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Bundesbank-Vorstand: Dann klüngelt mal schön

DPA Mit viel Hochmut schimpfen die Deutschen über angeblich unseriöse Notenbanker aus dem Süden. Dabei werden derlei Posten bei uns regelmäßig politisch ausgehandelt. Auf der Strecke bleibt die Expertise.
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#1 - 16.03.2018, 14:13 von AfterAll

Hmmm...

So ganz genau verstehe ich nicht, wie der Kommentar zu seinen Schlussfolgerungen kommt. Die These, dass die Leiter der Bundesbank in anderen Notenbanken nicht einmal Referatsleiter werden könnten, ist zunächst einmal eine arrogante Behauptung. Dasselbe gilt für die Behauptung, dass die Deutschen "international seit Jahren auf so viel Unverständnis bei Währungs- und Finanzfragen stoßen" würden, während Herr Mario Draghi hohes Ansehen genieße. Das ist beides durchaus umstritten - wie so vieles in der Finanzwissenschaft. Ein solcher Kommentar bringt die Diskussion nicht wirklich weiter. Ich vermisse die kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Thesen.

#2 - 16.03.2018, 14:28 von Brachtalsmörtel

Da hat's

mir doch eben noch'n paar - d'Kugelschreiberle ûs'm Ärmeli schüttelet - Sparkassenluftballons rüberreichen woll'n!? Ts, ts... é be' g'lofe grad zu...

#3 - 16.03.2018, 14:40 von joG

Deutschland sollte endlich verstehen...

....dass es keine Souveränität mehr hat in Zins- und Währungsdingen und einem wachsenden Unmut aus seine Art doppelte Standards anzuwenden mit menschensrechtsfernen Konsequenzen, wie wir es in Griechenland oder der Flüchtlingskrise demonstrierten. Und der Leistungsbilanzüberschuß ist zusehens zerstörerisch für die Solidarität inert der EU, die Deutschland immer beschwört und einfordert.

#4 - 16.03.2018, 15:03 von hefe21

Rotor-Ben und Red Adair -Teufelskerle in der Geldmanege

"Da reicht es nicht, alte Grundsätze aus Schönwetterzeiten der Bundesbank zu zitieren. Da braucht es ganz neue Formeln dafür, wieder aus dem Krisenmodus herauszukommen."
Von wegen, die Bundesbank hatte auch enorme Schlechtwetterzeiten zu bewältigen und hat gemeinsam mit der Politik sogar die monetäre Integration von 17 Mio Ossis bewältigt. Woran liegts wohl, dass die unmittelbar darauffolgende "Integration" von mehren hundert Millionen Währungsneubürgern fast planmässig scheitern musste? An "fehlenden Formeln" bestimmt nicht, so schwer ist die Soll/Haben Welt des Geldsystems gar nicht.
Es muss was mit den Milliarden/Billionen zu tun haben, die sich Begünstigte (siehe SPON von heute, 90 Mio-Bonus 2009! für betrügerischen Deutschbankboniritter) der damals vermeintlich grenzenlosen neuen Geldwelt beiseite geschafft haben. Und mit den unbedienten Milliarden/Billionen, die noch immer im Kredit- und damit Geldsystem stecken, auch wenn das teilweise in Badbanksondermülldeponien verräumt wurde.
Die EZB hat das Ankaufsgeld auch nicht den Banken gegeben, die können sich dort auch ohne den Aufkauffirlefanz refinanzieren, sondern hat den Haltern von puren Einlösefiktionen (Anleihen und tlw. sogar Aktien) die Mühe abgenommen, am Finanzmarkt dafür Käufer zu finden. Und dieses eigentlich in der Fiktion gebundene Geld damit zusätzlich auf jene Guthaben losgehetzt, die tatsächlich von einer Lebensarbeitsleistung gedeckt sind.
Die einzige vertrauensbildende Massnahme wäre nun keinesfalls Helikoptergeld des "Genies" Bernanke, sondern die Räumung der grundwasserverseuchenden Deponien und eines Großteils der faulen Kredite. Und wodurch?
Indem die Räuberbonis der letzten Dekanden eingezogen werden und die weltweit versteckten "Guthaben" beschlagnahmt werden - denn dort ist die Wahrscheinlichkeit einer Korrelation mit den toten Sollposten am wahrscheinlichsten.
Die Folgen für den "Lebensstandard" wären natürlich gravierend, aber nach einer Tumoroperation ist die Angeberschwellung eben weg.

