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Klagen von Krebs-Patienten: Prozesswelle gegen Bayer-Tochter Monsanto in USA beginnt

REUTERS Es dürfte nur der Auftakt für eine Reihe von Prozessen sein: Die Bayer-Tochter Monsanto muss sich in den USA erneut vor Gericht verantworten. Wieder geht es um mögliche Krebsrisiken durch den Unkrautvernichter Glyphosat.
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#10 - 25.02.2019, 18:29 von frankfurtbeat

irgendwie ...

irgendwie hat die story einen ätzenden Beigeschmack. Aus welchen Beweggründen wurde ein derart "übler" Kandidat - mit höchst negativem Image zu einem horrenden Preis gekauft? Das sollte man durchleuchten denn es erweckt gar den Eindruck, das dieser megadeal extern gesteuert wurde - im anderen Fall müsste man das management hinsichtlich "Geschäftsfähigkeit" überprüfen.

#11 - 25.02.2019, 18:39 von skeptiker53

Erneut Bayer

Auch wenn man, wie ich, kein "Fan" oder Mitarbeiter von Bayer ist, fällt es einem doch auf :
Viele Jahren hat die US-Firma Monsanto Glyphosat produziert und es weltweit verkauft ohne viel Schwierigkeiten. Sobald aber die (deutsche) Firma Bayer Monsanto übernimmt, laufen vor amerikanischen Gerichte erfolgreichen Klagen gegen sie. Zufall ?

Vor ung. 18 Jahren gab es schon etwas ähnliches. Solange die amerikanische Pharmafirma Pfizer mit "Zocor" damals den Markt für Cholesterinsenker beherrschte, gab es keine Klagen. Sobald sich Bayer dann aber anschickte, diesen US-Giganten herauzufordern (mit Lipobay, ein besseres Konkurrenzprodukt), gab es Klagen vor US-Gerichte, dass Patienten an Lipobay verstorben waren (durch Muskelschädigung, sog. Rhabdomyolyse). Das stimmte auch, weil US-Ärzten diese Mittel leider hochgradig überdosiert hatten. Und Sterbefälle hatte es dabei auch mit Zocor gegeben, was aber keinen interessiert hatte. Resultat der Geschichte: Lipobay wurde vom Markt genommen, und Zocor hat weltweit "gesiegt". Zufall ?

OK, jede Nation könnte grundsätzlich ausländische Firmen verklagen und die eigene Industrie schonen und schützen. Machen wir doch auch beim Dieselskandal, oder irre ich mich da ?....

#12 - 25.02.2019, 18:41 von r.freitag

Bild

Wer so, wie auf dem Foto abgebildet, mit Chemikalien umgeht, braucht sich über Krebserkrankungen irgendwann nicht wundern. Geeignete Schutzhandschuhe sind beim Verwenden von Pflanzenschutzmitteln Pflicht.

#13 - 25.02.2019, 19:22 von hardy.stiefel

Sehr ich vielschichtiger.

Bisher wurde über Glyphosat nur negativ geschrieben.Und sich dabei auf Studien bezogen, welche sich überwiegend auf eine Falschanwendung beziehen. Und dann kommen die "wissenschaftlichen Hochrechner", wie wir auch von Diesel/NOx her kennen. Es wird spekuliert, Zahlen in schwindelerregender Höhe präsentiert, Gefährlichkeiten ohne Ende prognostiziert - und nicht einer kann einen wirklichen Beleg dafür bringen. Anders aber schon. Bei Verzicht auf Glyphosat und vergleichbare Produkte wird der Landwirt einen tieferen Pflug kaufen - und somit noch mehr Boden umgraben und Lebensraum zerstören. Waurm? Weil er sonst keine Ernte mehr erhält, die im die Industie und der Handel wegen Verunreinigung mit anderen Gräsern usw. abkauft.

#14 - 25.02.2019, 19:26 von dorage

#11

Frage mit dem Zusatz dass ich keine US Firma unterstütze die sich so benimmt wie Monsanto (Gott behüte mich vor so einer Firma und deren Machenschaften und Absichten. ). Weshalb haben Sie mit Ihrem Wissen nicht schon vor Jahren Alarm gegen diese Firmen gemacht und die Details publik gemacht dies Sie hier endlich präsentieren? Ok, heute wissen zumindest einige dass die USA Wirtschaft gegen jeden ankämpft der nicht das kauft was sie verkauft haben wollen (Zur Zeit ihr flüssig Gas das Deutschland auch aus Russland kaufen will um sich nicht abhängig, da schon zu viel, von US machen zu müssen), Das mögen die da drüben gar nicht.

#15 - 25.02.2019, 19:31 von rant.biden

Ist das nicht einfach?

Wenn Monsanto wusste, dass das Zeugs krebserregend ist, bedarf es keiner aufwendigen Gutachten. Wenn es dieser bedarf, steht die Giftigkeit nicht fest und kann Monsanto auch nicht bekannt gewesen sein.

