Forum
Wirtschaft

Klammes Staatsunternehmen: Minister Scheuer erhöht Druck auf die Bahn

Getty Images Die Bahn steckt in der Krise, die Bundesregierung verlangt einen umfassenden Konzernumbau. Nun hat Verkehrsminister Scheuer den Druck noch mal erhöht - und von einer "Bürgerbahn" gesprochen.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/6    
#1 - 21.12.2018, 13:11 von Smarty-

Was ein Blödsinn

"Grundsätzlich hat es seinen Sinn, dass die Bahn nicht nur national, sondern europäisch und global aufgestellt ist."
Hat es überhaupt nicht. Die DB hat nicht in ausländische Unternehmen (nebst südafrikanische Minen) zu investieren. Der alleinige Zweck der deutschen Bahn ist, möglichst flächendeckend Menschen günstig von A nach B bringen und sonst gar nix. Die ganzen Global Player Experimente des Herrn Mehdorn gehören unverzüglich abgestellt, also alle Beteiligungen die oben genannten Zweck nicht erfüllen, verkaufen.

#2 - 21.12.2018, 13:15 von Idinger

Jetzt

wird wieder der Steuerzahler zur Kasse gebeten. Da Finanzminister Scholz ja über genügend Geld verfügt, die Bahn bisher immer ausreichend alimentiert hat und dies auch weiterhin zu erwarten ist, nutzt unser Verkehrsminister die Gunst der Stunde und setzt sich an die Spitze der "Reformbewegung". Dabei macht die Politik (von Scheuer wohl mit Absicht) bereits zu Anfang den Fehler, auf "Konzepte" des Unternehmens zu warten: Wer einen Sumpf trockenlegen will, sollte nicht die Frösche nach dem richtigen Weg dafür fragen. Es ist Politikversagen, dem Bundesunternehmen nicht vorzugeben, wie seine Infrastruktur vorzuhalten und sein Betrieb zu gestalten ist.

#3 - 21.12.2018, 13:20 von shardan

Fein

Dann fahren wir ja alle demnächst pünktlich und zuverlässig, nach dem Machtwort des Ministers. Indes das Problem ist mMn. nicht die obere Führungsebene sondern das mittlere Management, das in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts stecken geblieben ist. Alle an sich guten Vorschläge des Managements werden in dieser Ebene so lange gedreht, gestreckt, gestaucht und auseinander dividiert, bis nichts mehr übrig bleibt. Das bösartige daran: Nachwuchs wird von den Alteingesessenen gleich mal drauf gedrillt, genau so weiter zu machen... Hier hat der Bahnvorstand ein Problem.

#4 - 21.12.2018, 13:27 von orca20095

Schon wieder stößt Herr Scheuer heiße Luft aus,

das Schlimmste, was jetzt bei den Problemen der Bahn passieren kann, ist, dass Dampfplauderer Scheuer sich einmischt. Er hat beim Thema Diesel ausreichend Inkompetenz und Ignoranz bewiesen, man beschütze bitte den kläglichen Rest der Bahn vor ihm. Ein Pofalla reichte, um das System an die Wand zu fahren, noch einen dieses Kalibers verträgt keine Bahn der Welt.

#5 - 21.12.2018, 13:28 von hockeyer12

Als DB Mitarbeiter an der Basis kann ich dazu einiges sagen:

Hauptproblematik sind:
1. Das Stellwerknetz: Stellwerke sind teilweise hochmodern, meist in den neuen Bundesländern teilweise aber noch aus Kaiserszeiten. Das kann Naturgemäß nicht perfekt harmonieren. Das muss vereinheitlicht werden und da wo notwendig ist modernisiert werden. Aber das kostet natürlich viel Zeit und Geld würde aber allein dafür sorgen das, laut einem Bericht in der "Zeit" bis zu 20 % mehr Züge im gleichen Schienennetz fahren können.
2. Zuwenig Wartungspersonal und Züge: Das Personal kann Züge häufig nur noch so warten, dass das nötigste gemacht wird, dann müssen die Züge schon wieder auf die Stecke. Werterhaltende Maßnahmen, Komfort und Sauberkeit bleiben auf der Strecke.
3. Zuwenig Servicepersonal in den Zügen zumeist im Nahverkehr. Aus Sicherheitsgründen und zum erreichen der Fahrgeldeinnahmen und des Servicegedankens sollten Züge im Nahverkehr mit 2 Zugbegleitern besetzt werden. Gerade in der Nacht und am WE.

#6 - 21.12.2018, 13:39 von snop

Konkurrenz belebt das Geschäft

So wie in anderen Ländern auch (z.B. Tschechien), der Staat sollte für die Infrastruktur sorgen, also Bahn und Schiene sowie Bahnhöfe trennen, dann private Bahngesellschaften zulassen, natürlich die gleichen Bedingungen für alle Marktteilnehmer. Der Service wird steigen, das Angebot auch und die Preise werden sinken.

#7 - 21.12.2018, 13:40 von geraldwinkeler

Haltet den Dieb!

Ich liebe unsere großkoalitionären Spitzenpolitiker! Die Täter rufen mal wieder energisch: "Haltet den Dieb!". Jahrelang haben Sie es abgesegnet, dass nur 50-60 Euro pro Bürger und Jahr in den eigentlichen Bahnbetrieb investiert wurden, und jetzt sind Sie schwer enttäuscht, dass der Vorstand den Laden damit nicht nach vorne bringt! Ob sie nicht mal Zeitungsartikel zum Thema gelesen haben? Dazu haben sie das wenige Geld nach politischen Prioritäten etwa in wenig befahrene Neubaustrecken investieren lassen. Selber fahren Sie natürlich fast immer mit der Dienstlimousine. Ich bin schon mal auf das neue Konzept des Vorstandes gespannt. Meine zugegebenermaßen laienhafte Schätzung: Mit 50 Milliarden zusätzlich ließe sich aus der Bahn was machen. Aber ich fresse 'nen Besen, wenn Bundesregierung und Bahnvorstand sich zu solchen realistischen Einschätzungen durchringen sollten.

#8 - 21.12.2018, 13:41 von emd

Zitat von Idinger
wird wieder der Steuerzahler zur Kasse gebeten.
In diesem Sine ist es ja schon lange eine Bürgerbahn (der Bürger darf das Ganze brav bezahlen), und das war die Bahn schon immer.

#9 - 21.12.2018, 13:45 von baghira1

Wenn die Bunderegierung eine Bürgerbahn haben will, dann sollte sie deutlich merh Geld in die Bahn investieren.
Die Sanierung von vielen Brücken, wie der Friesenbrücke, wartet.
Schienen, Weichen, Bahnhöfe wurden Jahrzehnte auf Verschleiß gefahren, wie auch auf den Straßen. Es ist halt schöner, sich vor Autobahnneubauten feiern zu lassen, als sich für Baustellen rechtfertigen zu lassen.
Zum Vergleich die Alpenländer zahlen das drei und vierfache je Einwohner für die Bahn. Selbst Italien zahlt mehr als Deutschland für die Bahn

    Seite 1/6