#5 - 16.03.2018, 15:19 von Moving Forward

"...Wer kennt sonst schon Notenbanker?" Also, einen hätte ich noch...

.....und zwar den neuen Vize in der Europäischen Zentralbank, Herrn Luis de Guindos, ehemaliger spanischer Wirtschaftsminister und mitverantwortlich für die Immobilienblase, Finanz- und Staatsschuldenkrise in Spanien unter der Regierung von Herrn Rajoy. Da demnächst Herr Weidmann als neuer EZB-Präsident ausgekungelt wurde, musste zwecks Proporz irgendein Südeuropäer her und auf den geschmeidig-devoten Hermes-Krawattenträger Guindos konnte sich jeder einigen. An Meriten und Expertise bringt der Mann aus dem Land mit 100%-Staatsschulden bezogen auf das Bruttosozialprodukt eine Menge mit, kommt er schließlich von Lehman Brothers, die den Ausbruch der Finanzkrise mit diesen bunten Finanzprodukten auslöste. Zudem hat de Guindos einige Privatisierungen spanischer Sparkassen mit begleitet, die unter anderen Rentnern Vorzugsaktien andienten kurz bevor sie sich dann in den Bankrott verabschiedeten. Der Mann war vollkommen ahnungslos, also grundsätzlich für seinen neuen Posten bestens geeignet. Alles in allem und im Vergleich zum provinziellen Charme des Burkhard Walz also ein mindestens ebenbürtiger Kollege in der gänzlich unpolitischen Gilde der Bundesbanker.

Der neue EZB-Turm zu Babel (bei Frankfurt) gleicht einem Hochsicherheitstrakt in Stammheim und den braucht es für die Zukunft auch, denn wenn das Vertrauen in den Euro endgültig aufgebraucht ist, dann werden die Mauern und Stacheldrahtzäune einiges aushalten müssen, um die Wut der Bürger gegen die Eliten aus Politik und Wirtschaft im Zaum zu halten.

Bleiben Sie bitte am Thema dran Herr Fricke. Sie werden dazu noch viele Geschichten schreiben können.

#6 - 16.03.2018, 17:07 von curiosus_

Herr Fricke, das mag...

...ja alles stimmen. Aber wenn die Richtung von Glaubensschulen vorgegeben wird und sich nicht rational und nachvollziehbar zweifelsfrei begründen lässt (also im wissenschaftlich-aufklärerischen Sinn), dann steht da vorne immer ein „ausgeklüngelter“. Nur in diesem Fall eben einer der Ihnen wohl nicht passt.

Draghi ist ebenso einer, so wie jeder x-beliebige Andere einer wäre. Denn auch er vertritt nur eine ökonomische Lehrmeinung, zu der es andere gibt die der entgegenstehen. Und genau so wenig wie die ihn widerlegen können kann er diese widerlegen.

#7 - 16.03.2018, 17:35 von conocedor

Wen genau erwartet Herr Fricke denn?

Balz hat einen Berufsabschluss, hat ein Studium beendet, hat Jahrzehnte in Europa und Asien in der freien Wirtschaft gearbeitet ohne dem Staat auf der Tasche zu liegen und war dabei inhaltlich nicht allzuweit von seinem jetzigen vorgesehenen Aufgabengebiet entfernt.

Alles Eigenschaften eines Kandidaten, auf die ich nicht wetten würde, wenn beispielsweise die Grünen das Vorschlagsrecht für einen solchen Posten besäßen.

#8 - 16.03.2018, 18:46 von dadubmix

Ich stimme Herrn Fricke bzw. den Aussagen dieser Kolumne ausnahmsweise mal zu. Allerdings stellt sich mir konsequenterweise die Frage, mit welchem Recht der Autor Woche für Woche anderen (promovierten) Wirtschaftsexperten die Expertise abspricht und anscheinend alles besser weiss, wenn er doch selbst in erster Linie Journalist ist und keine akademische Karriere vorweisen kann.

#9 - 16.03.2018, 19:56 von hansaeuropa

Katastrophe

Draghi ist ein hervorragender Notenbanker, der nun auch erkannt hat, dass die Lohnstückkosten das Preisniveau bestimmen. In Deutschland glaubt man leider immer noch an den Monetarismus. Die Bundesbank wird zu Unrecht gelobt, da sie selten die Inflation steuerte, aber oft die Konjunktur abwürgte. Der größte Skandal ist, dass viele Juristen ohne Sachverstand ökonomische Funktionen übernehmen. Unter den Auswirkungen Schäubles Politik werden wir noch Jahrzehnte leiden.

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