Forum
Wirtschaft

Austritt ohne Abkommen: Britischer Notenbankchef warnt vor hartem Brexit

FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX/Shutterstock Die schleppenden Brexit-Verhandlungen sorgen Großbritanniens Notenbankchef. Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts ohne Vertrag sei derzeit "unangenehm hoch", sagt Mark Carney.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 3/3    
#20 - 03.08.2018, 17:28 von willibaldus

Zitat von sikasuu
Norge akzeptiert ALLE Regeln der EU ohne wenn & aber. . Was aber mMn. in der Sache nicht weiter bringt, weil GB mehrfach behauptet hat, das sie die Norwegenlösung NICHT übernehmen wollen. . Und im Gegenzug die EU eine andere Lösung als die bestehende mit Norwegen, der Schweiz wohl auch nicht akzeptieren wird!
Es gibt ja auch noch das Ukraine oder das Türkei Modell aber selbst das ist den Briten schon zuviel an Pflichten.
Bleibt halt nur ein CETA ähnliches Konstrukt. Ohne Rosinen.

#21 - 03.08.2018, 17:30 von willibaldus

Zitat von Miguelito
Es gibt ja zwei Arten eines "katastrophalen Brexits". "Hart" paßt eher für das Kanadische Modell. Ganz ohne Vertrag auszuscheiden, wäre wirklich nicht einfach nur hart, sondern eine Katastrophe. 1. GB verläßt die EU ohne Vertrag und kommt trotzdem seinen vertraglichen Verpflichtungen nach 2. GB verläßt die EU ohne Vertrag und ohne seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Im ersteren Fall reden wir von dem viel zitierten Fall "dann läuft's halt nach WTO-Regeln", dem eingefleischte Brexiteers ja durchaus was abgewinnen können, obwohl Trump gerade dabei ist, die WTO ziemlich zu zerlegen. Der andere Fall ist etwas ganz anderes. Kann sich jemand vorstellen, daß die EU irgendwelchen Handel mit einem Großbritannien führt, daß nicht einmal die Vertragsverpflichungen erfüllen will? Nun, ich nicht. Dann sind die Grenzen dicht, und zwar richtig dicht, inklausive Visapflicht für Briten. Die EU wird den Bankenstandort London kaputt machen und das ist schon Wirtschaftskrieg pur. DAS ist das, wovor ich Angst habe. Und es könnte passieren, wenn GB weiter so mauert und sich in Phantasievorstellungen verirrt.
Die Visapflicht für Briten wird wahrscheinlich in jedem Fall kommen. Mindestens aber für Aufenthalte länger als 3 Monate. Umgekehrt natürlich auch.

#22 - 03.08.2018, 18:18 von Liberalitärer

EU Außengrenze

Zitat von willibaldus
DIe Holländer stellen schon mehr Zöllner ein, ich glaube die Franzosen und Belgier auch, die Iren bereiten sich auf die EInstellung von Personal und Bau von Infrastruktur vor, indem sie Geld dafür bereitlegen. Nur die Briten haben sich noch nicht gerührt.
Ich denke auch nicht, dass da viel passieren wird. Die Tories werden wohl nicht groß Zölle erheben. Ein großer Parkplatz ist aber auf der A20 in Kent für den das UK in Richtung EU (via Dover) verlassenden Verkehr in Vorbereitung. Es ist ja schon die EU, die ihre Außengrenze kontrollieren will. Darf sie ja auch. Der Stau ist meist auf der Seite z.B. weil in F gerade gestreikt wird.
Das sieht dann so aus
https://www.mirror.co.uk/news/uk-news/french-border-staff-cause-12-8482042
Hauptsache es rollt nicht gerade eine Hitzewelle.

Der Forist im Mirror unter dem Artikel sah das sehr richtig

"740 days ago
white55
Is this a sign of things to come?
When we finally get Brexit and the French get miffed, which they are very likely to do, this could be happening all the time."

Wenn EU gesagt wird, dann ist eigentlich immer Paris gemeint.
Deswegen sind aktuell Pläne in Prüfung, F stärker zu umfahren (für Hull wäre das sogar ein Segen, eben einen Teil des Verkehrs über Be, NL und sogar D zu lotsen (Frachtverkehr vornehmlich). Aber die PM spricht ja mit Herrn Macron - mal abwarten.

#23 - 03.08.2018, 18:34 von lanzelot72

@Liberalitärer (9)

Großartig! Sie haben die Lösung gefunden! Warum sollte man ein Problem lösen, wenn man es an andere (nicht dafür ausgelegte, unterbesetzte, nicht entsprechend ausgestattete und heillos überforderte) Häfen verlagern kann !?! Genialer Vorschlag!

#24 - 03.08.2018, 18:44 von Liberalitärer

Spediteure

Zitat von lanzelot72
Großartig! Sie haben die Lösung gefunden! Warum sollte man ein Problem lösen, wenn man es an andere (nicht dafür ausgelegte, unterbesetzte, nicht entsprechend ausgestattete und heillos überforderte) Häfen verlagern kann !?! Genialer Vorschlag!
Sie werden nicht bestreiten können, dass Ostende, Antwerpen, Zeebrugge und vor allem Rotterdam sehr viel handhaben kann. Z.B. gehen deutsche Autos eh meist über Emden, Cuxhaven und da ist noch der schöne Hafen in Wilhelmshaven, also man kann schon ein bisschen Fracht umleiten. Aber wie gesagt, das würde sich bei gigantischen Staus wohl teilweise marktwirtschaftlich lösen, die Spediteure würden schnell fluchen.

#25 - 03.08.2018, 20:55 von pepe-b

@ Liberalitärer

Ich musste eben lachen. Diese technische Lösung gibt es nicht. Es gibt sie einfach nicht! Das ist nichts weiter als Sand in die Augen von Leuten wie Ihnen.

#26 - 03.08.2018, 21:43 von Björn L

Fristverlänterung zu erwarten.

Keine Seite ist vorbereitet also Fristverlängerung

#27 - 04.08.2018, 20:23 von lanzelot72

@Liberalitärer (24)

Doch, das bestreite ich. Die Situation ist doch folgende: Die kontinentaleuropäischen Häfen (zuzügl. dem Kanaltunnel) haben exakt die Ausstattung an Infrastruktur und Personal, die notwendig ist um den Warenverkehr nach derzeitiger Situation (UK = EU) abzuwickeln. Ab Austritt des UK fallen etwa 16.000 (!) Lkw pro Tag zusätzlich an, die zolltechnisch komplett abgewickelt werden müssen! Ob das nun in Calais oder in Emden oder sonstwo geschieht, ist völlig irrelevant! Es ist ja nicht so, daß derzeit in Cuxhaven (oder sonstwo) ein Heer von Beamten den ganzen Tag nur in der Nase popelt und sich tierisch darauf freut, ab März endlich etwas zu tun zu bekommen. Gleiches gilt übrigens auch für das Thema Luftfracht. Und auch für den Bereich der Personenkontrollen. Sie haben also ganz einfach keine Möglichkeit, das Problem durch Umgehung von Calais zu lösen, weil es an den Alternativstandorten eben auch keine ungenutzten Kapazitäten gibt. Das ist das Problem!

    Seite 3/3