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Angespannter Wohnungsmarkt: SPD will Mieterhöhungen verbieten

DPA Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, die Mieterhöhungen in Großstädten zu stoppen. Den Sozialdemokraten geht das zu langsam - nun fordern sie drastische Eingriffe.
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#10 - 08.09.2018, 13:48 von spmc-12355639674612

Der Markt, das Angebot und die Nachfrage

Zitat von patrick17
Der Markt regelt Angebot und Nachfrage in unserem Wirtschaftssystem. Nachdem unsere Politiker es wieder mal verschlafen haben, die Angebotsseite zu fördern, sollen jetzt wieder Wohnunsvermieter, die diese oft für ihre Altersversorgung (auch ein Thema was Frau Nahles verschlafen hat - oder gar nicht lösen wollte ?) Bluten. Ich schlage vor die Abgeordnetendiäten und Pensionen nur alle fünf Jahre zu erhöhen/senken - als Basis dient die Inflations-/Deflationsrate. Das gesparte Geld kann zur Unterstützung für Wohnungen für den Niedriglohnsektor verwendet werden.
Leider ist das, was Sie schreiben, auf Immobilien nicht so leicht anwendbar.
Worum geht es? Es geht darum, dass Mieter durch die zur Zeit zulässigen Mieterhöhungen nicht aus ihrem Zuhause einfach hinausgedrängt werden sollen. In angespannten Lagen ist eine Mieterhöhung von 15% alle drei Jahre zulässig, solange sie die durch den Mietspiegel festgelegte Vergleichsmiete nicht um mehr als 10% übersteigt. Würden alle Vermieter regelmäßig entsprechende Mietsteigerungen durchsetzen, würden natürlich auch die Vergleichsmieten diesem Trend folgen.
Das Ganze hat zur Folge, dass Bestandsmieten prinzipiell wesentlich schneller steigen können als die verfügbaren Einkommen oder die Inflation. Auf Dauer - und Mietverhältnisse sind naturgemäß auf lange Zeiträume angelegt - führt das zur Unbezahlbarkeit des Wohnraums und übt auf viele Mieter, die über sehr begrenzte finanzielle Möglichkeiten verfügen, einen Zwang aus, sich eine andere, wesentlich schlechtere (Lage, Größe, Ausstattung) Wohnung zu suchen und ihr Zuhause verlassen zu müssen. An dieser Stelle muss man den freien Marktkapitalismus durch Gesetze einschränken. Alles andere wäre menschenverachtend und würde ins Chaos führen.

Und ja, die armen, armen Wohnungsvermieter und ihre Altersversorgung ... Da muss ich schmunzeln, denn wir Immobilieneigentümer wissen ganz genau, dass das Jammern auf ganz hohem Niveau ist. Seien wir ehrlich! Ich besitze einige Wohnungen z. B. in Berlin und kenne die Verhältnisse meiner Mieter. Viele davon müssen (trotz Mieten unter dem Mietspiegel) jeden Cent zweimal herumdrehen, bevor sie ihn ausgeben. Wir sollten ihnen genug Luft zum Atmen lassen und mir sind langfristige gesicherte Mietverhältnisse schneller als Profitmaximierung. Wie sagte einmal ein antiker König zu seinen Steuereintreibern? "Man soll die Schafe scheren, ihnen aber nicht das Fell abziehen!"

#11 - 08.09.2018, 14:02 von Objectives

Oh weh, SPD

Da wird jetzt eine richtige Mieterhöhungswelle losbrechen, bevor es dann für eine begrenzte Zeit nicht mehr möglich sein wird. Der Vorschlag ist mal wieder typisch SPD: In keinster Weise zu Ende gedacht. Die CDU wird das aber sowieso nicht mit sich machen lassen. Von daher ist es eigentlich Zeitverschwendung ernsthaft über diesen Vorschlag zu diskutieren.

#12 - 08.09.2018, 14:13 von Europa!

