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Kauf von US-Konkurrent: Chipersteller Infineon kündigt Milliardenübernahme an

AP Es wäre der größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte: Für neun Milliarden Euro will der Chiphersteller Infineon den US-Konkurrenten Cypress Semiconductor übernehmen. Dessen Führungsspitze ist einverstanden.
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#1 - 03.06.2019, 09:09 von mimas101

Hmm Tja

Zukauf einer Firma die in Devices, die eher für IoT-Gadgets benutzt werden, ihr Geld macht. Na Infineon scheint sich hier gute Geschäfte auszurechnen, aber ob man IoT-Geräte als Privatanwender überhaupt braucht ist (bisher) mehr als nur fraglich.

#2 - 03.06.2019, 09:37 von skitime

Übernahme

Die Erfahrung zeigt, wenn die Anzahl der großen Übernahmen durch deutsche Konzerne steigt, ist der Aufschwung demnächst zu Ende.
Der Dax ist seit seinem Hoch 2017 in der Konsolidierung, Bayer ein Rest des früheren, Daimler hat sich nie erholt... Und wo ist die Commerzbank?
Damit sollte klar sein, es wird rauh...

#3 - 03.06.2019, 09:46 von Oberleerer

Bin mal gespannt, ob Sammelklagen oder Milliardenstrafen auch hier dazu führen, daß das Firmenvermögen in die USA abfließen werden. Wenn die erhoffte Kostenersparnis zu Lasten amerikanischer Arbeitsplätze und Steuereinnahmen geht, lassen die sich da drüben wohl schnell was einfallen.

Man hat den Eindruck, die Manager leben noch im letzten Jahrtausend und Amerika sei der Nabel der Welt und immer eine Reise wert. Ich erinnere mich da immer an den VW-Manager, der gedankenlos eine Urlaubsreise macht und gleich als Faustpfand in den Kerker wandert, wo er gezwungen wird, sich und andere zu belasten.

Nach VW, Bayer und der Deutschen Bank ist nun also Infineon dran. Ist das jetzt ein guter Zeitpunkt für Leerverkäufe?

#4 - 03.06.2019, 10:08 von oli h

Egal

Zitat von mimas101
Zukauf einer Firma die in Devices, die eher für IoT-Gadgets benutzt werden, ihr Geld macht. Na Infineon scheint sich hier gute Geschäfte auszurechnen, aber ob man IoT-Geräte als Privatanwender überhaupt braucht ist (bisher) mehr als nur fraglich.
Entscheidend wird nicht sein, ob die Privatanwender iOT brauchen, sondern ob sie es wollen.

#5 - 03.06.2019, 10:20 von etlamu

Einkauf von US-Firmen sind mehr als gefährlich.

Ich verstehe nicht, dass die deutschen Firmen nicht lernen können. Schon die Fusion Daimler-Crysler war ein Fiasko. Danach hatte die Telekom Probleme. Bei Bayer war die Fusion mit Monsanto die größte Dummheit der Firmengeschichte.

Sollen hier deutsche Firmen kaputt gemacht werden, in dem die US-Firmen kaufen MÜSSEN?

Wir müssen den Exportmarkt USA vergessen und andere Länder finden, die unser Kram kaufen wollen.

Das Beste wäre natürlich die Stärkung des Binnenmarktes auf Kosten des Exports.

Die Exportorientierung der deutschen Firmen halte ich für extrem gefährlich, da sie uns von anderen Staaten abhängig und erpressbar macht.

#6 - 03.06.2019, 10:30 von archi47

ist es z. B. opportun sich der US-Gerichtssprechung auszusetzen?

Bei aller betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise wäre doch dies mit zu beurteilen.
Seit der Monsanto-Übernahme ist offenkundig, warum Insider des Übernahmekandidaten nur unzureichenden Widerstand leisteten und dieses Danaeergeschenk nun Bayer nach unten zieht.
Also nochmals, ist es sinnvoll sich in Trumpistan zu engagieren?
Sowohl aus volkswirtschaftlicher Sicht insgesamt, wie auch aus protektionistischer Sicht der Inländer dort.