#16 - 25.02.2019, 19:35 von rabode

warum wird das...

immer auf Glyphosat reduziert, Roundup ist ein Gemisch zahlreicher Stoffe unter anderem Beimengungen die dafür sorgen, dass Glyphosat in die Pflanze eindringen kann. Diese Stoffe sind viel gefährlicher als Glyphosat einzeln. Die Mischung machts. Einige Stoffe die früher in Roundup beigemengt wurden sind mitlerweile wegen nachgewiesener Krebsgefahr verboten. Bei den neuen fehlen die Nachweise

#17 - 25.02.2019, 20:03 von conrath

Glyphosat ist das Wundermittel in der Landwirtschaft ...

...die mit immer niedrigeren Preisen für ihre Produkte nach immer effizienteren Verfahren der Bewirtschaftung sucht.
Die Bodenbearbeitung wird durch den Einsatz von Glyphosat massiv reduziert. Pflügen ist nicht mehr. Zu energieintensiv und zeitaufwändig. Grubbern reicht, geht schnell und braucht weniger Energie ( Schlepper). Aber vorher müssen die Pflanzen die dort stehen - Zwischenfrüchte wie Unkraut - totgespritzt werden, sonst geht die in einem Arbeitsgang von Grubbern und Einsaat von Getreide z.B., später im Unkraut unter. Das ist der wahre Grund für die weite Verbreitung von Glyphosat. Nebenwirkungen: Bodenverdichtung, abnehmender Humusgehalt der Böden - man müsste dsfür ja Zwischenfrüchte unterpflügen und im Boden durch Bakterien verrotten - daurch abnehmendes Bodenleben, geringere CO2 Bindefähigkeit der Böden usw.
Nachhaltige Landwirtschaft ist eine Alternative, da die Produkte zu höheren Preisen verkauft werden können weil sie gesünder sind.
Das Argument von Bayer, nur so, mit dem Einsatz von Chemie und hier vor allem Glyphosat, könne die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden ist ein Trug und falsch.

#18 - 25.02.2019, 20:35 von diplommaurer

Welch ein Zufall,

dass diese Verfahren nach der Übernahme durch Bayer beginnen. Die Arbeiter und Aktionäre von Bayer haben nun den Schaden. Die amerikanischen Anwälte freuen sich über die lukrativen Aufträge. Es stellt sich die Frage nach der persönlichen Haftung der Manager, die die Fusion beschlossen haben.

#19 - 26.02.2019, 17:30 von ardbeg17

Zitat von skeptiker53
Auch wenn man, wie ich, kein "Fan" oder Mitarbeiter von Bayer ist, fällt es einem doch auf : Viele Jahren hat die US-Firma Monsanto Glyphosat produziert und es weltweit verkauft ohne viel Schwierigkeiten. Sobald aber die (deutsche) Firma Bayer Monsanto übernimmt, laufen vor amerikanischen Gerichte erfolgreichen Klagen gegen sie. Zufall ? Vor ung. 18 Jahren gab es schon etwas ähnliches. Solange die amerikanische Pharmafirma Pfizer mit "Zocor" damals den Markt für Cholesterinsenker beherrschte, gab es keine Klagen. Sobald sich Bayer dann aber anschickte, diesen US-Giganten herauzufordern (mit Lipobay, ein besseres Konkurrenzprodukt), gab es Klagen vor US-Gerichte, dass Patienten an Lipobay verstorben waren (durch Muskelschädigung, sog. Rhabdomyolyse). Das stimmte auch, weil US-Ärzten diese Mittel leider hochgradig überdosiert hatten. Und Sterbefälle hatte es dabei auch mit Zocor gegeben, was aber keinen interessiert hatte. Resultat der Geschichte: Lipobay wurde vom Markt genommen, und Zocor hat weltweit "gesiegt". Zufall ? OK, jede Nation könnte grundsätzlich ausländische Firmen verklagen und die eigene Industrie schonen und schützen. Machen wir doch auch beim Dieselskandal, oder irre ich mich da ?....
Absolut richtig. Bayer hat sich damals zu schnell einschüchtern lassen. Pro Pfizer gegen ausländische Konkurrenten wurde danach auch noch bei Antiphlogistika und Viagra entschieden.
Noch extremer ist das Beispiel "Zündschlossaffäre" von GM (defekte Zündschlösser, viele Tote durch Unfälle, ein freiwilliger Rückruf wurde von GM VERWEIGERT, weil die Entschädigung weiterer Opfer günstiger gewesen wäre.) vs. "Gaspedalaffäre" von Toyota (nach allen Untersuchungen keine Fehler feststellbar - ausser dass die Fahrer offenbar zu doof waren, Gas und Bremse auseinanderzuhalten). In beiden Fällen 1 Mrd $ Strafe.

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