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Torhüterinnen im WM-Halbfinale: Glanzparaden statt Slapstickeinlagen

Jean-Pierre Clatot / AFP Früher sorgten Torhüterinnen mit katastrophalen Patzern für Gesprächsstoff. Bei der WM in Frankreich ist davon nichts mehr zu sehen - im Gegenteil: Die Keeperinnen haben ihre Teams ins Finale geführt.
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#1 - 04.07.2019, 08:03 von Barças Superstar

Stimmt

Die Torhüterinnen beider Finalisten sind sehr gut. Überhaupt heben sich die Top 4 durch deutlich bessere Technik, Ballbehandlung und den Blick für Bewegungsabläufe ab. Die Fehlpassquote ist dennoch zu hoch, da haben alle noch Luft nach oben.

#2 - 04.07.2019, 08:45 von polza_mancini

Ähm...

ja, da waren ein paar gute Paraden dabei, der Elfmeter der Engländerin auf D-Jugend-Niveau gehört aber wohl nicht unbedingt dazu bzw. war allenfalls episch schlecht. Zumindest bei den letzten 4 Mannschaften scheint in der Tat eine Qualitätssteigerung zu sehen zu sein, nach unten ging auch wenig. Das trifft leider auch nicht auf das Gros der Mannschaften, selbst unsere, zu. Was Almuth Schult vor der WM für Einlagen gezeigt hat (Japan), erinnerte doch stark an damals. Läuft, wird noch ein bisschen Zeit brauchen, zu früh für Jubel-Arien...

#3 - 04.07.2019, 10:00 von s.l.bln

Die Konzentration....

...auf Torwartleistungen zeigt, wie unterirdisch das Spiel gestern war.
Schade daß die Dramaturgie der WM das gefühlte Finalspiel (England USA) bereits vorweggenommen hat.
Nachdem, was die Holländerinnen gestern gezeigt haben, wird das Finale wohl eine ziemlich einseitige Veranstaltung werden.

#4 - 04.07.2019, 10:03 von im_ernst_56

Naja

Die Aussage, dass die Torfrauen sich stark verbessert haben, kann man für die Halbfinalspiele so stehen lassen, für die Gesamtschau der WM ist das aber nicht zutreffend. Große Probleme haben viele Torfrauen immer noch bei der Strafraumbeherrschung und bei scharf geschossenen hohen Bällen. In der Gruppenphase und im Achtelfinale sind etliche Tore gefallen, die durchaus haltbar erschienen. Es ist wie überall im Frauenfußball. Er hat natürlich Fortschritte gemacht, aber der Abstand zum Männerfußball ist nicht wesentlich geringer geworden, weil der sich auch weiterentwickelt hat.

#5 - 04.07.2019, 11:25 von briancornway

Torfrau top

Zitat von im_ernst_56
Es ist wie überall im Frauenfußball. Er hat natürlich Fortschritte gemacht, aber der Abstand zum Männerfußball ist nicht wesentlich geringer geworden, weil der sich auch weiterentwickelt hat.
Argwöhnisch wird der Frauenfußball beobachtet, in der Sorge, es könnte ein bisschen Aufmerksamkeit und Ruhm für die Frauen abfallen, der eigentlich den echten Fußball-Männern zusteht.

Natürlich wird nicht versucht, den Fußballsport der Frauen an den der Männer anzugleichen, das ist ja nicht das Maß aller Dinge.

Eine handvoll Mannschaften ist inzwischen den DFB-Damen klar überlegen, aber in Sachen Torwart sind wir immer noch bei den Topleuten dabei.