#7 - 03.06.2019, 18:15 von Redezeitig

Es gibt alles wieder einen Sinn

wenn man sich wieder einmal die Aktionärsstruktur von Infinion und Cypress anschaut. Da hat Blackrock gewaltig was zu sagen. Wie bei Bayer wiederholt sich ein Prozess, der schon beim Bayer Kauf von Monsanto offenkundig wird. Blackrock hat weltweit in allen großen (global agierenden) Unternehmen seine Finger drin. Es sind vorzugsweise Unternehmen, die für Volkswirtschaften systemrelevant sind. Durch seine Beteiligungen geht sein Wissen bis in die letzten Winkel eines Unternehmens. Beim Investor läßt sich somit das ganze Unternehmen vollständig abbilden und letztlich die wirtschaftliche Situation einer ganzen Branche. Besteht nun beispielsweise die Gefahr, dass ein Investment d.h. eine finanzielle Beteiligung ernsthaft gefährdet ist, (nehmen wir beispielsweise Blackrock bei Monsanto), oder wenn man eine Unternehmensbeteiligung für einen überhöhten Preis an ein anderes Unternehmen im eigenen Portfolio verkauft, so gibt es für einen solchen Investor Mittel und Wege, das Risiko dadurch zu verlagern, dass man es auf ein gesundes Unternehmen (wie Bayer oder Infineon) überträgt. Natürlich ging dieser Entscheidung eine genaue Inaugenscheinnahme aller dafür in Frage kommenenden Unternehmen des globalen Beteiligungsportfolios voraus. Es hat halt schon Bayer getroffen und wird demnächst Infineon treffen. Dabei ist Blackrock natürlich von vorn herein klar, das Bayer (Infineon) den Kauf nur bewältigen kann, indem es zuvorderst an seine finanziellen Reserven geht. Reicht das nicht aus, müssen Geschäftsteile veräußert bzw. Leute entlassen werden mit allen bekannten Folgen für eine Gesellschaft. Infineon ist daher nur ein weiteres Beispiel für diesen Mechanismus, bei dem am Ende auf Rücklagen eines Unternehmens zugegriffen wird und das entnommene Geld an amerikanische Investoren fließt (mit schönem Gruß an die Kleinaktionäre hierzulande). Dieses Beispiel zeigt ein weiteres Mal die Allmacht, die sich bei diesen global agierenden Investmentgesellschaften aufbaut, deren Aktivitäten sich durch keine Volkswirtschaft der Welt mehr kontrollieren lassen. Das Verhaltensschema dieser Finanzkraken erfolgt nach dem simplen, altbekannten Prinzip: Gewinne kapitalisieren, Verluste sozialisieren. Die postmerkantile Globalisierung hat einen Konzentrationsprozess angestoßen an dessen Ende eine Wirtschaftsoligarchie stehen wird, die den Nationalstaaten bzw. Wirtschaftsbünden die Gestaltungsfähigkeit vollständig entreißen wird, wenn die Machtzentren der Nationalstaaten nicht schon vorher durch mit der Politik vernetzte Vasallen der Heuschrecken wie etwa bspw. Merz gekapert werden.

#8 - 04.06.2019, 10:21 von archi47

ein in sich logisches Beispiel

Zitat von Redezeitig
wenn man sich wieder einmal die Aktionärsstruktur von Infinion und Cypress anschaut. Da hat Blackrock gewaltig was zu sagen. Wie bei Bayer wiederholt sich ein Prozess, der schon beim Bayer Kauf von Monsanto offenkundig wird. Blackrock hat weltweit in allen großen (global agierenden) Unternehmen seine Finger drin. Es sind vorzugsweise Unternehmen, die für Volkswirtschaften systemrelevant sind. Durch seine Beteiligungen geht sein Wissen bis in die letzten Winkel eines Unternehmens. Beim Investor läßt sich somit das ganze Unternehmen vollständig abbilden und letztlich die wirtschaftliche Situation einer ganzen Branche. Besteht nun beispielsweise die Gefahr, dass ein Investment d.h. eine finanzielle Beteiligung ernsthaft gefährdet ist, (nehmen wir beispielsweise Blackrock bei Monsanto), oder wenn man eine Unternehmensbeteiligung für einen überhöhten Preis an ein anderes Unternehmen im eigenen Portfolio verkauft, so gibt es für einen solchen Investor Mittel und Wege, das Risiko dadurch zu verlagern, dass man es auf ein gesundes Unternehmen (wie Bayer oder Infineon) überträgt. Natürlich ging dieser Entscheidung eine genaue Inaugenscheinnahme aller dafür in Frage kommenenden Unternehmen des globalen Beteiligungsportfolios voraus. Es hat halt schon Bayer getroffen und wird demnächst Infineon treffen. Dabei ist Blackrock natürlich von vorn herein klar, das Bayer (Infineon) den Kauf nur bewältigen kann, indem es zuvorderst an seine finanziellen Reserven geht. Reicht das nicht aus, müssen Geschäftsteile veräußert bzw. Leute entlassen werden mit allen bekannten Folgen für eine Gesellschaft. Infineon ist daher nur ein weiteres Beispiel für diesen Mechanismus, bei dem am Ende auf Rücklagen eines Unternehmens zugegriffen wird und das entnommene Geld an amerikanische Investoren fließt (mit schönem Gruß an die Kleinaktionäre hierzulande). Dieses Beispiel zeigt ein weiteres Mal die Allmacht, die sich bei diesen global agierenden Investmentgesellschaften aufbaut, deren Aktivitäten sich durch keine Volkswirtschaft der Welt mehr kontrollieren lassen. Das Verhaltensschema dieser Finanzkraken erfolgt nach dem simplen, altbekannten Prinzip: Gewinne kapitalisieren, Verluste sozialisieren. Die postmerkantile Globalisierung hat einen Konzentrationsprozess angestoßen an dessen Ende eine Wirtschaftsoligarchie stehen wird, die den Nationalstaaten bzw. Wirtschaftsbünden die Gestaltungsfähigkeit vollständig entreißen wird, wenn die Machtzentren der Nationalstaaten nicht schon vorher durch mit der Politik vernetzte Vasallen der Heuschrecken wie etwa bspw. Merz gekapert werden.
Eine gute Erklärung für unser Wirtschaftssystem, dem Feudalen Kapitalismus.
Vielleicht ist es schon zu spät gegenzusteuern.

Es ist ja noch nicht mal ein kritisches Bewußtsein da, nicht einmal in der "Wisssenschaft".
Wie sollen da Bürger konsequent wählen können und sich davor schützen können?
Wie sollen ahnungslose Politiker und ahnungsarme Medien hier gegen diese subkutanen Machtverhältnisse anstinken können?

Bleibt nur die zynische Ahnung, dass die Klimakatastrophe ihr Werk schneller umgesetzt hat ...