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Deutsche Fußballerinnen bei der WM: Operation am offenen Herzen

Michel Spingler / AP Siege gegen China und Spanien, noch kein Gegentor, so gut wie im Achtelfinale: Deutschlands Fußballerinnen rauschen nur so durch die Weltmeisterschaft. Von wegen!
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#1 - 13.06.2019, 15:43 von andibaer

Na ja

Grundsätzlich stimme ich der Analyse zu. Allerdings ist Herr Löw ja 2018 unter anderem deshalb gescheitert, weil er sich bzw. die Mannschaft nicht auf unterschiedliche Gegner einstellen konnte. MVT hat gegen die überaus hart agierenden Chinesinnen ebenso ein Mittel gefunden wie ohne ihre Spielmacherin gegen spielerisch starke Spanierinnen. Und die passenden Spielerinnen und ein bisschen Glück braucht man natürlich auch. Wenn diese Mischung weiter so funktioniert und keine Störungen hinzukommen (z.B. weitere Ausfälle), sehe ich durchaus Potential für das Halbfinale. Aber wie immer im Fußball kann es auch ganz anders kommen.

#2 - 13.06.2019, 17:05 von justus65

Ergebnis zählt

Ja, das Ergebnis zählt, wer gewinnt hat recht. Eine Spende für das Phrasenschwein ist wohl fällig. Deutschland hatte gestern an Ende sogar mehr gute Chancen, aber wie das Spiel ablief gibt doch zu denken. Viel zu viele Pässe auf gut Glück, viele Pässe auch über kurze Distanzen so, dass die eigene Mitspielerin kein Chance auf den Ball hatte, sondern die Gegenspielerin die bessere Position hatte. Das sah bei den Spanierinnen schon eher nach Fußball aus. Vor Beginn der WM hat man/frau sich oft beschwert, dass der Frauenfußball nicht die gleiche Aufmerksamkeit und die gleichen Prämien bekommt wie der Männerfußball. Also, wer die ersten Spiele der WM verfolgt hat, für den stellt sich diese Frage mit Sicherheit nicht mehr. Man stellt sich eher die Frage, warum derart viel Sendezeit für derartige Leistungen belegt wird und die Sender für diese Übertragungen auch noch Geld bezahlen. Fußball auf diesem Niveau kann man in vielen Dorfclubs im Amateurbereich bewundern, da gehört es hin und es ist gut, dass darüber mediales Schweigen herrscht (außer in den Lokalnachrichten). ie dortige mediale Aufmerksamkeit und die dort vorhandene finanzielle Begleitung wären durchaus angemessen.

#3 - 13.06.2019, 17:18 von ray05

Der Autor scheint wesentlich mehr erwartet zu haben. Womöglich schwelgt er noch in den alten Zeiten, als die deutschen Frauen gerade mal die USA zu fürchten hatten und ansonsten lediglich über die Höhe der Siege diskutiert wurde. :)

Diese Phase der klaren Dominanz gehört dauerhaft der Vergangenheit an und zwar naturgemäß. Als in England, Frankreich, Holland und Spanien endlich der Frauenfußball (mit Verspätung) gefördert und professionalisiert wurde, war eigentlich klar, dass dort der Rückstand auf Deutschland (und die Skandinavier) sukzessive verringert werden würde. Die sind ja nicht gottgewollt schwächer als die Unsrigen.

Heute haben wir in Europa keinen klaren Favoriten mehr, ganz wie bei den Männern spielen sechs oder sieben Teams auf nahezu gleichem Spitzenniveau. Wenn man das weiß, dann kann man die Leistung gestern gegen Spanien auch angemessen wurdigen: nämlich als einen bravourösen Kampf der sehr jungen deutschen Mannschaft. Ja, dass selbst das Siegtor noch gegrätscht worden ist, mag derzeit als Sinnbild verlorengegangener technisch-taktischer Dominanz dastehen, aber es steht auch da als Sinnbild dafür, dass sich die Truppe zu wehren weiß.

#4 - 13.06.2019, 17:56 von ptb29

Ja aber, gewonnen haben sie, oder?

Auch im Frauenfussball gibt es keine leichten Gegner mehr. Die deutschen Frauen haben nicht haushoch überlegen gespielt, sie haben trotzdem gewonnen.

#5 - 13.06.2019, 18:26 von dr.joe.66

Ich fand es gut!

@justus65: Meine Güte, mein Neffe läuft auf 100 m auch schneller als die Olympiasiegerin bei den Frauen... Diese Vergleiche sind total unsinnig. Dann schauen sie doch Amateurfußball...
Ich fand die Spiele bisher alle gut und interessant. Und die jungen Spielerinnen haben echt meinen Respekt.

#6 - 13.06.2019, 19:19 von zaunreiter35

Ich habe

bis jetzt fast jede Mannschaft spielen sehen. Und bis auf die Amis, die sich gegen eine körperlos spielende asiatische Mannschaft in einen Torrausch gespielt haben, sah ich bisher noch keinen weltmeisterlichen Auftritt. Da gibt es wie 2011 eine Heim-Mannschaft, die auch mit dem Druck des Gewinnen-Müssens umgehen muss. Da sind die gesteigerten Erwartungen jeder einzelnen Spielerin von England, Niederlande, Kanada und dem Druck aus der Heimat.
Beeindruckt haben mich der Kampfgeist der Gauchas, der Schottinnen und der Wille Italiens.
Also bis zum Halbfinale ist für die geheimen und die offenen Favoriten noch alles drin.

#7 - 13.06.2019, 19:38 von ray05

Es gibt eine Zeit zu tanzen, und es gibt eine Zeit zu grätschen. [Hemingway] :)

#8 - 13.06.2019, 19:59 von srbler

perfekt

jusus65, habe mir sehr bewußt dieses spiel angeschaut , um mir mal ein bild machen zu können, klar von nur einem spiel auf komplett grundzätzliches zu schließen wäre nicht fundiert aber wenn das was unsere frauen da gestern gespielt haben in irgendeiner weise gut war, hmm
ich fand es ganz übel, fußball spielen is anders

#9 - 13.06.2019, 22:55 von kopi4

Schlecht spielen und gewinnen? Da können ja auch Nationalmannschaften der Männer ein Wörtchen mitreden. 1982,1986,2002 hat Man(n) sich ins Endspiel gerumpelt, wenn die Frauen auch soweit kommen ist alles gut.

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