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Ex-Arcandor-Chef: Middelhoff will gegen Urteil vorgehen

DPA Für drei Jahre soll Thomas Middelhoff ins Gefängnis. Gegen das Urteil will er nun laut einem Zeitungsbericht Revision einlegen.
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#10 - 16.11.2014, 09:30 von klaus meucht

Der Schaden alleinig ist nicht entscheident

Entscheident ist die Kriminalität und nicht der Schaden. Managemententscheidungen sind immer Spekulationen auf die Zukunft. Sichere Entscheidungen gibt es i.a. nicht.

Trifft ein Manager falsche Entscheidungen gehört er maximal entlassen, aber deswegen noch lange nicht ins Gefängnis. Setzt ein Manager auf die falschen Produkte weil er den Trend falsch einschätzt - kostet das ggf. viele Arbeitsplätze ist aber nicht kriminell.

Etwas anderes ist Untreue. Zieht ein Manager aus dem Unternehmen absichtlich Geld ab, um sich privat zu bereichern dann ist dies kriminell.

#11 - 16.11.2014, 09:32 von janne2109

Zitat von arrache-coeur
Eines von Middelhoffs Problemen ist seine "Mir kann keiner"-Attitüde. Wie bereits anderweitig geschrieben wurde, hätte ihm ein wenig mehr Demut gut zu Gesicht gestanden ob des Schadens, den er nicht nur bei Arcandor verursachte. Dann wäre er möglicherweise wie Zumwinkel oder andere Grossbetrüger mit einer Verbannung davongekommen.
das ist doch Unsinn, sorry. Hero Brahms hat zum Thema der Nutzung von Privatjets und Helikopter gesagt:

Die dienstliche Nutzung von Privatjets ist Middelhoff in den Vertragsverhandlungen mündlich zugesagt worden. Dies ist nur versehentlich nicht schriftlich festgehalten worden!!!
Der Aufsichtsrat hatte die Zusage an Middelhoff dann nachträglich gebilligt.

Statt immer das gleiche hier zu schreiben Spon, solltet Ihr lieber mal in die Recherche gehen und feststellen, das alle Manager in dieser Gehaltsklasse Jets und Helikopter nutzen dürfen.

Was denkt Ihr denn hier alle warum die Firmen Privatmaschinen haben?

#12 - 16.11.2014, 09:45 von wibo2

Wie blöde kann man nur sein?

Zitat von ferdi111
Oh Gott..., ... was macht der? Kapiert TM nicht, wie die Justiz funktioniert? Die werden ganz schön verärgert sein.
Es wäre wirksamer für ihn gewesen, der TM hätte als Sträfling aus dem Gefängnis heraus seine weiteren Prozesse geführt. Zum einen hätte er sich erfolgsversprechender darauf konzentrieren können und zum anderen hätte er auch etwas Mitleid von der Öffentlichkeit und vom Gericht bekommen. Die Erfolgsaussichten bei seinen anderen Gerichtsverfahren wären vorteilhafter gewesen, wenn er das Urteil des Essener Gerichts akzeptiert hätte.

Irgendwie scheint er wohl den Überblick weitgehend verloren zu haben und ein fortgeschrittener Realitätsverlust ist bei seinen seltsamen Äußerungen und Entscheidungen immer wieder unübersehbar.
Soll der BGH seine Machenschaften etwa generell legalisieren? Will er ein "Lex Middelhoff" extra für sich selbst exklusiv beanspruchen? Das werden die wohl kaum machen können.

#13 - 16.11.2014, 09:53 von Ex-Kölner

Sicher?

Zitat von moistvonlipwik
Die Erfolgsaussichten sind derzeit von niemandem zu beurteilen: es liegt ja noch nicht einmal das schriftlich abgefasste Urteil vor.
Was bislang bekannt ist, ist aber schlimm genug: Unterschlagung von einer halben Million Euro - das ist mehr, als ein paar Frikadellen aus dem Abfall oder ein paar Bleistifte zu mopsen. Und während man über die Helikopterflüge zum Büro noch streiten kann, ist allein die "Fest"schrift für seinen Mentor (an dessen Fähigkeiten man bei dieser Gelegenheit auch kräftig zweifeln darf) dreist genug; ebenso der dadurch angerichtete Schaden. Auch die Flüge auf Arcandor-Kosten zu Aufsischtsratssitzungen anderer Unternehmen dürften nicht strittig sein.

Aber selbst, wenn seine Anwälte es schaffen sollten, eine Bewährungsstrafe herauszuschlagen: Der Mann ist erledigt. Gesellschaftlich sowieso - und vermutlich auch finanziell. Es sind ja noch diverse andere Verfahren gegen ihn anhängig. Selbst, wenn er geschafft haben sollte, irgendwo Geld zu bunkern - wenn er im bisherigen Stil weitermacht, werden seine Gläubiger sofort wissen wollen, wie er sich das leisten kann.

Mein Bedauern hält sich allerdings in Grenzen. Bertelsmann hat er mit dem AOL-Geschäft zwar einen ordentlich Gewinn beschert; mit der völlig kranken Beteiligung an der damals mehr als fragwürdigen Tauschbörse Napster aber unterm Strich einen Schaden von rund 400 Millionen Euro verursacht.