Asozial und ungerecht

Die Mieter sind die letzte Bevölkerungsgruppe, die dem Sozialdemokratismus noch anhängt. Deswegen veranstaltet die SPD jetzt ein großes Geschrei, das genauso wenig bewirkt wie jedes zuvor. Und das auch vollkommen überflüssig ist. Jeder Wohnraum ist bezahlbar - was man schon daran sieht, dass er bezahlt wird. Und nein, es gibt keinen Grund "Altmieter" gegenüber "Neumietern" (also jungen Familien und Arbeitnehmern) dadurch zu bevorzugen, dass man sie unter "Mieterschutz" oder "Mietenstopp" stellt. Und es gibt auch keinen Grund, älteren Menschen, die in ihrer Gutherzigkeit Wohnraum vermieten, ihre Altersvorsorge zu kürzen. Das ist schlicht asozial und wird die SPD früher oder später noch die letzten 16% kosten.

#13 - 08.09.2018, 14:14 von 3liter

Willkommen im Sozialismus

Wie gut das funktioniert hat, wissen wir ja noch, oder?

Ich hab eine bessere Idee: Wir begrenzen den Anteil der Stimmen der SPD bei der nächsten Bundestagswahl auf die Höhe der Inflationsrate.

#14 - 08.09.2018, 14:20 von m.gu

Ich gebe Ihnen teilweise Recht, doch die Politiker müssen die Renten,

Zitat von spmc-12355639674612
Leider ist das, was Sie schreiben, auf Immobilien nicht so leicht anwendbar. Worum geht es? Es geht darum, dass Mieter durch die zur Zeit zulässigen Mieterhöhungen nicht aus ihrem Zuhause einfach hinausgedrängt werden sollen. In angespannten Lagen ist eine Mieterhöhung von 15% alle drei Jahre zulässig, solange sie die durch den Mietspiegel festgelegte Vergleichsmiete nicht um mehr als 10% übersteigt. Würden alle Vermieter regelmäßig entsprechende Mietsteigerungen durchsetzen, würden natürlich auch die Vergleichsmieten diesem Trend folgen. Das Ganze hat zur Folge, dass Bestandsmieten prinzipiell wesentlich schneller steigen können als die verfügbaren Einkommen oder die Inflation. Auf Dauer - und Mietverhältnisse sind naturgemäß auf lange Zeiträume angelegt - führt das zur Unbezahlbarkeit des Wohnraums und übt auf viele Mieter, die über sehr begrenzte finanzielle Möglichkeiten verfügen, einen Zwang aus, sich eine andere, wesentlich schlechtere (Lage, Größe, Ausstattung) Wohnung zu suchen und ihr Zuhause verlassen zu müssen. An dieser Stelle muss man den freien Marktkapitalismus durch Gesetze einschränken. Alles andere wäre menschenverachtend und würde ins Chaos führen. Und ja, die armen, armen Wohnungsvermieter und ihre Altersversorgung ... Da muss ich schmunzeln, denn wir Immobilieneigentümer wissen ganz genau, dass das Jammern auf ganz hohem Niveau ist. Seien wir ehrlich! Ich besitze einige Wohnungen z. B. in Berlin und kenne die Verhältnisse meiner Mieter. Viele davon müssen (trotz Mieten unter dem Mietspiegel) jeden Cent zweimal herumdrehen, bevor sie ihn ausgeben. Wir sollten ihnen genug Luft zum Atmen lassen und mir sind langfristige gesicherte Mietverhältnisse schneller als Profitmaximierung. Wie sagte einmal ein antiker König zu seinen Steuereintreibern? "Man soll die Schafe scheren, ihnen aber nicht das Fell abziehen!"
Löhne und Gehälter auch den Gegebenheiten anpassen. Mindestens 20% mehr Geld für die unteren und mittleren Bevölkerungsschichten um Die Inflation einigermaßen abzufangen. Strom, Benzin, Heizöl u.a. Dinge sind bis zu 40% in 1 Jahr teurer geworden, die Armut insgesamt ist heute schon in Deutschland unerträglich. Siehe Beweis Quelle: "Studie mit präziseren Kriterien: Arme Familien sind ärmer als gedacht." Leider ist es so, dass viele Politiker in unserem Land, leider auch viele Wähler der regierenden Parteien, die Armut noch schön reden. Die Folge? Bis Ende 2018 werden bereits ca. 1,2 Millionen deutsche Mitbürger wohnungslos sein. Eine Schande für das reiche Deutschland, denn bereits Mitte 2017 warne bereits ca. 860 000 Deutsche wohnungslos gemeldet gewesen.

#15 - 08.09.2018, 14:22 von nixblicker00

Grottenfalsch

Es soll dem Geschehen ein ganz wesentliches Instrument, die Preisfindung nach Angebot und Nachfrage, genommen werden.

