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EZB-Kurs: Warum die Zinsen niedrig bleiben müssen

DPA Die Europäische Zentralbank hat eine Wende in der Geldpolitik angedeutet - doch wer jetzt auf steigende Zinsen hofft, freut sich zu früh: Der Aufschwung in der Eurozone ist dafür zu schwach.
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#1 - 10.06.2017, 11:04 von wo_st

Wie beim Benzinpreis

Wir suchen uns die Gründe, eine Zinserhöhung oder eben keine zu begründen. Würden unsere Volksvertreter wenigstens die eingesparten Zinsen richtig anlegen.

#2 - 10.06.2017, 11:09 von missourians

Meine Meinung ist, dass die Zinsen nicht mehr hoch gehen dürfen weil sich alle Staaten in den letzten Jahrzehnten so verschuldet haben, dass sie sich kleine Zinsen mehr leisten können ohne, neben Griechenland, Portugal... Bankrott zu gehen. Auch das reiche Deutschland leidet nuter diesem Problem, und nebenbei will sich Herr Schäuble sicher nicht ein Klotz ans Bein setzen lassen, um Geld für Zinszahlungen statt Schuldenreduktion aus zu geben.
Anders kann ich mir diese sinnlose (nach eigenen Vorgaben für Niedrigzinsen) nicht erklären.

#3 - 10.06.2017, 11:24 von mr.andersson

Früher hieß es, wir brauchen moderate Lohnabschlüsse, weil sonst die Inflation explodiert.

Heute suchen wir händeringend nach Inflation, die Binnennachfrage ist zu niedrig und die meisten Firmen machen gute Gewinne.

Höhere Löhne können also finanziert werden und lösen die anderen Probleme sofort.

Wir geben Billionen (!) aus um die inflation anzukurbeln anstatt anstatt die Löhne zu erhöhen.

#4 - 10.06.2017, 11:26 von muellerthomas

Zitat von missourians
Meine Meinung ist, dass die Zinsen nicht mehr hoch gehen dürfen weil sich alle Staaten in den letzten Jahrzehnten so verschuldet haben, dass sie sich kleine Zinsen mehr leisten können ohne, neben Griechenland, Portugal... Bankrott zu gehen. Auch das reiche Deutschland leidet nuter diesem Problem, und nebenbei will sich Herr Schäuble sicher nicht ein Klotz ans Bein setzen lassen, um Geld für Zinszahlungen statt Schuldenreduktion aus zu geben. Anders kann ich mir diese sinnlose (nach eigenen Vorgaben für Niedrigzinsen) nicht erklären.
Die Durchschnittszinsen der ausstehenden Staatsanleihen liegen praktisch überall noch deutlich über dem aktuellen Marktzins. Die Zinsen könnten je nach Land erstmal um ein bis vier Prozentpunkte steigen, eher die Zinslast des Staates dann anstiege.

#5 - 10.06.2017, 11:29 von querulant_99

Der DAX stürmt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Wenn man mal annimmt, dass die Großinvestoren keine Vollpfosten sind, muss es unserer Wirtschaft blendend gehen. Ich frage mich, wann sollen denn die Zinsen erhöht werden, wenn nicht jetzt? Dann, wenn die nächste Rezession vor der Türe steht?

#6 - 10.06.2017, 11:31 von kladderadatsch

Das Problem ist Draghi selbst

Mit dem Ankauf von Staatsanleihen und zuletzt auch Unternehmensanleihen hat sich Draghi weit von der EZB-Satzung entfernt. Er hat viele Tabus gebrochen und die EZB gegen die Maastrichter Geist in ein Fahrwasser des exzessiven Staatsinterventionismus einer Planwirtschaft gebracht. Die Wirkung des Quantitative Easing ist als keynesianische Extremposition wissenschaftlich umstritten, die negativen Nebenwirkungen nicht. Alleine für D hat eine Studie der Genossenschaftsbanken als Folge der Nullzinsen Umverteilungseffekte von 450 Mrd. € festgestellt. Niedrige Zinsen wirken bei strukturellen Schwächen kaum. Warum sollte man in Italien investieren, wenn die Rentabilität mangels internationaler Wettbewerbsfähigkeit negativ ist. Umgekehrt haben die niedrigen Zinsen die notwendigen Strukturreformen in den Südländern verzögert. Eigentlich sollte mit Axel Weber ein Deutscher jetzt EZB-Präsident sein. Duisenberg hat noch seine Amtszeit auf 4 Jahre begrenzt. Draghi sollte zurücktreten.

#7 - 10.06.2017, 11:49 von thequickeningishappening

Die Waehrungsunion war ein Fehler

Fehler muss man korrigieren, nicht reformieren! Je laenger der Nullzins anhaelt desto schwieriger der Entzug! Der Euro muss weg! Bei Normalzins wird es Wertberichtigungen im Immobilienmarkt geben; der Aktienmarkt wird einbrechen und die Realwirtschaft wird der virtuellen nach Sueden folgen!

#8 - 10.06.2017, 11:58 von Cochrane

Schon

kurz nach der Einführung des Euro war abzusehen, daß die europäischen Politiker die Schulden über Inflation abbauen wollen. Das tun sie jetzt. Will der Bürger das nicht, dann muß er andere Politiker wählen. Würde uns Schäuble 5% auf unsere Bundesanleihen zahlen müssen (ein ganz normaler Zinssatz), schriebe sein Haushalt keine 30 Millarden plus auf, sondern er läge 70 Millarden hinten.

#9 - 10.06.2017, 12:02 von hergen.heinemann

An wem hängt es denn nun?

An der Bundesregierung, wie Herr Fratscher sagt? Oder an den Regierungen der Euro-Staaten: "Eine baldige Normalisierung hängt nicht in erster Linie von der Notenbank, sondern von den europäischen Staats- und Regierungschefs ab: Sie müssen die wichtigen Reformen der Währungsunion endlich anpacken."?

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