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Ackerchemikalie Glyphosat: Hat Monsanto Behörden manipuliert?

DPA/ Forum Moderne Landwirtschaft Die EU-Mitgliedstaaten beraten an diesem Donnerstag über die Wiederzulassung des Unkrautvernichters Glyphosat. Fast täglich kommen neue Merkwürdigkeiten ans Licht.
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#90 - 09.11.2017, 14:23 von alpstein

Zitat von kunibertus
es nicht nur Häuptlinge, sondern auch ein paar Indianer - genannt Referenten oder Sachbearbeiter - die die Arbeit machen müssen, die sich dann die Häuptlinge an ihre Fahnen schreiben können. Außerdem, wenn überall die GLP als Grundlage für .....
Nein es liegt am Setting der Studien : so wurde bei einer inzwischen zurückgezogenen greenpeace- Studie ein Rattenstamm eingesetzt bei dem 90% der Tiere alle nach einger Zeit Tumore entwickeln,
bei einem vom BUND zitierten Versuch zur Keimschädigung durch Glyphosat Embryonen entweder regelrecht damit geduscht oder man hat es direkt injiziert. um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Mit Wein oder Kaffee hätte man das wahrscheinlich auch hingekriegt

#91 - 09.11.2017, 14:46 von carinanavis

Absolut fachgerecht

Zitat von Beat Adler
Fachfremde Studien: Es ist jedem Naturwissenschafter moeglich eine fachfremde Studie so zu beurteilen, ob dort die wissenschaftlichen Standards eingehalten wurden oder nicht, ob die Auswertung mathematisch-statistisch korrekt ist oder.....
Es gibt mindestens 5 wissenschaftliche Fachstudien auf die sich die IARC beruft, die beweisen, dass Glyphosat gentoxisch für Säugetiere ist, also Veränderungen der DNA verursacht und dazu Tumoren erzeugt. Die IARC ist Teil der WHO und kein Zirkusverein, sondern eine Institution, die als weltweite Autorität in Fragen wie Klassifizierung von krebserregenden Substanzen federführend ist.

Wenn die IARC die entsprechende wissenschaftliche Studien mit ausreichenden wissenschaftlichen Standards akzeptiert, kann man das nicht einfach so abtun und das gegnteil behaupten. Dies tun natürlich Dutzende von Monsanto gekaufte Wissenschaftler und Kommissionsmitglieder, die in einer gewaltigen Kampagne Glyphosat als harmlos hinstellen. Es geht hier um Geschäfte von mehreren Milliarden Dollar pro Jahr, da versucht man schon mal alle kritischen Stimmen in der Wissenschaft zum Schweigen zu bringen.

#92 - 09.11.2017, 14:56 von mostly_harmless

Zitat von alpstein
Nein es liegt am Setting der Studien : so wurde bei einer inzwischen zurückgezogenen greenpeace- Studie ein Rattenstamm eingesetzt bei dem 90% der Tiere alle nach einger Zeit Tumore entwickeln, [...]
In Wahrheit war die Kritik an Seralinis Studie primär eine völlig andere, nämlich die zu geringe Größe der Testgruppen sowie statistische Schwächen.
Und die Kritik war auch keineswegs so einhellig, wie Sie es darstellen. Im Gegenteil, 2012 haben 140 Wissenschaftler in einem offenen Brief weitere Untersuchungen auf Basis der Studie Seralinis gefordert. Andere Wissenschaftler haben geäussert, dass viele andere Studien genau die selben Schwächen hätten, aber nicht kritisiert würden. Desweiteren hat sich herausgestellt, dass Monsanto die "empörten Reaktionen" angeordnet hatte.

#93 - 09.11.2017, 14:56 von geotie

Und alle, die für Glyphosat sind und damit keine Bedenken habe es auch anzuwenden, sprechen mir jetzt bitte nach: "Das konnte doch keiner wissen!", "Ich habe nur Anweisungen ausgeführt!", "Daran kann ich mich nicht erinnern!", "das entzieht sich meiner Erkenntnis!" und so ähnlich weiter und so fort.
Falls es mal doch zur Anklage kommen sollte und diese Phrasen wirken nicht, unbedingt den Mitangeklagten mit der flachen Hand auf den Kopf schlagen und sich ausziehen. Dann gilt man als verrückt und hat nur bedingt was zu befürchten.

