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Angespannter Wohnungsmarkt: SPD will Mieterhöhungen verbieten

DPA Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, die Mieterhöhungen in Großstädten zu stoppen. Den Sozialdemokraten geht das zu langsam - nun fordern sie drastische Eingriffe.
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#120 - 10.09.2018, 20:06 von spmc-12355639674612

Sehr richtig!

Zitat von Patrik74
...aber auch nicht ganz richtig. Markt funktioniert nur dort, wo keine Machtasymetrien herrschen, und jedes Geschäft frei von Zwängen nur nach der Präferenz der (ver-)handelnden Akteure zustandekommt. Bei Wohnraum ist es aber - wie bei Nahrung und Kleidung - so, dass der Nachfrager irgendwo wohnen MUSS. Schon dieses schafft eine Machtasymetrie, weil die Nachfrageseite nicht einfach aus dem Markt ausscheiden kann, sie MUSS (irgendwo) abschließen; das ist spieltheoretisch schon ein Nachteil. Hinzukommt, dass die Menschen dabei nicht völlig in der Wahl frei sind, sondern viele sind aus Gründen der Arbeit, der Familie, der Schule usw. usf. und so fort an bestimmte Orte/Regionen gebunden, auch hier ist die Handlungs- und Wahlfreiheit eingeschränkt. Der Mensch ist eben kein Bagger, den man einfach so auf die lukrativste Baustelle verlegen kann. Es handelt sich also bei Wohnraum nicht um ein "normales" Gut, sondern es gibt für den Nachfrager einen deutlichen strukturellen Nachteil, der nur über Regulierung ausgeglichen werden kann. Dass man mit einer Preissetzung seitens des Staates über das Ziel hinausschießt ist zwar richtig, aber es soll ja nur eine vorrübergehnde Maßnahme sein bis das Angebot durch den sozialen Wohnungsbau wirken kann. Markt funktioniert nur im Hochpreissegment, wo es bei der Penthouse-Wohnung wirklich nur eine Frage der Präferenz ist, ob man sie nimmt oder nicht, bei "normalen" Wohnungen sind die Verhältnisse wie oben beschrieben. Und da diese Wohnungen für "die Märkte" offensichtlich nicht lukrativ sind, muss der Staat hier bauen; denn es gilt wie gesagt: Wohnen muss man.
Volle Zustimmung!
Nur eine kleine Anmerkung: Tatsächlich sind "normale" Mietwohnungen im niedrigen und mittleren Preissegment gefragter Städte recht gute Geldanlagen. Bei den Preissteigerungen entwickelten sie sich in den letzten Jahren wesentlich besser als EFH und die Mietrendite liegt höher als im Hochpreissegment. Allerdings ist es ein generelles Problem, Wohnungen zu bauen, um sie zu vermieten. Lieber baut man MFH und verkauft die Wohnungen als ETW. So kann man den Gewinn schneller und leichter realisieren.

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