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Zweite TV-Debatte der US-Demokraten: Drei Gewinner, viele Verlierer

Wilfredo Lee/ AP Wer tritt 2020 gegen Donald Trump an? Bei der zweiten TV-Debatte der US-Demokraten überzeugte überraschend Senatorin Kamala Harris. Spitzenreiter Joe Biden und Bernie Sanders dagegen gerieten aus der Spur.
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#10 - 28.06.2019, 09:31 von Actionscript

Die Zeiten haben sich verändert.

Zitat von kzs.games
ich (25) verstehe nicht, was an der "Politik der Alten" (Joe Biden etc.) so schlecht sein soll. es ist schließlich diese Politik die uns zu dem gebracht hat was wir haben. man kann sagen was man will, aber es geht uns ziemlich gut (Mal vergleichen mit Afrika, Südamerika, dem nahen Osten). und ich hab lieber jemand mit Lebenserfahrung und einer soliden Position als politischen Führer als so'n snowflake-politiker aus meiner Generation der komplett verweichlicht ist und überall emotional argumentiert und die Opfer-Karte zieht. ich hätte auch lieber eine "Mad Dog" Mattis als Verteidigungsminister als ne V.D.L., der anscheinend alles wichtiger ist als der tatsächliche Kampfwert der Truppe
Abgesehen von Biden's hohem Alter können die momentanen Probleme in den USA nicht mit kleinen Reförmchen gelöst werden. Auch gibt es keine Zusammenarbeit mit den Republikanern, wie Biden es will. Die Republikaner sind wie die AFD in Deutschland. Die wollen eine Diktatur des bisherigen Präsidenten und eine total reaktionäre antisoziale Politik wie zB weniger Geld für Medicare und Social Security, Abschaffung der momentanen Krankenversicherung, Abschaffung der Abtreibung und totale Privatisierung. Da braucht es einen aggressiven Kandidaten, der es mit den Republikanern aufnehmen kann, und Joe Biden ist dafür ungeeignet. Die paar Republikaner, mit denen man vielleicht noch verhandeln wenn überhaupt, gibt es nicht mehr. Auch die Trump Steuerreform muss sofort wieder komplett rückgängig gemacht werden. In Kalifornien wird sogar als Experiment ein Grundeinkommen für alle ausprobiert. Dafür braucht man keine alteingesessenen Politiker. Auch um die Wohnungsprobleme zu lösen, braucht es Kandidaten mit radikaleren Ideen wie Warren oder Harris.

#11 - 28.06.2019, 09:37 von ecnis

Alles klar?

Na, dann ist ja alles klar - wenn denn westeuropäische Hauptstadtjournalisten und ihr us-amerikanisches Bekanntenumfeld die Wahlbuerger wären. Sind sie aber nicht. Und es wird mit Spannung zu beobachten sein, ob denn diesmal europäisches Wunschdenken und us-amerikanisches Abstimmungsverhalten jenseits von New York, Washington und Kalifornien zumindest in eine Nähe kommen ...

#12 - 28.06.2019, 09:48 von aggro_aggro

Greise

Biden und Sanders sind die "bekanntesten" und damit aussichtsreichsten Kandidaten der Demokraten.
Jahrgang 1942 bzw 1941. Die werden also zu Beginn ihrer ersten Amtszeit 80 Jahre alt - das kann doch wohl nicht ernst gemeint sein.
Ist von vornherein keine zweite Amtszeit eingeplant? Sind sie fit genug für jahrelange rund-um-die-Uhr-Belastung? Wählt man eventuell sogar eher den entsprechenden Vize-Präsidenten?
Trump ist schon sehr alt, hat eine völlig aus der Zeit gefallene Sozialisierung und arbeitet viel zu wenig. Die Demokraten brauchen einen Gegenentwurf, Kamala Harris scheint da geeignet.

#13 - 28.06.2019, 09:54 von aysnvaust

Natürlich...

...kann in einem Format wie SPON und auch angesichts des großen Bewerberfeldes bei den Dems nur eine sehr verkürzte Darstellung der Teilnehmer erfolgen. Ist mir schon klar. Ich empfehle allerdings jedem, der am US of A Wahlkampf interessiert ist, sich auf eigene Faust ins Internet zu stürzen und Infos zu sammeln; mir als interessiertem Beobachter der US-Politik fehlen jedenfalls einige Informationen, die zu einem vollständigerem Bild der einzelnen Kandidaten beigetragen hätten. Nur ein Beispiel aus vielen möglichen: der in Kommentar #1 positiv erwähnte Joe Biden ist für mich aus vielen Gründen eine denkbar schlechte Alternative, und bei mir persönlich "unten durch", seit er die damals noch in Funktion als Professorin bei einer Anhörung auftretende E. Warren auf extrem "cringeworthy" Art abkanzelte ("Yes, you are a very good professor" - genauen Wortlaut habe ich gerade nicht im Kopf, aber das war der Grundtenor - im Tonfall, in dem man seinen Hund für ein gelungenes Kunststückchen lobt, nachdem sie klar belegbare Fakten zu einem Thema präsentiert hatte, die ihm nicht in den Kram passten). Wie gesagt, nur ein Beispiel, zu fast jedem anderen Kandidaten fallen mir ebenso weitere Fakten ein, die ich hier gerne gelesen hätte. Für einen sehr groben Überblick mag dieser Artikel reichen, zur Meinungsbildung kann er allerdings nur bedingt beitragen.