Angenommen, die Preise würden in der Tat künstlich tief gehalten: In diesem Szenario gäbe es weniger Druck, sich mit einer kleineren Wohnung zu bescheiden oder eine evtl zu groß gewordene Wohnung, z.B. nach einer Scheidung, auch mal wieder zu verlassen. Damit würde die Nachfrage eben gerade nicht entlastet. Entlastet wird die Nachfrage nur über höhere Preise.

Und wie soll denn dann die ach so gerechte Verteilung auch aussehen? 4 ZKDB 100qm München ... nach Mietpreisbremse für 600 kalt zu vermieten. Wer von den 5000 Interessenten, die sich auf diese Anzeige melden würden, soll denn dann die Wohnung bekommen? Es wird darauf hinauslaufen, dass die Mieter Ihren Vermietern hohe Summen in bar unter der Hand - und somit auch jenseits des Steuerrechts - zuschieben, um die begehrten Wohnungen zu bekommen. Für etwas weniger betuchte ist das das viel schlechtere Szenario. Das Gesetz wendet sich gegen diejenigen, die eigentlich geschützt werden sollen.

#16 - 08.09.2018, 14:31 von geotie

Wo war das noch mal gleich? Lissabon oder Madrid? Dort waren die Mieten ebenfalls fetgeschrieben, um den Mietwucher beizukommen. Resultat, es wurde absolut nichts mehr gemacht, bis dieses Altstadtviertel abbrandte.
Man möchte so gerne auch hier die Mieten klein halten, aber anstatt das Problem richtig anzugehen, werden große komplexe Stadtteile an meist ausländische Wohngesellschaften verkauft. Diese wissen nur zu gut, wie man das Maximum aus solch einem Geschäft herausholt. Da fällt mir natürlich ein, wie große Gesellschaften ihre eigene Gesetze als Berater im Amt gestalten. Dazu noch eine ordentliche Portion Viamin B und nach Ablauf der Regierungszeit einen Posten im Aufsichtsrat. Klappt doch!

#17 - 08.09.2018, 14:42 von ruediger

Es gibt (in bestimmten Regionen) zuwenige Wohnungen. Also steigen die Preise. Mit künstlich niedrig gehaltenen Preisen werden weniger Wohnungen gebaut und mehr Wohnraum benötigt (da im Verhältnis zur Nachfrage zu billig). Also wird das Missverhältnis weiter vergrössert statt verkleinert.

Wem die Mieten zu hoch sind, muss mehr Bauland ausweisen, Baugenehmigungen schneller erteilen, auf Grunderwerbssteuer verzichten, kostentreibende Standards (Dämmung) zurückfahren, oder Mieterrrechte (Kündigungsschutz, Renovierungskosten) verzichten. DIes senkt die kosten der Vermiter, die mehr Wohnungen bauen und so mehr Angebot schaffen. Dies senkt die Mieten.

Wer etwas anders will hat die Marktwirtschaft noch nicht verstanden.

#18 - 08.09.2018, 14:50 von mhuz

Das ist nicht ehrlich

Kann man machen, nur wie will man mehr Leute Motivieren mehr Wohnungen zum Vermieten bzw. neu zu Bauen.Dann wäre es besser, der Staat würde mehr bauen. Auf der anderen Seite, woher sollen, die Bauplätze kommen - wenn man in der Stadt lebt, muß einem klar sein, dass der Platz beschränkt ist .

#19 - 08.09.2018, 14:54 von territrades

Finde ich gut.

Der Wohnungsmarkt ist ja sowieso nicht frei. Kein Investor kann einfach auf sein Grundstück ein Hochhaus stellen. Stattdessen werden von den Städten nur Bauwerke mit wenigen Etagen genehmigt. Wenn also das Angebot vom Staat künstlich klein gehalten wird, dann kann der Preis nicht auf dem freien Markt gebildet werden. Und die Vermieter in den Großstädten verdienen ja prächtig - ein Mietshaus ist ja nicht teuerer im Unterhalt nur weil es in München steht. Und das Mietproblem löst keine Partei: Rote und Grüne versagen in Hamburg und Berlin ebenso wie die CSU in München. AfD und FDP werden auch keinen massiven Wohnungsbau ankurbeln. Eine Entspannung der Wohnungsknappheit ist im Bundestag schlicht nicht vertreten.

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