#94 - 09.11.2017, 16:47 von kunibertus

Vor einigen Jahren

Zitat von mostly_harmless
Es gibt Institute und Wissenschaftler, bei denen jeder, der über das Thema arbeitet weiss, dass sie Gefälligkeitsgutachten und -studien erstellen. Ob der Ruf dieser Institute gut oder schlecht ist, ist angesichts der Bezahlung irrelevant. Und offen gesagt: Wer behauptet, dass man Untersuchungsergnisse wegen irgendwelcher Standards nicht manipulieren kann, wird von mir für den goldenen Naivbolzen nominiert.
habe ich mal im Bayrischen Fernsehen mal eine Diskussionsrunde erlebt, die sich bei mir tief eingeprägt hat. Dort hat ein hochrangiger Vertreter - wenn ich mich recht erinnere - der IHK festgestellt, dass man Analysen nicht am wissenschaftlichen Gehalt ausrichten darf, sondern an der politischen Notwendigkeit ausrichten muss. Damit dürfte alles gesagt sein.

#95 - 09.11.2017, 17:23 von Knossos

" 'Sag ihnen, das ist einfach großartig.' ... hatte die IARC die Begründung ihrer Einschätzung noch gar nicht veröffentlicht. ... sei der Efsa damals bereits klar gewesen, dass ihre Einschätzung von jener der IARC abweichen werde - eine Vorfestlegung sei das aber nicht gewesen.
Offenbar hat Monsanto aber auch versucht, auf Mitarbeiter der EPA Einfluss auszuüben. Ob der Konzern dabei erfolgreich war, ist unklar, ..."

Ihnen ausgerechnet zu so einem Artikel höchst ungern auf die Füße tretend, da man angesichts handzahmer internationaler Presse über die Erwähnung solchen Vorgangs nur dankbar sein kann ...

drängt sich aber doch die Frage auf, ob es dieser Tage im Deutschunterricht der Mittelstufe keine Textanalyse und logische Rekonstruktion mehr gibt.

Wie nur, kann man nach aller inhärenten Evidenz, damit abschließen, es sei unklar, ob Monsanto damit erfolgreich war, Einfluß auf den Beschluß der EPA zu nehmen!?

Auch, wenn man die übliche Routine in solchen Dingen außer acht läßt (industriefreundliches Verharmlosen und dem Profit von Global player Wege ebnen) und den Kontext Ihres Artikels betrachtet, als seien einem allgemeine Wirtschaftsstandards nicht geläufig, sind die Indizien mehr als eindeutig.

Es gab eine Zeit, da pflegte Ihr Haus nicht nur Dinge zu benennen, sondern sie oft genug überhaupt erst aufzudecken. Heute liegt umgekehrt die Priorität darauf, Warzen abzuwedeln und eine arglose Landschaft widerzuspiegeln, die es nicht gibt.

Die Korruption um uns herum dröhnt ohrenbetäubend, während sie soziale Einheit, Zukunft und Umwelt zerstört, aber das einst weltweilt intelligenteste, investigativste und couragierteste Blatt der Welt vermag nicht mehr zu vernehmen, als ein Säuseln im Wind. Ein Knacken zieht sich durchs Unterholz, Umrisse pirschender Wilderer zeichnen sich zwischen Bäumen ab, doch ob sich etwas bewegt bleibt unklar. Im Wald so wie beim Förster.

Heute müssen Institutionen offenbar Richtung und Umfang vorgeben, bevor etablierte Presse eine gebotene Spur registriert. Im Forst bezeichnet man Folgsamkeit als Abrichtung. Wie nennt man indes einebnende, nur nichts aufwirbelnde Berichterstattung?

Ich habe mir gerade vergegenwärtigen lassen, daß das Internet und zahlungsunwillige Leserschaft die Printmedien (im Gegensatz zum sich erholenden Buchmarkt) weiterhin unter ökonomischen Druck setzen. Doch das kann nicht alles erklären. Und im Troß folgsamer Medien scheint der SPIEGEL marktwirtschaftlich eh immer noch gut positioniert zu sein.