#14 - 28.06.2019, 09:54 von andneu

@kzs.games

Zitat von kzs.games
als so'n snowflake-politiker aus meiner Generation der komplett verweichlicht ist und überall emotional argumentiert und die Opfer-Karte zieht.
Ob man mit solchen ideologischen Klichées junge Menschen ernsthaft dafür begeistern kann, "alte" Politiker zu wählen? ;-)

Bernie Sanders ist übrigens gerade bei jungen Menschen sehr populär. Und besonders jung ist der ja auch nicht gerade.

#15 - 28.06.2019, 10:20 von Phil2302

Verstehe es nicht gsbz

Sie schreiben, Williamson sei eine Gewinnerin des Abends, und dann: "Leider dürfte das in einem Selbsthilfeseminar mehr Nachhall haben als im US-Präsidentschaftswahlkampf." Ja was denn jetzt?

#16 - 28.06.2019, 10:28 von cipo

Zitat von pnegi
...SPON ist wieder mal auf der falschen Spur. Ich habe den Artikel Ihrer Kollegen zur ersten Runde nochmal gelesen, da wird die laut Google Trends eindeutige Siegerin der Debatte mit einem einzigen Satz zittiert.
Ich glaube eher, Sie sind auf der falschen Spur. Google Trends ermittelt lediglich, nach welchem Kandidaten am meisten gegooglet wurde. Das kann aber jede Menge Gründe haben.

#17 - 28.06.2019, 11:28 von friedrich_eckard

Ich habe mich an der Aussage, Sanders sei zu den Verlierern zu zählen, auch gestossen... wenn sich jetzt in etwa dieselben politischen Fragen stellen wie im letzten Vorwahlkampf, dann können doch seine Antworten auch nur diesselben sein - Originalitätshascherei dürfte dem Mann nun so gar nicht zu Gesicht stehen.

Sie haben natürlich Recht damit, dass inzwischen eine ganze Reihe demokratischer Kandidat/inn/en auf den Zug aufgesprungen sind, den Sanders auf die Gleise gesetzt hat, wogegen m.E. allerdings auch gar nichts einzuwenden ist, und wenn es statt Sanders etwa Warren wird, die ähnliche Positionen vertritt, die aber einige Lebensjahre weniger drücken müsste man ja deswegen nicht unbedingt unglücklich sein.

Ich fürchte aber immer noch, dass das demokratische Parteistablishment, die "Seahomer" sozusagen, jemanden durchzudrücken suchen wird, der/die bei den Machthabern in Wallstreet kein Stirnrunzeln hervorruft, wobei billigend in Kauf genommen werden wird, Herrn Tronald Dumpf zur Wiederwahl zu verhelfen - nur ja umHimmelswillen kein/e "Linke/r"...

#18 - 28.06.2019, 12:04 von kajoter

@ #11

Sie übersehen wie viele andere, dass New York, Washington, West- und Ostküste eben auch Teile der USA sind. Und zwar die wirtschaftlich stärksten, die zudem über die besten Bildungsmöglichkeiten und das stärste Innovationspotential verfügen.
Sie stellen de facto die Lokomotive des ganzen Landes dar. Bezüglich Ihres Europa-Bashing zitiere ich einen guten Freund aus New York, der meinte, dass man dort Europäern deutlich näher stünde als z.B. Texanern. Die betrachtete man häufig als etwas exotische Touristen. Mit anderen Worten: Die "echten" Amerikaner sind eben nicht ausschließlich die "Good Old Boys".

#19 - 28.06.2019, 13:15 von bigmitt

Sanders ist das....

...." Original" und er ist in seinen gepredigten Werten und Anliegen konstant, und das seit Jahrzehnten was wird ihm jetzt negativ angekreidet wird ? Die meisten " progressiven" Kandidaten sind copycats. Lediglich Tulsi Gabbard vertrat ähnliche Positionen derart vehement wie Sanders 2016. Nur weil er in einem riesigen Feld an Kandidaten nicht mehr als der offensichtliche Gegenpol zu den Konservativen wahrgenommen wird , ist Bernie kein schlechterer Kandidat geworden. Ich würde immer das Original den Kopien vorziehen.
Sieger waren imo Gabbard und DiBlasio , sowie Sanders und Buttigieg. Vor allem letzterer wird in den Umfragen deutlich zulegen.

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