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Debatte um Essener Tafel: Versagt hier der Sozialstaat?

DPA Immer mehr Tafeln versorgen in Deutschland immer mehr Menschen. Doch heißt das wirklich, dass es bei uns immer mehr Arme gibt?
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#90 - 06.03.2018, 12:03 von g_bec

Ach herrje.

Zitat von HolmWolln
Empirische Studien helfen Theoretikern wie dem Autor und der Bundesregierung sicherlich vortrefflich. Entweder um die Realität der ......
Ach du je. Ein Großteil der Akademiker, nämlich die mit den nicht ganz so reichen Eltern, weiß sicherlich ganz genau, wie es ist, mit sehr wenig Geld klarzukommen. Nämlich während ihres Studiums.

#91 - 06.03.2018, 12:03 von srinivasa.r.aiyangar

Noch ein Theoretiker

Zitat von ayberger
Bei Hartz-IV braucht niemand zu verhungern, wenn er sich mit Vernunft und Disziplin einteilt. Hartz-IV soll kein Dauerlebensentwurf sein, sondern ein nur Übergang zum neuen Berufsstart. Ein Lohnabstandsgebot ist zu beachten, sonst lohnt sich Arbeit in einfachern Berufen nicht mehr, man kann einfache Tätigkeiten auch nicht mit Spitzenlöhnen - "von denen man leben kann" - ausstatten, dann fallen sie weg.
Erzählen Sie das mal Menschen, die mit über 50 arbeitslos geworden sind. Dass da selbst eine gute Ausbildung und jahrzehntelange Berufserfahrung nichts mehr wert sind, habe ich am Beispiel eines Freundes gesehen, der als gelernter Maschinenbauer und 31 Berufsjahren mit 55 aus betriebsbedingten Gründen "freigesetzt" wurde. Trotz seiner Bereitschaft, hinsichtlich Tätigkeit und Einkommen erhebliche Anstriche gegenüber seiner früheren Tätigkeit zu akzeptieren, hat der bis zur Rente nie wieder einen neuen Job gefunden, und das, obwohl Maschinenbauingenieure angeblich händeringend gesucht wurden.

#92 - 06.03.2018, 12:03 von ruhepuls

Unsinnige Theorien?

Zitat von bikemike
man es auch tatsächlich richtig analysiert und die Ursachen erkannt hat. Insofern zeigt der Gastbeitrag die verschiedenen Aspekte des Themas auf. Lebensnah betrachtet weiss man aber auch , dass die sehr ungleiche Verteilung des Vermögens in Deutschland zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt haben und der Mittelstandsbauch abgeschmolzen ist. Ich würde jedem empfehlen ein mal ......
Die Theorien von Friedmann mögen nicht für ein Paradies sorgen. Das gibt es nirgends. Allerdings wissen wir, was dabei rauskommt, wenn der Staat es richten soll. Dann entsteht vor allem viel Bürokratie und Stillstand. Die Korruption nimmt dramatisch zu und am Ende bricht der Laden zusammen. DAS ist der Grund, warum die Politik auf Privatisierung setzt. Auch wenn das nicht immer das Gelbe vom Ei ist. Aber bisher hat eben noch niemand den Stein der Weisen gefunden, wie so eine komplexe und große Gesellschaft wie unsere optimal organisiert wird.

#93 - 06.03.2018, 12:04 von weltraumschrott

In Foren zu diesem Thema

... lese ich immer wieder, dass es eine Schande sei, dass es in einem Land wie Deutschland diese Tafeln gibt. Nun, nehmen wir an, H4, Renten, Sozialhilfesätze etc. würden auf einen Schlag um 25 % erhöht. Das wäre natürlich schön für die Betroffenen. Aber die "überflüssigen" Lebensmittel würden damit ja nicht auf einen Schlag verschwinden. Was soll mit ihnen denn also geschehen? Verfütterung an Schweinemastbetriebe? Ist nicht nur seuchenrechtlich bedenklich (Fleischabfälle), sondern auch organisatorisch schwierig (kein Betrieb kann es sich leisten, einen Arbeiter dafür abzustellen, für die Schweine palettenweise Joghurt aus kleinen Bechern zu kratzen). Also Biogasanlage? Hm. Die Entsorgung einwandfreier abgepackter Lebensmittel ist eine teure Angelegenheit. Die Kosten dafür werden auf die Verbraucherpreise aufgeschlagen. Naja, wir haben ja im Vorfeld die Renten und Sozialhilfesätze erhöht, da geht sich das ja wieder aus...