#96 - 09.11.2017, 17:36 von Dumme Fragen

Kein Wunder!

Unseren Wissenschaftlern bleibt nicht viel anderes übrig, als sich "kaufen" zu lassen. Wenn sie für die Öffentlichkeit arbeiten und nicht Professor werden, ist nach 12 Jahren mehr oder weniger Schluß. Wenn sie Aufträge für Bundesbehörden erledigen, bekommen sie seltsame Vertragskonstrukte. Hab ich selbst erlebt - Arbeitsverträge mit 12 Monaten, 6 Monaten, 3 Monaten, 4 Monaten Laufzeit. Wie soll man davon eine Familie gründen? Feste Stellen ausserhalb von Professuren gibt es fast nur über Vitamin B. Wenn du nach Doktorarbeit und Postdoc noch eine Stelle in der Industrie haben willst, findest du natürlich in einer Studie nichts, was einer Firma schaden würde, bei der man vielleicht nochmal anheuern will, oder? Hab ich selbst erlebt, wie es sich anfühlt, wenn man im Zwischenbericht für eine Studie etwas berichtet, was der Behörde nicht gefällt...

#97 - 09.11.2017, 18:07 von hardy.stiefel

Viel Ideologie, wenig Fakten

Bisher bin ich der öffentl. Meinung hinterhergehechelt. Bis ich mit einem Betroffenen, einem Landwirt (Dipl-Agr.Ing) gesprochen habe. Es war, als ob er von einer anderen Welt spricht. Dabei geht es, wie lange Glyphosat wirkungsvoll/aktiv bleibt. Monsanto geht von 14 Tagen aus, die Realität dürfte bei 28Tagen liegen. Aber genau in diesem Zeitraum vor der Ente darf kein Glyphosat ausgebracht werden.
Glyphosat, auf das eingesääte Feld zu sprühen, macht wenig Sinn. Der Wirkstoff wird über Blätter aufgenommen. Da Unkräuter jedoch schneller wachsen als zB Weizen, kann nach der Aussaat zugewartet werden, bis diese vor dem Weizen austreiben uns so wirkungsvoll zu bekämpfen sind.
Ins Grundwasser gelangt Glyphosat auch nicht, da es sich bis zum Abbauch (bis 28Tage) z.B. an die Erde/Steine heften.
Aber wirklich problematisch wird es erst, wenn Ersatzstoffe ausgebracht werden. So habe ich die Erfahrung in meinem Garten gemacht, dass ich glyphosat freies Unkrautvernichtungsmittel deutlich höher dosiert und vor allen Dingen mehrfach ausbringen musste, um die Disteln zu bekämpfen. Der Ersatzstoff hat die Wurzeln einfach nicht erreicht.
Es ist eine höchst einseitige Diskussion, von Ideologen geführt und von der Presse mit wenig Wissen weitergereicht. Es erinnert mich sogar an die Bildwerbung, nachdem zu viel einfach nachgeplappert wird, obwohl die Fakten anders liegen.
Deshalb habe ich auch die Forderung an die Politik - und somit an uns alle - den Mehraufwand für die Nach-Glyphosat-Zeit den Landwirten zu vergüten. Entweder macht das die Politik oder der Handel. Teuerer wird es für uns Verbraucher auf alle Fälle.

#98 - 09.11.2017, 18:42 von ardbeg17

@g_bei #85

ein Risiko nehme ich bereits auf mich, wenn ich die Straße überquere, in einem Restaurant esse, einen Vergnügungspark besuche etc. Es geht immer um eine Abwägung. Glyphosat ist wohl besser untersucht als andere aktuelle "Unkraut"vernichter und bisher konnten die Verdachtsmomente nicht bestätigt werden. Daher dürfte es doch sinnvoller sein, die Anwendung zu beschränken, anstatt es zu verbieten, neuere, teurere und schlechter untersuchte Mittel einzusetzen. Darin würde ich das größere Risiko sehen, und teurer wäre das auch. Man kann übrigens jetzt schon garantiert Gentechnik- und Glyphosatfrei kaufen. Kann jeder selbst entscheiden!

#99 - 09.11.2017, 18:45 von ardbeg17

@carinanavis #92

haben sie dazu weiterführende Informationen / links? Danke im Voraus.

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