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Wirtschaft

360.000 Bürger ausgewandert: Griechenland laufen die hochqualifizierten jungen Mensch

AFP Wegen der Wirtschaftskrise sind im laufenden Jahrzehnt insgesamt rund 360.000 Griechen ausgewandert - darunter viele Ärzte, Krankenpfleger, Ingenieure. Die Folgen für das Land sind erheblich.
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#1 - 31.12.2018, 09:09 von Einhorn

Hilfsprogramm ist ein böser Euphemismus

Man hat das Land ausgepresst und mit dem Resultat die Banken gefüttert. Und jetzt so zu tun als ob "ausgerechnet" die qualifizierten Menschen auswandern ist unterirdisch. Wohin sollen die Bauern denn gehen? Wer von uns würde in einem Land leben wollen, in dem große Teile der Menschen ohne Strom, ohne Krankenversicherung und ohne Hoffnung sind? Wer, der eine gute Ausbildung und die nötigen Sprachkenntnisse hat, würde nicht gehen und sein Glück andersow versuchen?

Griechenland verdankt den aktuellen Zustand der sogenannten Troika und ihrer Weitsicht. Entweder wusste auch unser Herr Schäuble, womit er es zu tun hatte als Griechenland EU-Mitglied wurde - oder er war nicht annähernd kompetent für solch eine Wirtschaftsbetrachtung. Und dann auch nicht für die sogenannte "Rettung".

#2 - 31.12.2018, 09:11 von j.soergel

Ist schon komisch...

genau vor diesen realen Anpassungsmechanismen wurde schon mit der Einführung des Euro gewarnt und sind auch schon seit 150 Jahren die Grundlage des Mezzogiorno-Problems in Italien... die Binnenmigration von gut Qualifizierten in der Eurozone in Richtung z.B. Deutschland ist weiterhin enorm, so dass das Leitbild der ökonomischen Konvergenz eine politische Illusion bleibt... unser Arbeitsmarkt ist regional z.T. leergefegt, während in den Südländern trotz Abwanderung die Rate stabil hoch bleibt bzw. wächst... so fliegt der Laden auseinander...

#3 - 31.12.2018, 09:12 von chjuma

Uuips....

... Dieser Artikel sagt genau was aus?? Durch die ausländische Abwerbung, so auch aus Deutschland, geht Griechenland das Humankapital verloren, das einzig in der Lage wäre, den Standort Griechenland zu festigen und wettbewerbsfähig zu machen. Das ist eigentlich ein Verbrechen. Was erreicht man dadurch? Das griechische Gemeinwesen wird immer weiter unterminiert und ausgehöhlt. Kurzfristig hält sich das Ausland so griechische Konkurrenz vom Halse. Langfristig ist dieser Zustand tödlich, für alle Beteiligten. Aber langfristiges Denken ist heute nicht mehr in.

#4 - 31.12.2018, 09:13 von viceman

ein Teufelskreis,

es ist natürlich vollkommener Wahnsinn einen Renteneintritt mit 73 zu fordern.genauso, wie eine Rückzahlung der Schulden. ohne einen radikalen Schuldenschnitt kann es gar nichts werden.... Profiteur ist mal wieder Deutschland, erst als Verkäufer von Waren und Dienstleistungen gegen Schulden, dann als Gläubiger, der prächtig an den Zinsen verdient und natürlich auch von den griechischen Fachkräften profitiert. Operation gelungen, Patient tot, so läuft es eben...

#5 - 31.12.2018, 09:19 von wasistlosnix

Kaputtgespart

Griechenland ist für mich ein Beispiel wie man ein Land zwei mal nach unten gedrückt hat. Das erste mal indem man die Überschuldung zugelassen hatte und das zweite mal indem man die Finanzinstitute auf Kosten Griechenlands gerettet hat. Jetzt kommt die 3 Welle indem man die Fachkräfte abwirbt. Am Ende ist Griechenland produktiv ausgeblutet. Ohne junge Menschen wird keiner investieren.

#6 - 31.12.2018, 09:20 von herumnöler

Griechenland stirbt aus

Das ist nicht wegen der Wirtschaftskrise, sondern wegen der vielen chaotischen Regierungen, die das Land zu erdulden hatte (Stichworte Varoufakis, Tsipras, aber auch deren Vorgänger). Länder gehen unter, andere steigen auf, das war schon immer so in der Geschichte.
Und die Geburtenrate? Ist nicht schlimm, wenn nicht mehr drauflosgeboren wird. Der Planet braucht dringend eine Beschränkung der gesamten Menschheit auf ein Viertel. Griechenland kann dazu einen wertvollen Beitrag liefern. Ich danke allen Griechen und vor allem den -innen, wenn sie beschließen, erst mal keine Kinder zu bekommen. Das müsste Vorbild für alle werden!

#7 - 31.12.2018, 09:24 von koch-51

Transferunion

Wenn immer von Transferunion die Rede ist, sollte man diesen Kampfbegriff einmal anders herum sehen. Griechenland "transferiert" seine gut ausgebildeten jungen Leute in den EU-Norden, dafür muss ein Finanztransfersystem vom Norden in den Süden institutionalisiert werden, bis eine soziale Angleichung erfolgt ist. Wenn Brüssel de facto die Kontrolle über Griechenland übernommen hat, hat es auch die Verantwortung dafür übernommen, für gute soziale Verhältnisse zu sorgen. Gemeinsame Arbeitslosenversicherung, einheitliche Mindestlöhne können nur durch Finanztransfers von Nord nach Süd finanziert werden. Wir haben Gott sei Dank in der Bundesrepublik jetzt eine Regierung, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat, dass europäische Interessen Vorrang vor deutschen Interessen haben. Finanzminister Scholz handelt auch in diesem Sinne und das ist gut so. - Frankreich und Europa sind die Orientierungspunkte unserer Politik, wir haben doch sonst auch nichts, woran wir glauben können. Mehr Geld für Europa, vor allem Europas Süden und für Macron sind Investitionen in unsere Zukunft. Vereinigte Staaten von Europa gibt es nur mit angeglichenen Sozialstandards.

#8 - 31.12.2018, 09:33 von pluuto

ist doch prima

genau das fordern unsere Berliner Politiker. Einwanderung von Hochqualifizierten, auch in der Migrationspolitik. Ist doch uns egal, wenn diese Länder keine Ärzte und Ingenieure mehr haben.

#9 - 31.12.2018, 09:34 von SanchosPanza

Die Kehrseite der Medallie

Das ist das andere Gesicht der "Zuwanderung von Fachkräften". Diese fallen nicht vom Himmel sondern werden in anderen.meistens ärmeren Ländern mit hohem volkswirtschaftlichen Aufwand ausgebildet. Dort fehlen sie dann, Familien werden auseinandergerissen, damit westliche und hoch entwickelte Industriestaaten ihre selbst verschuldete Demographie- und Ausbildungslücken schließen können. Eigentlich ist das eine Form von verstecktem Kolonialismus: Ausbeutung einer Ressource zu Lasten anderer Länder.

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