#94 - 06.03.2018, 12:04 von zeisig

Arme wird es immer geben.

Und jede in Eigeninitiative betriebene Tafel hat das Recht, zu selektieren, den Zugang zu regeln und Berechtigungsausweise auszuzgeben. Ich zum Beispiel würde einen jungen Mann eher abweisen als eine alte Frau. Warum? Ganz einfach, der junge Mann kann arbeiten, die alte Frau nicht. Und wenn der junge Mann nicht arbeiten darf weil er Asylbewerber ist? Ja, dann muß der Staat ihm sein Essen finanzieren aus Steuergeldern, oder ihn arbeiten lassen, oder ihn nach Hause schicken.

#95 - 06.03.2018, 12:05 von ruhepuls

Wie kontrollieren?

Zitat von Europa!
Was Herr Liebig nicht erwähnt: Die zur Tafel Zugelassenen sind, wie es scheint, per definitionem anerkannte Transferleistungsempfänger, die sich ihren Status mit einem Offenbarungseid und Dutzenden Formularen erkämpft haben (was nur denen erspart wird, die ......
Im Grund haben Sie zwar recht, aber wie wollen Sie das kontrollieren? Wer Grundsicherung erhält kann das belegen (OK, was er/sie durch Schwarzarbeit dazu verdient, sieht man dem Bescheid nicht an).

#96 - 06.03.2018, 12:06 von chlorid

Zitat von anaeltym
über Armut. Ich beziehe Grundsicherung. War in der Vergangenheit Dolmetscherin; war seit der "Wende" arbeitslos. Ich gehe nicht zur Tafel. Aber ein Ticket ......
Und was sagt uns das? Dass nicht alle Flüchtlinge arm sind! Das wird schon länger erklärt, aber keiner will es hören. Das Geld stammt nicht von HartzIV oder aus staatlichen Leistungen. Es gibt sehr viele wohlhabende Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Das sind eben keine Wirtschaftsflüchtlinge, sondern politische Flüchtlinge. Die haben Geld und kaufen sich etwas dafür. Was ist daran so verwerflich oder auch nur schwer zu verstehen?

#97 - 06.03.2018, 12:06 von spmc-135322777912941

"braucht"

Zitat von suburber
Ich wollte nur die Frage der Überschrift beantworten: Ja. In einem Land, welches so etwas wie "Die Tafeln" braucht und in dem dann diese Institutionen vom Staat euphemistisch als "Eigeninitiative" oder ......
Gerade das wird in Frage gestellt. Wenn ich mir als Bedürftiger einen Teil meiner Nahrungsmittel kostenlos besorgen kann und auch die Zeit habe mich bei den Tafeln anzustellen, würde ich das auch tun. Imübrigen ist schon lange belegt dass viele Menschen wegen der sozialen Kontakte zu den Tafeln gehen. Das funktioniert natürlich nicht wenn 70 % der Besucher junge männliche Ausländer sind die ganz andere Intentionen haben.

#98 - 06.03.2018, 12:06 von cabeza_cuadrada

Was meinen sie?

Zitat von realplayer
Man sollte sich mal fragen wann es mit den Tafeln begann. Nämlich genau dann als wir uns von der sozialen Marktwirtschaft verabschiedet haben.
Die erste deutsche Tafel wurde 1993 eröffnet. Weit weit vor Hartz 4 auf das sie sicherlich anspielen wollten.

#99 - 06.03.2018, 12:07 von srinivasa.r.aiyangar

Zitat von muunoy
Vollkommen richtig. Auch ich würde zur Tafel gehen, dürfte ich es trotz meines sehr guten Einkommens. Das Prinzip der Tafel nutze ich aber schon. Und das können Sie auch. Ich greife im Supermarkt gerne zu Artikeln, die stark reduziert sind, weil das MHD fast erreicht ist. Da gibt es dann oft 20 bis 30% Rabatt....
Man merkt, dass Sie hinsichtlich dieses Themas Theoretiker sind. Glauben Sie mir, Sie würden sich dieser öffentlichen Stigmatisierung nicht freiwillig aussetzen. Der Vergleich mit der Wahrnehmung von Supermarktangeboten geht an den Realitäten meilenweit vorbei.

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