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Was Einheimische an Touristen nervt: Liebe Italien-Urlauber - hört auf, uns zu imitie

AFP Deutsche Pseudo-Italiener, Indien-Backpacker auf Selbstfindungstrip, geschwätzige Touristen in der Londoner U-Bahn: Manche Verhaltensweisen von Reisenden gehen Einheimischen ganz schön auf den Zeiger. Eine Auswahl.
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#1 - 28.07.2017, 12:06 von rips55

Sprachignoranten

Leider arbeite ich zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor in Berlin und hab dort täglich mit Touristen zu tun. Mich nerven am Meisten die Reisenden, die in ihrer Heimatsprache umfangreiche Fragen stellen und Auskünfte haben wollen, die sie mit zwei Klicks im Smartphone finden. Dabei fragen sie nicht mal ob man ihre Sprache kann und geben sich keinerlei Mühe verständlich zu sprechen.

#2 - 28.07.2017, 12:10 von kraftmeier2000

Bin schon sehr viel

gereist in meinem Leben, und kann dieses seltsame nachahmen vieler Touristen z. B. die Begrüßung in Thailand, auch nicht nachvollziehen, meist sehen diese Menschen einfach nur lächerlich aus, und grüßen dann auch nicht korrekt. Ich belasse es dabei freundlich zu grüßen, und verrenke mich dabei auch nicht, und es kommt an, und ist auch vollkommen ausreichend.
Somit kann ich diese „Beschwerden“ der einheimischen auch vollkommen verstehen.

#3 - 28.07.2017, 12:38 von serenity2012

naja...

Ich finde es erstmal nicht verwerflich, wenn sich Touristen mit dem "Wai" (der thailändischen Begrüßung) versuchen. Immer wieder wird Touristen eingepaukt, sie sollen ein paar Worte der Landessprache lernen, sich mit einheimischen Sitten vertraut machen, usw. aber dann ist es auch wieder nicht recht, wenn sowas dann versucht wird.

Auch den Inder, der wegen der Kleidung rummeckert, finde ich grenzwertig. Rege ich mich auf, wenn Inder in Europa im Anzug statt im Dhoti und der Kurta unterwegs sind? Ich finde den indischen Salwar Kameez herrlich bequem und habe ihn in Indien auch gerne getragen. Klar, der Sari sieht an bleichen Westfrauen ein bisschen seltsam aus und würde mich hier in Deutschland auch zum Kichern anregen, aber warum in anderen Ländern nicht auch deren Kleidung tragen?

Da kann ich eher den Herrn aus London verstehen, bzw. generell die Klage über laut in ihrer Muttersprache palavernde Touris, die meinen, sie werden eh nicht verstanden. Selbst wenn nicht, nervt die Lautstärke. Generell nervt mich auch (unabhängig von der Nationalität) wenn Touris in Großstädten langsam latschen, stehenbleiben und rumgaffen und dabei ständig den Einheimischen im Weg stehen. Ganz große Klasse in London: Die Leute, die in der U-Bahn direkt oben oder unten an der Rolltreppe stehenbleiben um sich zu orientieren oder ihren Trupp zu versammeln und dabei allen anderen im Weg stehen.

#4 - 28.07.2017, 12:47 von Max Super-Powers

Laufen wir im Ausland in Shorts+Socken+Sandalen herum, wird gemeckert
Laufen wir im Ausland in einheimischer Kleidung herum, wird gemeckert
Benehmen wir uns im Ausland wie typische Deutsche, wird gemeckert
Benehmen wir uns im Ausland mit Respekt vor den einheimischen Sitten, wird gemeckert

Ehrlich, manchmal habe ich den Eindruck, wie man es macht, ist es falsch. Zumal ich mich eines Gedankens nicht erweren kann: Würde ein deutsches Magazin solche Klischees über ausländische Touristen schreiben, die hier zu Gast sind, dann ginge es aber rund...

#5 - 28.07.2017, 12:48 von weem

Wenn man sich nicht sicher ist..

...einfach höflich in Deutsch bestellen oder grüßen. War selbst gerade für ein paar Tage in Italien. Hörte des öfteren in den Cafes die Bestellungen "due Expressos prego" oder beim verlasse des Lokals ein total übertriebenes "Ciao ragazzo (a)". wobei regelmäßig die Endung falsch verwendet wurde...Gruselig!

#6 - 28.07.2017, 12:52 von Paddel2

Lifestyle-Touris

Der Artikel hat mich sehr zum Lachen gebracht. Ich kenne in meinem Umfeld genügend "Lifestyle-Urlauber", die einen auf einheimisch in der Fremde machen. Sie inszenieren sich gerne als arme Leute aus Deutschland, die es mit wenig Budget schaffen, das "Abenteuer Reise" zu meistern. Chapeau! Was diese Leute übersehen ist ihre weiterhin privilegierte Stellung, denn zum Reisen braucht man Zeit (haben Einheimisch in ärmeren Ländern in der Regel nicht) und zu Hause wartet ein soziales Auffangnetz. Dazu ist der deutsche Pass das beste Versicherungsdokument der Welt.
Wenn man wirklich etwas für die Menschen in fernen Ländern tun möchte, dann sollte man seine Privilegien nutzen, Geld verdienen und in der Fremde im Urlaub großzügig ausgeben. Das ist besser als sinnlos in irgendwelchen Ecken zu hocken, sich das Hirn rauszuqualmen und Einheimischen das Geld wegzubetteln.

#7 - 28.07.2017, 13:00 von Steve111

Die Leute sollen ihre Freiheit haben....

...auch in der U Bahn ein Gespräch führen zu dürfen.Zu Toleranz gegenüber den
Mitmenschen gehört auch, so etwas einfach mal zu dulden.Wenn es zudem noch
in einer fremden Sprache ist, so ist mir das mitunter noch lieber, als zwangsweise
dem Thema des Gespräches folgen zu müssen.Wer damit partout nicht klarkommt,
soll sich Ohrenstöpsel kaufen, oder ein eigenes Auto.

#8 - 28.07.2017, 13:04 von tinaho

Alles nachvollziehbar, aber...

....ich finde öffentliches Touristen-Bashing ziemlich daneben. Hat ein bisschen etwas von "Bezahlt, lasst Euer Geld hier, aber geht uns nicht auf die Nerven."
Klar nerven Touristen schon einmal, aber wenn ich in London wohne, kann ich keine Ruhe erwarten (bin selbst als Arbeitende dort täglich tube gefahren, ist wirklich elitär über ein paar palavernde Südeuropäer zu maulen), Fußgänger auf Radwegen nerven auch (man riskiert auch in Berlin sein Leben) und es gibt noch mehr Ärgernisse.
Aber statt Kleinigkeiten zu beklagen, die der Tourismus zwangsläufig mit sich bringt (mehr Menschen, mehr Lärm, weniger Ordnung) sollte man es mit Humor nehmen.
Schönen Urlaub!

#9 - 28.07.2017, 13:08 von mitverlaub

Alle GENERVTEN

sollten nicht vergessen, daß Touristen viel Geld in das jeweilige Land der Genervten bringen und sich mit manchen Angewohnheiten von Touristen einfach abfinden müssen oder die bleiben einfach weg, und dann sind Strände, Einkaufstempel, Restaurants und viele andere Orte, wo Touristen viel Geld lassen, einfach leer.

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