Forum
Wirtschaft

Kitas, Nachverkehr, Müllabfuhr: Warnstreiks treffen Eltern und Pendler

DPA Die Gewerkschaften setzen ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst fort. An diesem Mittwoch sind NRW und Hamburg besonders betroffen - und in den kommenden Tagen zahlreiche weitere Orte.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
#1 - 21.03.2018, 16:22 von max-mustermann

"Warnstreiks treffen Eltern und Pendler"
Das ist nun mal der Sinn von Streiks, würden sie niemanden treffen wären sie ja zwecklos. Aber ich sehe schon es wird nicht lange dauern bis hier wieder die ersten gegen die Gewerkschaften hetzen. Und dann jammern die selben Leute wieder über die niedrigen Löhne in Deutschland.

#2 - 21.03.2018, 16:23 von ptb29

Die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst

haben sichere Arbeitsplätze. Wenn aber Gewerkschaften immer wieder große Bevölkerungsgruppen als Geisel nehmen, um ihre Interessen durchzusetzen, ist das inakzeptabel. Das heißt: wir sind nicht dafür, müssen uns damit abfinden. Zufällige Gemeinsamkeiten zu großen Reden heute sind beabsichtigt. Hoffentlich denkt die DUH daran, ihre Gasmelder aufzustellen, wenn der ÖPNV bestreikt wird und die Werktätigen mit dem Auto zur Arbeit fahren.

#3 - 21.03.2018, 16:55 von womo88

@ ptb29 Sklaven hatten auch sichere Arbeitsplätze

Was ist der Erkenntnisgewinn?
Lohnanpassungen kann man eben meist nur mit Streiks durchsetzen. So ist das Geschäft.

#4 - 21.03.2018, 17:55 von DerAndereBarde

Non sequitur

Zitat von max-mustermann
"Warnstreiks treffen Eltern und Pendler" Das ist nun mal der Sinn von Streiks, würden sie niemanden treffen wären sie ja zwecklos.
Hier ist nur der letzte Halbsatz wahr, wenn auch trivial.

Streikrecht wurde eingeführt, um Waffengleichheit zwischen Arbeitern und Kapitalisten herzustellen. Treffen soll und darf ein Tarifstreik erst mal nur den Verhandlungsgegner, alles weitere ist neu zu bewerten. Werden Betriebe bestreikt, die öffentliche Grundversorgung leisten, und gleichzeitig der Schaden den Nutzern dieser Grundversorgung aufgebrummt, indem Streik als höhere Gewalt behandelt wird, ist etwas gehörig schief. Mit diffusen Solidaritätsforderungen kann man das nicht ethisch begründen.

Und der Staat hat den Gewerkschaften erfolgreich den schwarzen Peter zugespielt; das festzustellen hat nichts mit Hetze zu tun. Forderungen der Gewerkschaften sind nun mal, mögen man den Betroffenen noch so viel gönnen und wünschen, nicht a priori gerechtfertigt, sondern per Definition Streitgegenstand.

Sinnvoll wäre im öffentlichen Interesse eine symmetrische Friedens- und Schlichtungspflicht.

#5 - 21.03.2018, 18:55 von liverbird

Kann mir mal jemand von den ganz Schlauen hier erklären, wie der Öffentliche Dienst streiken will, ohne jemanden aus der Bevölkerung zu "treffen"?? Das geht nicht und die Arbeitgeber sind leider nicht zu Gehaltserhöhungen bereit. Nicht mal im Rahmen der Inflationsrate.
Wenn hier also jemand die mit dem Wohle der Bevölkerung spielt, sind es die Arbeitgeber. Würden die Verhandlungswillen zeigen, wären Streiks gar nicht notwendig. Das machen sie aber nicht, also bleibt nur der Streik!
Aber egal, erstmal unreflektiert auf die Beschäftigten einprügeln. Dazu noch eine reißerische Überschrift bei SPON und alle sind glücklich.

#6 - 21.03.2018, 19:00 von Halionaut

Schade

das ich im Krankenhaus arbeite.
Da merkt kein Mensch, wenn gestreikt wird.
Streiks müssen " weh" tun, sonst ändert sich gar nichts.
Leider sind wir in Deutschland einfach zu lieb ( siehe Streiks in Frankreich ).

#7 - 21.03.2018, 19:12 von ansv

Zitat von ptb29
haben sichere Arbeitsplätze.
Verwechseln Sie zufällig Beamte mit Angestellten?

Früher konnten z. B. Lokführer gar nicht streiken, denn sie wurden verbeamtet. Heute sind sie normale Angestellte, die für bessre Arbeitsbedingungen ebenso streiken können, wie jeder andere Angestellte auch.

#8 - 22.03.2018, 07:31 von holy64

Öffentl. Dienst ist

eh unterbezahlt, wenn man gleiches Bildungsniveau in freier Wirtschaft und Verwaltung vergleicht. Streiks führen eben dazu deutlich zu machen, was ohne diese Dienstleistungen los wäre.

#9 - 22.03.2018, 13:53 von Harald Klingel

Es trifft immer die Gleichen

Ich habe zwei Kinder im Kindergartenalter. Weil es so plakativ ist, werden immer die Kindergärten bestreikt. Leider arbeiten wir beide und haben keine Möglichkeit, ohne Urlaub die Betreuung zu übernehmen. Und dass, wo der Urlaubsanspruch sowieso nicht reicht, um die vielen Ferien- und Brückentage abzudecken. Also fahren wir nur sehr kurz gemeinsam in den Urlaub und wechseln uns dann wochenweise mit der Ferienbetreuung ab.

Der öffentliche Dienst hat viele Möglichkeiten zu streiken. Wenn die Müllabfuhr nicht kommt oder nicht alle Busse fahren, ist das irgendwie zu kompensieren. Aber die Kindergärten zu bestreiken hat direkte Auswirkungen auf das Familienleben.