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Deutschlands Industrie in Not: ...dann schickt Griechenland die Troika zu uns

AFP Während unsere einst gefeierte Industrie immer tiefer in die Krise steuert, floriert die griechische Wirtschaft zunehmend. Geht's noch?
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#1 - 12.04.2019, 14:27 von karl_der_kurze

"Oder wie eine Wirtschaft funktioniert, die nicht wie irre davon abhängig gemacht wurde, ob der schöne Export läuft"

Von Wirtschaftsdiktator Altmaier, diesem Bösewicz? Oder doch dem Dealer Draghi, der uns einen unterbewerteten Euro geschenkt und damit die traditionelle Exportorientierung der deutschen Industrie (weil wir so geile Sachen bauen) noch weiter angeheizt hat? It's the Euro, stupid.
Die Troika können sie gerne schicken und als erstes sollten sie mal unsere "Energiewende" rückabwickeln. Die ist nämlich "irre", um im Schülerzeitungsjargon zu bleiben.

#2 - 12.04.2019, 15:31 von moev

Wenn A 1.000 Fabriken habe und baut 15 neue, dann wächst er "nur" um 1,5%. Wenn B 200 Fabriken hat und baut 5 neue, dann wächst er ums sagenhafte 2,5%.

Und der Stimmungsindex ist genauso wenig aussagekräftig.

In A können alle mies drauf sein, weil sie eigentlich mit 17 neuen gerechnet haben, während in B alle euphorisch sind, weil sie dachten es gäbe nur 3 neue

#3 - 12.04.2019, 15:49 von curiosus_

Echt jetzt?

BIP pro Kopf:

Griechenland 2008: 31997,28 US-$
Griechenland 2018: 21144,18 US-$ (- 34%)

Deutschland 2008: 45699,20 US-$
Deutschland 2018: 50841,67 US-$ (+ 11,2%)

Deutschland ggü. Griechenland, 2018: + 140%

Mindestlohn 2019:

Griechenland: 3,39 Euro
Deutschland: 9,19 Euro (+ 171% ggü. Griechenland)

Logisch, wenn man aus dem ganz tiefen Keller kommt (und vorher drastisch abgestürzt ist) kann man deutlich einfacher höhere prozentuale Steigerungen realisieren als wenn man schon weit oben ist. Man kann aber nicht nur, man muss auch. Vor allem wenn man Schulden bis zum Stehkragen hat. Wenn jemand auf 100m 20Sekunden braucht ist es auch einfacher um 10% schneller zu werden als für einen der nur 10 Sekunden braucht.

#4 - 12.04.2019, 16:30 von cabbage

Boom auf Pump

Was in Griechenland zu sehen ist, ist die "Illusion of Wealth", die aus der Niedrigzinspolitik der EZB resultiert. Dass Griechenland die Anleihen überhaupt an den Mann bringen konnte, liegt einzig an der What-ever-it-takes-Politik von Draghi, nicht an der vermeintlich florierenden griechischen Wirtschaft. Griechenland ist leider weiterhin hochverschuldet und ein Problemkind der Eurozone.

#5 - 12.04.2019, 16:34 von Mittelfr.

Politiker eben

Dem Griechischen Politiker, egal von welcher Partei kann nicht getraut werden, und wenn es um Ihre Schulden geht, sind diese kreativ und laufen zur Höchstform auf.

#6 - 12.04.2019, 16:34 von cinkor

Wenn man...

....unten am Berg steht, kann es nur hinauf gehen...aber wenn man die Spitze erreicht hat, da gibt es nur den Weg runter. Ich hoffe das leuchtet jedem ein.

#7 - 12.04.2019, 16:34 von dwalle99

Mal wieder der übliche Salmon des Hobby-Ökonomen

Es ist schon beschämend, wie ein Blatt wie der Spiegel, welcher sich sicherlich als eine der Hochburgen deutschen Denkens begreift, sich jede Woche erlaubt, einen so absoluten Quatsch zu veröffentlichen. Kurz gesagt, den Griechen geht es mittlerweile etwas besser, weil die Geldgeber darauf gedrängt haben, endlich mal wenigstens ein klein wenig anders zu machen. Ändert allerdings nichts daran, das GR weiterhin hoffnungslos unproduktiv ist und weiterhin üebr seine Verhältnisse lebt als Staat insgesamt betrachtet. Das Befolgen der Reformvorschläge hat für Spanien und Portugal noch mehr Erfolg gezeitigt, weil die nicht so "kreativ" mit der Wahrheit waren wie die Griechen. Und jetzt zu behaupten, wir sollten von den Griechen lernen, ist schon ein Ding. Hey, wir haben tausende Fabriken und produzieren wenigstens etwas in D, was die Welt kaufen will. D.h., wir verdienen unser Geld mit Arbeit und Gütern. Die Gründe für die Delle sind sicherlich woanders zu suchen als im Vergleich D zu GR, z.B. in der Unsicherheit des Welthandels durch so Typen wie Donald the Trampel. Aber das interessiert ja einen General-Dillettanten nicht. Fazit: Wir leben alle unter dem selben Himmel, haben aber leider nicht alle den gleichen Horizont.

#8 - 12.04.2019, 16:44 von haarer.15

Gegen den Strom

Tja - der alt-ökonomische Schäuble-Drill offenbarte schon immer etwas zuviel Tunneldenken - ohne zu berücksichtigen, wie unterschiedlich die Ausgangslage war. Wenn man zuvorderst bei den Kleinen spart oder gar noch an der Infrastruktur eines Landes hätte es auch bei uns auf den Straßen große Aufstände gegeben. Es war der falsche Weg. Dabei gilt hier wie dort, dass die Binnennachfrage eine ganz wichtige feste Konstante ist, die Konjunktur anzukurbeln. Genau das scheinen klassische Ökonomen nach Lehrbuch nicht gerne zu hören - welche immer nur von gleichen ökonomischen Grundlagen ausgehen, die im Fall GR gar nie vorhanden war. Für Tzipras und seine Griechen (auch für die EU) kann es nur gut sein, wenn die Konjunktur jetzt läuft.

#9 - 12.04.2019, 16:45 von De facto

Die 2. Seite

Griechenland ist immer noch extrem verschuldet und hat eine niedrige Produktivität. Das überleben in der Eurozone ist immer noch zweifelhaft. Zwar sind die Unterschiede kleiner geworden da Deutschland in den letzten fünf Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat aber der Kluft ist immer noch da. Das Ur-Problem der Eurozone ist die geringe wirtschaftliche Konvergenz der verschiedenen Ländern, entgegen die ursprüngliche Erwartungen, dies ist besonders in die Arbeitslosigkeit zu beobachten - die Arbeitslosen Griechen auswandern nicht (nur die gut ausgebildeten tun es).

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