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Austritt ohne Abkommen: Britischer Notenbankchef warnt vor hartem Brexit

FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX/Shutterstock Die schleppenden Brexit-Verhandlungen sorgen Großbritanniens Notenbankchef. Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts ohne Vertrag sei derzeit "unangenehm hoch", sagt Mark Carney.
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#1 - 03.08.2018, 14:26 von der_rookie

Hm

No Deal bedeutet eben das: Nicht ein einziger Vertrag. So lange da nicht ganz rasch doch Einzelregelungen oder Einzelausnahmen kommen bedeutet dies, dass eben das gar nichts geregelt ist. Konsequenzen für den normalen Bürger Z.B.
- Keine Flugrechte für EU Fluggesellschaften nach UK oder umgekehrt. Ferien auf der anderen Seite vom Kanal lieber nicht für die Zeit kurz nach dem Brexit planen
- Keine Zollregelungen, damit kein Im- und Export. Wer Autos aus UK (Mini, Jaguar, Land Rover) kaufen will sollte dies vorher tun (bzw. Umgekehrt).
- Fans von Schottischem Whiskey oder anderen UK Produkten sollten sich lieber einen kleinen Vorrat davon anlegen - oder mal Alternativen ausprobieren
- Keine Regelungen zu Finanztransaktionen. Überweisungen könnten wegen fehlender Kontrollmöglichkeiten bezüglich Geldwäscheverdachts gestoppt werden müssen. Kunden britischer Finanzdienstleister sollten sich erkundigen ob sie eigentlich Kunde einer Deutschen Tochter oder einer UK-Gesellschaft sind. Nicht das die Versicherung im Schadensfall nicht einmal zahlen darf (selbst wenn der Versicherungsfall unstrittig ist)
Für Firmen gilt: Sie sollten sich ihre Lieferketten ansehen und kritische Einkaufsteile die von der anderen Seite des Kanals kommen entweder auf Vorrat kaufen oder sich alternative Lieferanten suchen

In Wahrheit vermute ich, dass ganz viele Aufsichtsbehörden im Zweifellsfall am Tag nach dem Brexit ganz viele temporäre Ausnahmeregelung erlassen werden weil sonst zu viel zusammenbricht. Damit delegieren die Politiker die Entscheidung wie der Brexit abläuft auf die Verwaltungen. Das muss im Ergebnis nicht negativ sein, zeigt aber nur, dass demokratisch gewählte Politiker nicht notwendigerweise dem Kern ihrer Aufgabe gerecht werden und regieren.

#2 - 03.08.2018, 14:43 von Profdoc1

es wird

vermutlich zu einem kräftigen, aber nicht komplett ungeregelten Brexit kommen. Irgendwann zum Jahresende wird auch London bemerken, was das heißt: keine Flieger mehr von UK nach EU, Zoll nach WTO-Regeln, Visa-Beantragung für Briten, ungeregelte Aufenthalte, etc. Umgekehrt gilt das genauso. Die UK-Wirtschaft würde innerhalb von 1-2 Woche wohl kollabieren. Warenströme wurden abreißen, usw. usf. Ach ja, und die Sun würde Angela Merkel natürlich als Adolf Nazi Parodie darstellen. Dem gemeinen Volk würde daraufhin erklärt, dass die EU natürlich an allem schuld sei. Britannia rules the waves!
Ich hoffe, dass es nicht soweit kommt. Und dass sich UK darauf besinnt, was es ist: ein kleines Inselkönigreich in der Nordsee, dass die EU dringlichst benötigt.

#3 - 03.08.2018, 14:58 von hansulrich47

Es wird interessant werden!

No deal, das bedeutet in der Tat keine Regeln für die Trennung. Aber wäre das so schlecht? Es ist doch leider so, dass GB heute immer noch jede Menge Sonderrechte beansprucht. Steueroasen auf den Kanalinseln, auf der Isle of Man, in Gibraltar, sogar auf Zypern gibt es "britisches Territorium". Wer behauptet, z. B. in Gibraltar würden auch Spanier gutes Geld verdienen, schiebt zur Seite welche Art Firmen dort tätig sind: Sportwetten mit sehr fragwürdigem Ruf und andere Abzocker tummeln sich. Da wäre doch eine echte Grenze nicht schlecht!? wenn Steuersparmodelle durch Kreditfinanzierung und Gewinnverrechnung auf der Isle of Man nicht mehr möglich wären, das wäre doch gut!.

#4 - 03.08.2018, 15:10 von mkalus

Wie war das noch?

"No Deal is better than a bad deal".

