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Krankenkassen: So profitieren Sie von den sinkenden Beiträgen

DPA Ab diesem Jahr zahlt Ihr Arbeitgeber wieder wirklich die Hälfte des Kassenbeitrags. Was passt für Sie besser: das Geld zu sparen oder für Zusatzleistungen zu nutzen?
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#1 - 19.01.2019, 19:59 von Tusnelda

Sinkende Beiträge? Blödsinn!

Der Staat rechnet sich das via Beitragsbemessungsgrenze schön - Menschen mit mittlerem Einkommen müssen die KK-Beiträge komplett selbst finanzieren und der Staat ist fein außen vor. Mal schlappe 800 und ein paar Zerquetschte. Ein wirkliches Vergnügen in den teuren Mietregionen dieses Landes - mit Miete sind hier 2/3 des Einkommens weg, Nebenkosten noch nicht erwähnt...

#2 - 19.01.2019, 20:04 von Nordstadtbewohner

Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit

Die Wiedereinführung der Parität der Krankenkassenbeiträge führt dazu, dass die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in Zeiten der Globalisierung geschwächt wird. Der frühere Ausstieg aus der paritätischen Finanzierung hatte genau die Intension, die Unternehmen in Deutschland von den steigenden Kosten des demografischen Wandels (immer ältere Menschen, die medizinisch versorgt werden müssen) zu entlasten. Jetzt geht die Politik wieder einen Schritt zurück, was ich für völlig falsch halte. Dazu kommt, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung zum Jahreswechsel erhöht worden sind. Was man laut Herrn Tenhagen bei der Krankenversicherung einspart, muss man für die Pflegeversicherung draufzahlen.

#3 - 19.01.2019, 20:22 von hpampel

2. Nordstadtbewohner

Genau richtig was sie sagen. Aus meiner Sicht gehört die Parität komplett abgeschafft. Es kann nicht sein das unsere Unternehmen völlig einseitig die Lasten der Gesellschaft tragen. Immerhin geben Sie Arbeit und zahlen horrende Steuern, das sollte reichen. Außerdem würden die deutschen Unternehmen gerne im Inland investieren, aber der Staat nimmt ihnen damit die Luft zum Atmen. Ich kenne reichlich Unternehmer die nur noch arbeiten und ihre Firma am Leben halten um ihre Angestellten zu bezahlen. Soviel Selbstlosigkeit darf nicht auch noch bestraft werden.

#4 - 19.01.2019, 20:37 von shotaro_kaneda

@ Nordstadtbewohner #2

Sie äußern immer wieder unternehmerfreundliche bzw. arbeitgeberfreundliche Kommentare und bringen mich oft zum schmunzeln damit :-) Aber das nur am Rande. Gehören deutsche Unternehmen und Unternehmer nicht zur deutschen Gesellschaft? Profitieren Unternehmer und Unternehmen etwa nicht von der Arbeit ihrer Angestellten, welche sich gegebenfalls durch ihre Arbeit ihre Gesundheit vermiesen? Tragen Unternehmer nicht zur Vergreisung unserer Gesellschaft bei? (Befristung, Leiharbeit, teilweise niedrige Löhne, Arbeitserledigung auch in der "Freizeit", Flexibilität des AN, Nachteil bei Karriereplanung von Frauen mit Kindern, keine Einstellung von Alleinerziehenden). Wenn also der AG zur Hälfte die Kosten der Beiträge übernimmt, ist das nur als fair und sollte eigentlich selbstverständlich sein. Es ist mir sowieso ein Rätsel, wie selbstverständlich die Aussetzung und anschließend die Einfrierung für AG in unserer Gesellschaft über die Bühne gingen. Arbeitgeber dürfen im übrigen selbst auch gern mehr gegen die Vergreisung unserer Gesellschaft tun, indem oben genannte Missstände beseitigt werden. Wie wärs mit einer Betriebskita oder Lohnerhöhung für jedes geborene Kind eines Angestellten? Arbeitgeber haben wahrscheinlich wohl mit den größten Einfluss auf die Geburtenrate in unserem Land. Stellen sie sich bitte ihrer Verantwortung.

#5 - 19.01.2019, 20:53 von egoneiermann

Zitat von Tusnelda
Der Staat rechnet sich das via Beitragsbemessungsgrenze schön - Menschen mit mittlerem Einkommen müssen die KK-Beiträge komplett selbst finanzieren und der Staat ist fein außen vor. Mal schlappe 800 und ein paar Zerquetschte. Ein wirkliches Vergnügen in den teuren Mietregionen dieses Landes - mit Miete sind hier 2/3 des Einkommens weg, Nebenkosten noch nicht erwähnt...
Jep, auch bei geringem Einkommen und ohne Arbeitgeber darf ich dieses Jahr 30 Euro mehr zahlen. Denn eins ist sicher, egal ob die Beiträge (Prozentual) sinken oder steigen, die Bemessungsgrundlage steigt jedesmal und damit auch das was jeder, der darunter liegt zahlen darf. UNd als Selbständiger immer gleich doppelt.

