dies: viele weitere Monate in der EU."

Nein - wenn die Briten nicht wissen was Sie wollen dann fliegen sie ohne Abkommen raus. Wann haben Sie denn beschlossen dass es einen Automatismus 'Brexit-Theater bis in die Ewigkeit' gibt und wie kommen Sie auf die Idee das als Fakt hinzustellen?

Genau so wie diese 'PR Meinung':

"Es ist die größte Angst der EU-Gegner. Sie fürchten, Großbritannien werde einen langen Aufschub des Austritttermins beantragen, falls man sich nicht schnellstens einig wird. Mit dann ungewissem Ausgang."

Das ist nicht die größte Angst der EU-Gegner - das ist MEINE größte Angst und ich bin absolut FÜR die EU. Die Teilnahme Großbritanniens an den Europawahlen mit der dann eintretenden Situation dass sich das UK *jede* Entscheidung die einstimmig getroffen werden muss teuer bezahlen lässt oder blockiert: Das ist das Horrorszenario für jeden Befürworter der EU. Die Blockade der EU ist doch für die Gegner der absolute Traum - da kann man dann so richtig beweisen dass der Laden nix taugt :(

Rücknahme des Austritts oder Brexit vor der Wahl. Das sind die einzigen Optionen 'Pro EU' - alles andere ist Theater von Tusk und Co. Die werden allerdings sehr bald die EU verlassen - und wir sitzen dann da mit ihren 'Abschiedsgeschenken'.

Das ist doch Irrsinn und das die deutsche Presse da freudig für schreibt ist ein Trauerspiel. Da fragt man sich mittlerweile ob die Lust des Journalisten am Chaos und den Schlagzeilen nicht irgendwie überhand genommen hat :(

#2 - 28.03.2019, 10:01 von mirage122

Sie erfüllt Ihre Pflicht!

Und darum bleibt sie nach wie vor an ihrem Sitz kleben. Ihre Pflicht ist es in erster Linie, den jungen Menschen in ihrem Königreich nicht den Weg in die Zukunft zu verbauen. Für ihre Sichtweise habe ich absolut kein Verständnis.

#3 - 28.03.2019, 10:02 von bigroyaleddi

Von EU-Seite sieht das jetzt wie aus?

Also, die Briten bekommen das parlamentrisch nicht gebacken. Hier sehen wir ein Pardebeispiel für die doppelte Verneinung. Kann mir jetzt noch irgendjemand erklären, was jetzt eigentlich Sache ist?

Gehen sie jetzt raus, oder nicht. Oder nur nicht zu dem in 2 Jahren verhandelten Vertrag, Brutal raus will man aber auch nicht. Und Verlängerung sowieso nicht.

Das kann nur in einem knallharten Brexit ohne alles enden. Wäre auch besser so, sonst sind wir Europäer doch nur wieder schuld am erneuten Untergang des britischen Empires.

#4 - 28.03.2019, 10:11 von censio

Wahrscheinlich wird nun auch den hartgesottenen Brexit-Befürwortern langsam klar, der von Ihnen erträumte harte Brexit wird für immer ein Traum bleiben. „It‘s the economy stupid“ , zu eng sind die Verflechtungen mit dem Kontinent und hier ist nunmal die EU tonangebend. Hinzu kommt die Nordirlandfrage, die natürlich auch völlig ausgeklammert wurde. Auf dem Papier wird nun ein Brexit mit Abkommen erfolgen, jedoch bleibt Großbritannien eng an die EU gebunden, nur ohne Mitspracherecht mehr. Auch ohne Abkommen wäre das Ergebnis das Gleiche, nur der Austritt wäre chaotischer.
Die Brexiteers haben genau das Gegenteil erreicht was sie wollten. Großbritannien wird im Beiboot hinter der EU hinterhergezogen, auf der Brücke stehen andere. Die Franzosen haben schon früher erkannt, dass auf der Brücke eines Tankers stehen mehr Spaß macht als Beiboot fahren.

