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Haftstrafe für Ex-Arcandor-Chef: Middelhoff geht in Revision

AP/dpa Thomas Middelhoff will weiter für einen Freispruch kämpfen. Der inhaftierte Ex-Arcandor-Manager geht gegen das Urteil zu einer Haftstrafe von drei Jahren vor. Das letzte Wort hat nun der Bundesgerichtshof.
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#1 - 21.11.2014, 15:48 von Der Supervisor

Frage...

...wer bezahlt das eigentlich alles? Oder übernimmt bei Mittellosen der Staat die Prozesskosten (Stichwort: Prozesskostenhilfe). Und zum Glück kann keine Kaution gestellt werden, weil sie gepfändet werden würde. Auch nicht von einem guten "Freund" - denn Freunde hat der gute Big T. scheinbar keine mehr. Endlich trifft es mal den Richtigen....

#2 - 21.11.2014, 16:04 von donadoni

Middelhoff sollte eigentlich wissen ....

....dass er spätetestens nach den Wahlen in Thüringen mit Rot/Rot/Grün und einem linken MP keine Chance mehr hatte.Dem Volk muss nun ein erlegter Magnat präsentiert werden, damit es ruhig gestellt ist.Wer in Deutschland an die richterliche Unabhängigkeit glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Der Verfassungsrichter Müller hat z. B. nur die Seiten gewechselt. Das Ganze ist zwar bitter für Middelhoff, aber er hatte lange Zeit seinen Spaß gehabt. Irgendwann ist jedes Glück aufgebraucht. Warum er nicht schon lange vorher das Weite gesucht hat, bleibt sein Geheimnis.Jetzt muss er eben erstmal einsitzen. Dass er nun Revision beantragt, freut seine Anwälte in Sachen Honorare. Aber es wird und kann nichts dabei für Herrn M. rauskommen. Wenn man so will, ist er ein politischer Gefangener, der zum falschen Zeitpunkt seine Gaunereien machte und vor Gericht stand. Selbst für solche Dinge bedarf es Fortune, und die ist Middelhoff abhanden gekommen.

#3 - 21.11.2014, 16:08 von daslästermaul

äußerst geringe Erfolgschancen

So dürfte man die Chancen seines Revisionsbegehrens einordnen können. Die Liste der ihm zur Last gelegten Verfehlungen ist lang und gravierend. Zum anderen kommt - und das dürfte ausschlaggebend für seine geringen Erfolgschancen sein - hinzu, dass ihm scheinbar jedwedes Unrechtsbewusstsein für seine Taten abzugehen scheint, und er während des gesamten Prozesses kein Wort des Bedauerns gefunden und sich zur Frage einer möglichen Regulierung des von ihm zu verantwortenden Schadens angemessen geäußert hat. Erschwerend kommt für ihn die Situation um seine verworrenen Wohn- und Vermögensverhältnisse hinzu. Stattdessen ist er immer wieder mit dem von ihm hinlänglich bekannten "Hoppla, jetzt komme ich" Gestus in den Gerichtssaal marschiert und hat alle Beteiligten, in Sonderheit das Gericht, immer wieder mit Missachtung abgestraft. Und so etwas mögen Richter meistens gar nicht .... .

#4 - 21.11.2014, 16:19 von chb_74

Revision

Vor dem BGH wird ja auch nicht der Sachverhalt selbst erneut geprüft (es gibt keine Beweisaufnahmen und Zeugenvernehmungen in Revisionsverfahren vor dem BGH!), sondern es wird nur geprüft, ob das Urteil der Vorinstanz rechtsfehlerbehaftet ist und dann entweder bestätigt oder aufgehoben und zur Neuverhandlung zurückgewiesen. Ein neues Urteil fällt der BGH in diesem Fall nicht. Da die Tatbestände wenig zweifelhaft erscheinen, erscheinen die Chancen auf ein erheblich anders lautendes Urteil nach einer Neuverhandlung vor derselben oder einer anderen LG-Kammer in Essen in der Tat eher gering. Auch wenn das jemandem wie "Big T." schwerfallen dürfte: man sollte einsehen, wann man verloren hat...