#6 - 04.07.2019, 13:15 von ray05

Zitat von briancornway
Argwöhnisch wird der Frauenfußball beobachtet, in der Sorge, es könnte ein bisschen Aufmerksamkeit und Ruhm für die Frauen abfallen, der eigentlich den echten Fußball-Männern zusteht. Natürlich wird nicht versucht, den Fußballsport der Frauen an den der Männer anzugleichen, das ist ja nicht das Maß aller Dinge. Eine handvoll Mannschaften ist inzwischen den DFB-Damen klar überlegen, aber in Sachen Torwart sind wir immer noch bei den Topleuten dabei.
Ja. Beim Betrachten des phantastischen Spiels ENG vs USA stellte ich fest, dass mit Ausnahme der wackeren Almuth Schult wohl keine einzige deutsche Spielerin da hätte mithalten können. Auch nicht Däbritz und Gwinn. Leider kam es bei dieser WM nicht zu einem direkten Duell der Unsrigen gegen die Amerikanerinnen; die grausame Wahrheit wäre auf'm Platz direkt augenfällig geworden und hätte wie ein Weckruf für unseren dahindümpelnden Frauenfußball wirken können. Mich würde mal interessieren, wie und in welchem Umfang die Amis trainieren. Wir sind hintendran und gehen wieder in die Lehre.

#7 - 04.07.2019, 13:19 von im_ernst_56

In Sachen Torwart sind wir immer noch bei den Topleuten dabei

Zitat von briancornway
Argwöhnisch wird der Frauenfußball beobachtet, in der Sorge, es könnte ein bisschen Aufmerksamkeit und Ruhm für die Frauen abfallen, der eigentlich den echten Fußball-Männern zusteht. Natürlich wird nicht versucht, den Fußballsport der Frauen an den der Männer anzugleichen, das ist ja nicht das Maß aller Dinge. Eine handvoll Mannschaften ist inzwischen den DFB-Damen klar überlegen, aber in Sachen Torwart sind wir immer noch bei den Topleuten dabei.
Da geben ich Ihnen recht. Die Vorbehalte, die es vor der WM gegen Almut Schulte vom VfL Wolfsburg gab, haben sich m.E. nicht bewahrheitet. Sie wirkte immer sicher und souverän. An den beiden Toren gegen Schweden (vorher hatte sie kein Gegentor bekommen) war sie schuldlos. Der Kopfball aus kurzer Entfernung gegen die Laufrichtung zum 1:2 ließ sich nicht anders abwehren. Sie wurde von der Abwehr im Stich gelassen. Auch ihre Vorgängerinnen, Nadine Angerer und Silke Rottenberg, gehörten international zu den Toptorfrauen. Ob bei den Männern oder Frauen, auf der Position hatten wir nie ein Problem.

#8 - 04.07.2019, 17:17 von Oskaraus der Tonne

Zitat von tomwing
Fürwahr!! Die Bezeichnung Frauen-"Fußball" ist eine Beleidigung für jeden Fußballer! Mein Vorschlag für diese Sportart: Frauen-Kreischball oder Frauen-Kullerball!
Sonst haben Sie aber keine Komplexe zu bewältigen?

#9 - 05.07.2019, 10:57 von el_tigre

Schönrederei hilft dem Frauenfußball nicht

Reflektiert man die komplette Spieldauer und nimmt nicht nur die eine oder andere gute Parade in die Bewertung, kann man von sicheren Rückhalten selten sprechen. Auch die hier gelobten Torfrauen irren durch den Strafraum, lassen einfach Bälle fallen, kleben auf der Linie oder schätzen Situationen regelmäßig falsch ein. Die aufgesetzte Schönrederei hilft niemanden und verbessert auch nichts. Wenn ich Sätze höre, wie "das Nivieau des Frauenfußballs muss sich vor dem Männerfußball nicht mehr verstecken", dann bekomme ich einen Schreikrampf. Der Vergleich an sich ist einfach unpassend, gnadenlos dumm und hat mit Fußball nicht zu tun, sondern ist politisch motiviert und wird gezwungenermaßen medial getrieben. Berichte und Moderationen über die Qualität und den Stellenwert des Frauenfußballs gehen soweit an der Realität vorbei, vieles wirkt wie eine billige Kopie der Muppet-Show! Angesichts solcher Darstellungen und Berichterstattungen fehlen mir weitere Worte...

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