#5 - 28.03.2019, 10:21 von phillyst

Eigentlich gibt es doch nur eine Option - die gesamte Regierung gehört ASAP aufgelöst und Neuwahlen durchgeführt. Sowohl May als auch die ganze Regierung hat mit der Abstimmung gestern gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen. Daran wird auch ein Rücktritt von May nicht viel ändern, sofern die EU nicht einknickt und doch nochmal komplett neu verhandelt - was ich nicht hoffe. Statt einem zweiten Referendum also eine ordentliche Neuwahl - dann sieht man ja, was das Volk will, die entsprechende(n) Partei(en) dürften kein Problem haben, eine Mehrheit zu bekommen. Sowohl Brexiteers als auch NonBrexiteers dürften ausreichend motiviert sein, dieses mal ihre Stimme abzugeben.

#6 - 28.03.2019, 10:30 von gossenphilosoph

Zurücknahme des §50

Stand heute ist - das Unterhaus will keinen No-Deal und sonst wird alles abgelehnt. Das war die Lage seit Dezember. Es wird darauf hinaus laufen das die britische Regierung am 11.April ihren Scheidungsantrag von der EU zurück nehmen muss. Sollte die Regierung den Parlamentsbeschlüssen folgen - also außer Spesen nix gewesen. Die Schäden die verursacht wurden sind Wasser auf die Mühlen all jener EU-kritischen und EU-feindlichen Parteien. Da passt es ja das demnächst das EU-Parlament neu gewählt wird. Das Horror-Szenario für Pro-Europäer ist das diese Parteien dann eine Mehrheit in dem Parlament stellen werden. Danke Großbritannien. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
P.s. das Blockade Spiel ist keine Einbahnstraße, auch die haben Interessen die blockiert werden können.

#7 - 28.03.2019, 10:33 von hzj

Brexit absagen!

Da Regierung und Parlament in UK nicht keine Entscheidung treffen können, ist das doch auch eine Entscheidung. Und die lautet: Brexit absagen!
Wie lange dauert es eigentlich, die EU Wahlen vorzubereiten? Dazu braucht man Parteien, Listen, Kandidaten, Überprüfungen auf Rechtsgültigkeit der Bewerber, Druck der Wahlzettel, Organisation der Wahl und all das muss bis zum Wahltermin erledigt sein.
Gut wäre natürlich auch, wenn die Kandidaten ein Programm hätten. Aber ein glaubwürdiges Wahlprogramm, das nicht nur Chaos verspricht, werden weder Labour noch Tories und erst recht nicht die Brexeteers innerrhalb und außerhalb dieser Parteien hinbekommen. Trotzdem, kein Austritt => Teilnahme an den Europawahlen!
Vielleicht ist der Exit vom Brexit ja auch das klammheimliche Ziel von May, seit sie die Wahl nach dem Referendum so krachend verloren hat? Demaskieren der Brexeteers und ihrer verlogenen Versprechen, Aufstand oder zumindest Demos der Brexit Betroffenen, Blockade des Brexit mit allen Mitteln, bis alle, die noch einen Funken Verantwortungsgefühl haben, nur noch den Brexit abbrechen können.
Außer EU Wahlen sollten in UK auch schleunigst Neuwahlen stattfinden, um all die verlogenen und unfähigen Abgeordneten auszutauschen, damit in UK endlich wieder sachbezogene Politik gemacht werden kann.

#8 - 28.03.2019, 10:34 von flytogether

Sorry

aber das verstehe ich nicht. Was hat der Rücktritt von der Premierministerin mit dem Inhalt des Brexitsvertrages zu tun? Ändert sich im Vertragsverhältnis irgend etwas wenn Frau May zurücktritt? An was stören sich die Briten? Am Vertrag oder an Frau May? Sind die Parlamentarier alle beleidigte Mimosen oder sind sie Volksvertreter, die auf Grund von Sachzwängen zum Wohle der Wähler handeln?

#9 - 28.03.2019, 11:00 von gilowyn

Versteh ich nicht

“viele weitere Monate in der EU.” Wie soll das gehen? Sie haben nur die Option, Artikel 50 zurückzuziehen, und das darf doch nur geschehen, wenn sie in dem Moment überzeugt davon sind, dass sie wirklich bleiben wollen - und nicht, um das ganze Theater direkt im Anschluss von vorne zu beginnen. Zweites Referendum, weitere Verhandlungen etc - die gehen nur außerhalb der EU, denn es wurde bereits ausgeschlossen, dass sie an den Wahlen im Mai teilnehmen. Ich bezweifel, dass sie sich in den vorliegenden Deal erpressen lassen, egal ob May zurücktritt oder nicht - entsprechend ist die Fahrt doch am 12.4. eh zuende.

    Seite 1/2