#6 - 19.01.2019, 21:10 von Shiva25

Helau!!!!

Zitat von Tusnelda
Der Staat rechnet sich das via Beitragsbemessungsgrenze schön - Menschen mit mittlerem Einkommen müssen die KK-Beiträge komplett selbst finanzieren und der Staat ist fein außen vor. Mal schlappe 800 und ein paar Zerquetschte.
Ich zahle als Rentner seit Jan 2019 Euro 10 monatlich mehr wegen Erhöhung der Pflegeversicherung. Sehe keine Entlastung im Beitrag!

#7 - 19.01.2019, 21:19 von gegengegen

Schonmal darüber nachgedacht,

dass zu Ihren Lesern auch Arbeitgeber gehören?

Warum wird nicht einmal thematisiert, dass ein Arbeitgeber mit einem Bruttoeinkommen von 5.250 ? ein Netto nach Steuern in Höhe von 3.650 ? hat, von dem dann bei gleicher Versorgung, wie ein Arbeitnehmer aus dem versteuerten Einkommen derzeit 840 ? Krankenkasse und Pflegeversicherung, 956 ? Rentenversicherung, 77 ? Arbeitslosenversicherung gezahlt werden.

Es bleiben bei vollem unternehmerischem Risiko rund 1.750 ? Netto zum Leben.

Meine Sekretärin arbeitet 32 Stunden und kommt als alleinerziehende Mutter auf rund 1.850 ? netto. Ich gönne es ihr. Darum geht es nicht.

Es wäre dennoch unpopulär, wenn der Spiegel das mal thematisiert.

Als geschäftsführender Gesellschafter einer Rechtsanwalts GmbH arbeite ich 70 Stunden in der Woche, sehe täglich welcher Stuss die Amtsstuben zwischen den Kaffeepausen verlässt, von Mitbürgern, die auf Kosten meiner Gesundheit und meiner Arbeit leben.

Vergangenen Monat wurde mir ein Termin beim Neurologen abgesagt, mit der Begründung es seien so viele Privatpatienten dazwischen gekommen. Den Termin hatte ich 8 Wochen zuvor vereinbart. Konsequenz: Selbstzahler Termin bei einem anderen Neurologen; 260?.

Privatversichert sind heute überwiegend unsere Staatsdiener, die großzügige Beihilfe erhalten.

Es ist ein Trauerspiel und viele Kollegen - Unternehmer/Rechtsanwälte - empfinden, wie ich.

Wer jetzt sagt. Ja aber er hat ja die Gewinne.... Die werden zunächst mit Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer belastet (ca. 30%). Und was bleibt gehört dann mir? Nein. Schütte ich aus, wird das nochmal mit rund 28% besteuert.

Bei monatlichen Ausgaben von rund 25 TEUR für Gehälter, Versicherung, Software/IT, Miete, Steuern, PapierKaffee, Wasser etc., muss wohl nicht weiter erläutert werden, dass Rücklagen von 100 TEUR das Minimum sind, um auch mal schlechtere Monate zu überbrücken.

Es wäre rücksichtsvoll, wenn wenigstens die Medien diesem Aspekt hin und wieder etwas Beachtung schenken würden.

#8 - 19.01.2019, 21:51 von peppi59

Tut mir leid!

Es ist wie immer ist. Wir haben annähernd Vollbeschäftigung, wunderbar, freut mich. Aber denen Politikern die die Kosten für Arbeitgeber und Selbstständige immer wieder hochdrehen wollen, täuschen sich, sie gefährden durch ihr Handeln Arbeitsplätze. Ein Arbeitnehmer muss genauso wie ein Selbstständiger ein Interesse haben gesund zu bleiben. Das hätte er am ehesten wenn er, so wie ein Selbständiger 100% der Kosten für die KV selbst tragen müsste. Die falsch verstandene "Sozialpolitik" unserer gutbezahlten Politiker rührt daher, dass die meisten in ihren Herkunftsberufen vom Staat bezahlt wurden, verbeamtet. Die müssen nicht fürchten, dass sie sich mit ihrem Betrieb gegen die Konkurrenz behaupten müssen. Ich bin mir jetzt schon sicher dass ich aus deren Ecke jetzt angegriffen werde. Aber ich bitte darum erst mal logisch nachzudenken!

#9 - 19.01.2019, 22:11 von apfeldroid

Freiwillig Versicberter zahlen mehr!

Die Paritätische Finanzierung ist wichtig und sozialgerecht! Trotzdem zahle ich als Freiwillig Versicherter +5,41% mehr als im lezten Jahr (habe für Dezember 789,87 ? bezahlt, jetzt 832,63?) - man kann mir vorrechnen wie man will, aber +5,41% sind mathematisch und mein Einkommen steigt um keine 5,4% im Jahr! Also erkläre mir bitte der Autor, welches erspartes Geld ich anlegen soll?

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