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Geldforderungen der Bundesbank: Sitzt Deutschland wirklich auf einer Billionen-Bombe?

DPA Fast eine Billion Euro schuldet die Europäische Zentral der Bundesbank im internen Zahlungssystem Target 2. Kritiker sehen darin ein gewaltiges finanzielles Risiko für Deutschland. Doch wie groß ist die Gefahr tatsächlich?
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#1 - 10.07.2018, 10:14 von MikelFriess

Der "Un" Sinn mal wieder

Es ist faszinierend was dieser Mensch schon für einen Quatsch von sich gegeben hat. Trotzdem wird er immer wieder zitiert. Man erinnere sich! Die deutsche Wirtschaft ist, laut Herrn Sinn, mit der Einführung des Mindestlohns zusammengebrochen.

#2 - 10.07.2018, 10:24 von default_user

Ja ich habe den Artikel gelesen.
Ich habe jetzt aber nicht verstanden was an Target2 schlimm sein soll. Ist es jetzt nur ein Wert an dem man ablesen kann wer wo einkauft. Das Geld ist doch geflossen und nur weil jemand die EZB parallel berechnet sollen Landesbanken Schulden haben?
Wenn ich mit meiner Firma aus NRW in Hamburg einkaufe dann hat doch auch nicht Hamburg Schulden gegenüber NRW. Gibt es also diese Schulden nur weil sich jemand dieses System ausgedacht hat? Welchen Sinn erfüllt es außer das man einen Wert ablesen kann. Sind hier noch Informationen verschwiegen. Der Hans Werner Sinn sollte sich mit diesem System doch auskennen und hat gesagt es wäre problematisch, muss ich ihm nun vertrauen?

#3 - 10.07.2018, 10:25 von Tom S.

was ist nun die Quintessenz?

Der Autor schreibt, dass im schlimmsten Fall "die Bundesbank tatsächlich auf ihrer beinahe billionenschweren Forderung sitzenbleiben" würde. Was würde denn das bedeuten? Würde die Bundesbank dann Insolvenz anmelden? Oder könnte sie ihre Bilanz quasi durch einen Federstrich bzw. durch eine politische Entscheidung des deutschen Parlaments bereinigen (quasi re-setten), weil es sich nur um virtuelle Forderungen handelt? Dann wären die Target2-Salden tatsächlich kein Problem.
Ich glaube, so ganz habe ich es noch nicht verstanden.

#4 - 10.07.2018, 10:25 von hannesmann

Diese Hysterie um die Target2 Salden wird doch künstlich erzeugt um von dem tatsächlichen Problem, der Flutung der Märkte durch die EZB, abzulenken. Die z.B. chinesische Zentralbank wird die Gelegenheit gerne nutzen, um ihre italienischen und spanischen Anleihen mit gewaltigen Kurgewinnen abzustoßen. Dieses Geld wird dann aber nicht wieder in diesen Ländern angelegt, sondern fließt dann im Wesentlichen nach Deutschland und treibt hier die Vermögenspreise. Bei einem Auseinanderfliegen der Eurozone würde die Deutsche Bundesbank dann für ihr Guthaben wohl wieder italienische Lire und spanische Peseten erhalten, wie früher auch. Ob sich daraus Verluste ergeben, hängt dann wohl von der Bewertung des Euro beim Umtausch in die nationalen Währungen ab.

Vergessen bei der ganzen Betrachtung wird doch, dass es in Deutschland hohe Kapitalanlagen von Ausländern gibt. Das sind dann Verbindlichkeiten die jederzeit abgezogen werden können. Erst der Nettosaldo des Target2 Guthabens gegenüber den Verbindlichkeiten gegenüber Anlegern aus dem Ausland würde das tatsächliche Risiko einer möglichen Währungsumstellung zeigen.

#5 - 10.07.2018, 10:27 von Emderfriese

Unstimmig

"...Tatsächlich hat Sinn die Target-Salden im Jahr 2011 gewissermaßen entdeckt. Vorher wussten selbst Ökonomen, die sich mit der EZB beschäftigten, nicht, dass es das System überhaupt gibt. …"
Ist es zu glauben? Wenn das stimmt, warum soll ich dann jetzt für richtig befinden, was der Herr Kaiser heute schreibt? Dann sieht es doch eher so aus, als ob die Ökonomen sich immer noch nicht im Klaren sind, was die Konstruktion "Target 2" überhaupt bedeutet. Liest man den Beitrag genau, so kommt man doch nicht umhin, auch zwischen diesen Zeilen jede Menge Warnung zu finden, dass diese ominösen Schulden doch viel gefährlicher sind, als hier beschrieben.

#6 - 10.07.2018, 10:28 von ole#frosch

Was denn nun?

Welche Auswirkungen hat es, bezogen auf die target 2 Salden, sollte die Euro zone zerbrechen.
Wer haftet für dieses Geld? Muss dies bei einer Reaktivierung der DM mit einberechnet werden?
Der Artikel gibt hier keine Auskunft.

#7 - 10.07.2018, 10:29 von hansw

Danke

Der Artikel erklärt mir zum ersten Mal, was die Target 2 Salden für einen Bürger bedeuten. Sie bedeuten nichts und Bedenken sind nicht notwendig. Im Zweifel führte beim einem Zerbrechen der Euro-Zone dieser Saldo zu einem Buchungsvorgang und Verlust in der Bonität der Staaten.

Ich hoffe, dass ich das richtig verstanden habe.

#8 - 10.07.2018, 10:29 von Raisti

Bin erstaunt das nicht ein einziges mal in dem Artikel die deutsche Exportstärke mit als Problem angeführt wird.
Den das ist doch das grundproblem wie exportieren zuviel in die EU und Importieren zu wenig. Aber ist klar das man darauf ungerne hinweist den die einzige Lösung wäre ein kräftiges Lohnplus für die Deutschen um die Binnenkonjunktur anzukurbeln und somit auch die Importe.

Des Weiteren finde ich es schon bedenklich das die Gefahr herrunter gespielt wird. Alles was wir exportieren bedeutet eine potenzielle Schwächung der Wirtschaft des Importeurs (wird ja nicht mehr vor Ort produziert sondern von uns Importiert).

Mag sein das die Gefahr von den Warnern wie Sinn übertrieben wird aber der Artikel macht sich schuldig und spielt die Gefahr auch massiv herrunter. Bloss nicht am exportweltmeister Titel rütteln. Das wir Armut damit nur ins EU Ausland exportieren unterschlagen wir dabei mal.

#9 - 10.07.2018, 10:29 von exxtreme2

Was der Artikel nicht so rüberbringt

Ist dass die Target2-"Forderung" von der Bundesbank nicht fällig gestellt werden kann. Es ist also ein Kredit mit unendlicher Laufzeit und er muss vom Schuldner nie zurückgezahlt werden.

So etwas ist defakto kein Kredit sondern ein Geschenk. Sprich, die Bundesbank "schenkt" der Südperipherie Geld. Und sie kann sich nicht dagegen wehren.

MfG

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