Und Arcandor hatte sicherlich schon Probleme, bevor er dorthin kam - aber kleiner dürften die durch ihn nicht geworden sein.

#14 - 16.11.2014, 10:01 von inx_1

achja

Zitat von donrealo
und dass ihm beim gemeinschaftlichen Duschen in der JVA des öfteren mal die Seife zu Boden fällt :-)
Mehr Häme geht wohl nicht. Saubere Mitbürger ...
Im übrigen ist das mit der JVA und der heruntergefallenen Seife genau so ein Mythos wie Hängolin im Tee der Bundeswehr.

Übrigens wünsche ich ihm das er Bewährung bekommt in zweiter Instanz, denn die Peanuts um die es da geht sind nichts im Vergleich zum Schaden den der bayerische Krapfen in landsberg angerichtet hat - und der wird hofiert bis zum geht nicht mehr, inkl. vorzeitigem Ausgang.

#15 - 16.11.2014, 10:09 von barrakuda64

Prognose

Durch die leichte Durchschaubarkeit der deutschen Justiz wage ich folgende Vorhersage:es wurde hinter verschlossenen Türen vereinbart dass es zunächst ein Hafturteil gibt. Thomas Middelhoff soll in Revision gehen, dann wird das Urteil auf 2 Jahre auf Bewährung abgeändert. Rechnet man noch das eine oder andere "Ungemach" während der Prozeßzeit dagegen, dann kommt vielleicht noch 1 Jahr auf Bewährung heraus. Die Fälle in Deutschland, in denen in den letzten 30 Jahren Politiker oder Manager tatsächlich ins Gefängnis mußten, kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Da muss es der Angeklagte schon sehr bunt getrieben haben oder sich vor Gericht "verplappern". In Österreich ist der Ex-Innenminister letzte Woche zu 4 Jahren Haft verurteilt worden. Zu dumm auch, dass Österreich nicht mehr zu Deutschland gehört. Da wäre so ein Fehler nicht unterlaufen.

#16 - 16.11.2014, 10:10 von Stefan_G

zu #5

Zitat von thinking_about
Der Mann ist total fertig und hat wahrscheinlich gar nicht bemerkt, daß sein Personalausweis abgelaufen ist, der klingelt ja nicht wie das Handy zum Wecken. Kann uns auch allen passieren. Der Paß liegt möglicherweise in Stant Tropez oder Bielefeld, who knows.
Darum geht es gar nicht.
Er ist inhaftiert, weil Fluchtgefahr besteht, nicht weil er versäumt hat, sich einen neuen Personalausweis ausstellen zu lassen. Der abgelaufene Perso ist lediglich
ein formaler Grund für die Akten und erspart dem Richter das Schreiben einer Begründung, warum genau Fluchtgefahr besteht.

#17 - 16.11.2014, 10:13 von barrakuda64

Generelle Feststellung

Zwei in Deutschland generell gültige Ableitungen (erhärtet durch die Rechtsprechung=Fakten der letzten Jahrzehnte) lauten:
1. Gesetze sind nur für die Dummen da
2. Gesetze sollen die Schandtaten der "Oberschicht" legalisieren und die (vernünftigen) Taten der Normalbürger kriminalisieren

#18 - 16.11.2014, 10:22 von Watchtower

Warum nicht lebenslänglich...

Zitat von Pandora0611
Und die Hubschrauberflüge von seinem Wohnsitz nach Essen waren natürlich auch alle "dienstlich". Deshalb durfte er sie auch Arcandor in Rechnung stellen. Genauso die Flüge mit Charterjets nach New York und London. Und auch die Flüge zu seinem zweiten Wohnsitz nach Saint-Tropez. Auch 180.000 Euro für eine Festschrift zu Ehren des früheren Bertelsmann-Chefs Mark Wössner lasten sie ihm an. Da ist Big T mit 3 Jahren noch gut weggekommen. Für solche Straftaten gibt es normalerweise bis zu 10 Jahre.
wenn Sie schon mal dabei sind, das Strafmaß zu vergeben? Sie sind bestimmt Jurist und haben sich tief in den Sachverhalt eingearbeitet oder stützen Sie sich etwa auf die Boulevard- und sonstige Beiträge der bunten Blättchen? Ich vermute letzteres...

#19 - 16.11.2014, 10:29 von Ex-Kölner

Ebent!

Zitat von janne2109
Die dienstliche Nutzung von Privatjets ist Middelhoff in den Vertragsverhandlungen mündlich zugesagt worden.
Im Prozeß ging es aber um die private Nutzung. Ich muß mich wiederholen: Man kann durchaus der Meinung sein, daß es im Interesse der Firma ist, einen teuer bezahlten Chef auf Firmenkosten mit dem Hubschrauber abzuholen statt ihn auf Firmenkosten im Stau stehen zu lassen (oder einen "standesgemäßen" Umzug in die Nähe der Arbeitsstätte zu finanzieren).

Aber es bleiben genug Posten übrig, die nichts mit Arcandor zu tun hatten.

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