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Debatte um Essener Tafel: Versagt hier der Sozialstaat?

DPA Immer mehr Tafeln versorgen in Deutschland immer mehr Menschen. Doch heißt das wirklich, dass es bei uns immer mehr Arme gibt?
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#10 - 06.03.2018, 10:56 von wortgewalt87

Verschwendung stoppen

Ich habe keine Berechtigung für die Tafel. Wenn ich aber eine hätte, würde ich sie nutzen. Einfach, weil ich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln bin. Ich finde es unabhängig von jeder Armut oder Not sehr sinnvoll, sämtliche Lebensmittel möglichst komplett zu verwenden und freue mich deshalb über die Existenz der Tafeln. Ein Indikator für Armut sind sie eher nicht.

#11 - 06.03.2018, 10:58 von Knippi2006

Zitat von lathea
.......bei so manchen Personengruppen das durch die Tafeln gesparte Geld in Haustiere, Alkohol und Zigaretten fließt....
Soso, das ist also "allgemein bekannt". Etwa genauso bekannt wie sämtliche anderen dummdreisten Klischees über beliebige Bevölkerungsgruppen. Einfache Weltbilder, einfache Geister.

#12 - 06.03.2018, 10:58 von Crom

Zitat von suburber
Ich wollte nur die Frage der Überschrift beantworten: Ja. In einem Land, welches so etwas wie "Die Tafeln" braucht und in dem dann diese Institutionen vom Staat euphemistisch als "Eigeninitiative" oder wahlweise auch als "gesellschaftliches Engagement" bezeichnet werden, läuft etwas gründlich schief.
Brauchen wir denn die Tafeln überhaupt? Es gibt auch Regionen ohne Tafel und da verhungern die Menschen auch nicht.

#13 - 06.03.2018, 11:00 von elli.schlesinger

Nicht gut - weg mit den Tafeln! Preiswerter verkaufen! FÜR ALLE!

Ich kann nicht in allen Punkten Tafeln für richtig erklären. Nur in einem, dass man vermeidet, noch gute Lebensmittel wegzuwerfen. Es gibt ja eine "Einkommensobergrenze". Wer darunter fällt hat es gut. Derjenige, der 20 Euro mehr bekommt, geht bei den Tafeln leer aus. Wenn ich dann lese, dass bei der Berliner Tafel jeder wöchentlich für ca. 100 Euro Lebensmittel erhält, dann sind das 400 Euro monatl. Reingewinn. Die hat derjenige nicht, der monatlich 20 oder 40 Euro mehr Stütze erhält. Und so fördert man die Ungerechtigkeiten im unserem Land immer weiter.

#14 - 06.03.2018, 11:00 von Mister Stone

Bekanntlicher Unfug

Ohnehin geben deutsche Haushalte für Nahrungsmittel bekanntlich anteilig weniger Geld aus als die meisten anderen Europäer.

Weil sie anteilig viel weniger Wohnungseigentum und anteilmäßig viel geringere Renten und geringere Mindestlöhne (echte Mindestlöhne, ohne Ausnahmen!) haben als die meisten anderen Europäer. Und weil die Energiepreise in Deutschland viel höher sind als in bei den meisten anderen Europäern. Und weil die Deutschen deswegen anteilig sehr viel mehr für Miete und Energie ausgeben müssen als andere Europäer. Und deshalb haben sie weniger Geld für Nahrungsmittel übrig als die meisten anderen Europäer. Und deshalb können sie anteilmäßig gar nicht mehr für Nahrungsmittel ausgeben als die meisten anderen Europäer.

Schon mal darüber nachgedacht, Herr Direktor Liebig?

#15 - 06.03.2018, 11:00 von Schwarze Seele

Vorsicht,

Zitat von kategorien
Die Menschen gehen aus Spaß bei der Tafel essen, weil es dort viel schöner als zu Hause ist.
Ironie verstehen zu viele nicht!
Kurz und gut: Es ist ein Skandal, dass sich bei uns Freiwillige darum kümmern müssen, dass Schwache genug zu essen bekommen.
Darüber hinaus muss ein Riegel vorgeschoben werden, dass Migranten, die in ihren Unterkünften versorgt werden, die Tafel-Kapazitäten nutzen. Es geht auch nicht an, dass Deutsche und Ausländer, um die eigene
Kohle, oder die vom Amt anderweitig zu verwenden, sich dort bedienen.

#16 - 06.03.2018, 11:01 von kuhndi

Aber es ist geradezu erbärmlich?

Zitat von suburber
Ich wollte nur die Frage der Überschrift beantworten: Ja. In einem Land, welches so etwas wie "Die Tafeln" braucht und in dem dann diese Institutionen vom Staat euphemistisch als "Eigeninitiative" ......
dass ein derart reiches Land wie Deutschland so etwas braucht!
Ihre Worte! Und wissen Sie was falsch ist? Deutschland ist eben KEIN derart REICHES Land. AUch wenn das Ihnen Ihre Politiker immer wieder vorgaukeln. So einfach ist das.

#17 - 06.03.2018, 11:02 von Le Commissaire

Fehlschluss

Zitat von suburber
Aber es ist geradezu erbärmlich, dass ein derart reiches Land wie Deutschland so etwas braucht!
Schade, dass sie den Artikel nicht verstanden haben, denn es ist überhaupt nicht klar, dass Deutschland Tafeln "braucht". Das zu behaupten ist so, als wenn Sie aus der Inanspruchname von Freibier folgern würden, Deutschland "braucht" Freibier.

#18 - 06.03.2018, 11:02 von Crom

Zitat von lathea
Am schlimmsten stehen jedoch die Rentner da, weil diese sich oft entscheiden müssen, ob sie Essen kaufen oder die Rezeptgebühr bezahlen können und dafür die Heizung noch mehr runterschrauben müssen. Denn für Rentner reichen Renten unter 1.000? in Deutschland nicht zum Leben und mir sind sogar Rentner bekannt, die mit weniger als 500? Rente auskommen müssen und die keinen Anspruch auf eine Grundsicherung haben. Eine Schande für Deutschland.
Für die solche Rentner gibt es ja Zuzahlungsbefreiungen. Da muss dann auch keine Rezeptgebühr mehr gezahlt werden.

#19 - 06.03.2018, 11:04 von citizen01

Die Tafeln organisieren die sinnvollere Verwendung von Lebensmitteln,

die aufgrund immer höherer Qualitätsansprüche nicht verkauft werden. Der inflationär gebrauchte Armutsbegriff sollte nur für die tatsächlichen Elendsgebiete verwendet werden, deren Not sonst durch die hiesigen "Armen" banalisiert würde. Der Augenschein bei den Tafelbesuchern zeigt, daß es weit überwiegend nicht die wirklich Armen sein können.

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