Nutuerlich wurde "Bad Deal" nie wirklich definiert aber das Chequers Paper zeigt klar auf das man nach wie vor Rosinenpicken will.

Es gefällt mir aber durchaus wie sehr die Briten der Meinung zu seien scheinen das die EU sie vor sich selber retten muss. Klare Antwort: Nein. Die EU ist ihren Mitgliedern verbunden, nicht denjenigen die draussen im Regen stehen, vor allem nicht wenn die selber das verursacht haben.

#5 - 03.08.2018, 15:34 von Liberalitärer

Kronbesitz

Zitat von hansulrich47
No deal, das bedeutet in der Tat keine Regeln für die Trennung. Aber wäre das so schlecht? Es ist doch leider so, dass GB heute immer noch jede Menge Sonderrechte beansprucht.
Das sind keine Sonderrechte, weil die Isle of Man oder die Kanalinseln nicht in der EU sind und auch nicht im UK.

"Sie ist als autonomer Kronbesitz (englisch crown dependency) direkt der britischen Krone unterstellt, jedoch weder Teil des Vereinigten Königreichs noch Britisches Überseegebiet. Des Weiteren stellt sie ein gesondertes Rechtssubjekt dar und ist kein Mitglied der Europäischen Union"

https://de.wikipedia.org/wiki/Isle_of_Man

Die brauchen also mangels EU Mitgliedschaft keinen Extra Brexit, weder Westminster noch Brüssel sind zuständig. Gibraltar und Zypern sieht anders aus.

#6 - 03.08.2018, 15:42 von Liberalitärer

Schweden/Norwegen - Grenze

Zitat von mkalus
"No Deal is better than a bad deal". Nutuerlich wurde "Bad Deal" nie wirklich definiert aber das Chequers Paper zeigt klar auf das man nach wie vor Rosinenpicken will. Es gefällt mir aber durchaus wie sehr die Briten der Meinung zu seien scheinen das die EU sie vor sich selber retten muss. Klare Antwort: Nein. Die EU ist ihren Mitgliedern verbunden, nicht denjenigen die draussen im Regen stehen, vor allem nicht wenn die selber das verursacht haben.
Nein, was der PM vorschwebt, das ist so etwas

https://www.bbc.co.uk/news/uk-northern-ireland-43473807

"There is a technical solution to keeping an open border in Ireland after Brexit, a customs expert has suggested.

Lars Karlsson, a former senior officer in Swedish customs, was giving evidence to the Commons Brexit committee."

Es funktioniert zwischen Schweden und Norwegen, wenn auch nicht perfekt.

#7 - 03.08.2018, 15:43 von ichliebeeuchdochalle

Calais wird zur Bornholmer Straße. Endlose Schlangen von Nordis kommen durch den Tunnel, recken die Hände in die Höhe, machen das Victory Zeichen und rufen "Ich bin raus, ich bin raus". Kontinentler stehen am Wegesrand und halten Bananen bereit. Zeitgenössische Maler halten die Szenen in großen Ölbildern fest.

#8 - 03.08.2018, 15:56 von sikasuu

Der Diskurs scheint immer mehr auf einen Erpressungsversuch von GB....

... an der EU hin zu weisen.
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Wenn IHR Eu eure Regekn usw. nicht an unsere Forderungen anpasst, wird es schlimm enden.
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Ohne auch nur EINEN Gedanken darauf zu verschwenden, das die Wünsche, besser Forderungen von GB für den Kontinent untragbar sind, ein eingehen darauf, das Ende der EU bedeuten könnte.
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Vergleichbar wäre mMn. die "fiktive" Forderung, die Queen solle zum Staatsoberhaupt für Europa werden:-(
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Ich hoffe, die 27 bleiben wenigstens bei den Grundwerten hart. GB scheint nur auf die "harte Art" lernfähig zu sein.

#9 - 03.08.2018, 16:00 von Liberalitärer

Andere Häfen

Zitat von ichliebeeuchdochalle
Calais wird zur Bornholmer Straße. Endlose Schlangen von Nordis kommen durch den Tunnel, recken die Hände in die Höhe, machen das Victory Zeichen und rufen "Ich bin raus, ich bin raus". Kontinentler stehen am Wegesrand und halten Bananen bereit. Zeitgenössische Maler halten die Szenen in großen Ölbildern fest.
Möglich, weil Calais wirklich ein Engpass ist. Es kann sogar sein, dass mehr Verkehr über Ostende, Zeebrügge, Rotterdam, Cuxhaven, Emden, Hull, Newcastle laufen würde. weil der Zeit- und Kostenvorteil von Dover/Calais schwinden würde.

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