#5 - 21.11.2014, 16:22 von Erwan

Es wundert einen schon, warum der Mann im Vergleich zu

Hoeneß so eine hohe Strafe bekommt oder anders ausgedrückt der Hoeneß so eine geringe. Zwischen einer halben Million und 30 Millionen (Steuerhinterziehund) ist ja ein riesiger Unterschied.

#6 - 21.11.2014, 16:27 von Freidenker10

Er kann ja um eine Verlegung nach München bitten, dann kann er mit Hoeness Anlagestrategien ausarbeiten... ;-)

#7 - 21.11.2014, 16:34 von redwed11

Zitat von donadoni
....dass er spätetestens nach den Wahlen in Thüringen mit Rot/Rot/Grün und einem linken MP keine Chance mehr hatte.Dem Volk muss nun ein erlegter Magnat präsentiert werden, damit es ruhig gestellt ist.Wer in Deutschland an die richterliche Unabhängigkeit glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Der Verfassungsrichter Müller hat z. B. nur die Seiten gewechselt. Das Ganze ist zwar bitter für Middelhoff, aber er hatte lange Zeit seinen Spaß gehabt. Irgendwann ist jedes Glück aufgebraucht. Warum er nicht schon lange vorher das Weite gesucht hat, bleibt sein Geheimnis.Jetzt muss er eben erstmal einsitzen. Dass er nun Revision beantragt, freut seine Anwälte in Sachen Honorare. Aber es wird und kann nichts dabei für Herrn M. rauskommen. Wenn man so will, ist er ein politischer Gefangener, der zum falschen Zeitpunkt seine Gaunereien machte und vor Gericht stand. Selbst für solche Dinge bedarf es Fortune, und die ist Middelhoff abhanden gekommen.
Es gab hier schon viele wirre Verschwörungstheorien, aber Ihre Ausführungen stellen die Krönung dieser Art Beiträge dar. Bei aller Anstrengung ist mir kein Zusammenhang zwischen dem Ministerpräsidentenkandidaten in Thüringen und der Kammer des Landgerichts Essen, welche Middelhoff wegen seiner Straftaten verurteilt hat, eingefallen.Hat Middelhoff, wie Sie es sagen, Gaunereien und damit Straftaten begangen oder hat er keine Straftaten begangen und ist aus "politischen" Gründen verurteilt worden? Oder soll es heißen, wenn Middelhoff Straftaten begangen hat, er zu den "Unberührbaren" nach Ihrer Meinung gehören soll, die trotz Straftaten nicht bestraft werden sollen? Hat er nun Ihrer Meinung nach Straftaten begangen, dann ist er zu Recht verurteilt worden oder hat er keine Straftaten nach Ihrer Meinung begangen und ist aus "politischen" Motiven verurteilt worden?

#8 - 21.11.2014, 16:37 von elkemeis

Korrelation?

Zitat von donadoni
....dass er spätetestens nach den Wahlen in Thüringen mit Rot/Rot/Grün und einem linken MP keine Chance mehr hatte.Dem Volk muss nun ein erlegter Magnat präsentiert werden, damit es ruhig gestellt ist.
Was bitte hat das Urteil mit dem Ausgang der Wahlen zu tun? Nicht, aber auch rein gar nichts! So lange Haare, um hier einen Zusammenhang herbeizuziehen, gibt es auf dieser Welt nicht.Es ist vielmehr so, dass zahlreiche Urteile der Vergangenheit viel zu glimpflich ausfielen, wenn der (die) Beschuldigte einflussreich und politik-nah genug war. Gleiches gilt für Weigerungen der Strafverfolgungsbehörden, Ermittlungen einzuleiten oder ein Verfahren zuzulassen.Es ist an der Zeit, dass die Zeiten des Privilegierten-Bonus zu Ende gehen.

#9 - 21.11.2014, 16:42 von bonngoldbaer

Rätsel

Es bleibt für mich ein Rätsel, warum ein Mann, der Zivilprozesse mit solchem Streitwert führen kann, auf die abwegige Idee kam, seine Privatflüge von der Firma bezahlen zu lassen. Das waren doch für ihn nur Peanuts, für manche Karstadt-Mitarbeiter aber ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens.Vielleicht sollte man Herrn Middelhoff nicht ins Gefängnis schicken, sondern in das freigewordene Klinik-Zimmer von Herrn Mollath.

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