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Kritik an Facebook-Gründer Zuckerberg: Wie bei Fidel Castro

Getty Images "Imperator auf Lebenszeit": Yale-Professor Jeffrey Sonnenfeld glaubt, dass der interne Kult um Firmenchef Mark Zuckerberg den aktuellen Datenskandal erst ermöglicht hat und das Geschäftsmodell zerstören kann.
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#1 - 27.03.2018, 12:34 von gammoncrack

Zuckerberg hat Facebook mit seinen Ideen aufgebaut.

Und somit fällt es ihm, das liegt in der Natür der Sache und seiner Mentalität, dass er immer noch der Meinung ist, dass er das alleinige Wissen hat.

Die Datenschutzproblematik ist ja schon seit geraumer Zeit bekannt. Er selbst sah und sieht sein Geschäftsmodell gefährdet, wenn man diesem eine hohe Priorität einräumt. Natürlich wird das Umsatz kosten und den Aktienkurs drücken. Eer verkennt aber offensichlich die Gefahr, dass das ganze Unternehmen gefährdet ist. Ganz sicher haben ihn auch interne Mitarbeiter vor den Problemen gewarnt. Aber er wird eine Beratungsresistenz besitzen, die scheinbar ihresgleichen sucht.

#2 - 27.03.2018, 12:59 von vubra

Wirklich Peinlich

wie jetzt auf Teufel komm heraus ein Schuldiger gesucht (und gefunden wurde) wird. Abgesehen davon das FB so nützlich ist wie ein Kropf am Hals eine Firma die nur einen Glücklich gemacht hat seinen Erfinder. Aktionäre sind sofort nach dem Kauf der Aktie Abgestürzt. Aber worum es geht weil Daten von einem anderen Unternehmen ausgewertet wurde steht FB in der Kritik diese überhaut anzubieten, aber ist FB nicht genau aus diesem Grund erschaffen worden und so beliebt? Ist nicht genau dieser Grund sich bei FB Exibizionieren zu können und zu dürfen der Grund warum so viele Menschen dort alles von sich preisgebebn. Und warum wird nun Praktisch der Bote und nicht der Auftraggeber dafür bestraft? FB ist das was es ist und jeder der Daten will wird sich genau solche Platformen suchen um sein Daten zu bekommen, das wird doch nicht erst seit gestern so gemacht, oder wundert es sie nicht das sie auf ihrem PC immer genau die Werbung erhalte nach der sie zuvor gesucht hatten ohne es vorab auf FB zu posten.

#3 - 27.03.2018, 12:59 von hausfeen

Zuckerberg hat die ein Fass aufgemacht, für das noch keine Gesetze ...

.... existierten. Daher konnte er mit der geklauten Idee aufbauen. Ein System, dass proprietär ist, also nur mit sich selber funktioniert. Wer bei so etwas Erster ist, der hat ein Quasi-Monopol. Die Gesetzgeber weltweit haben das nicht erkannt.
In Wahrheit ist Facebook eine moderne Telefon- und Kommunikationssoftware, für die in Deutschland bsw. das Telekommunikationsgesetz greifen müsste. Daher müssten auch Schnittstellen existieren, die Nutzern von Mitbewerbern erlauben würden, mit Facebook-Usern zu kommunizieren. Damit wäre das Monopol beendet.
Im aktuellen Fall wiederhole ich meinen Verdacht. Zuckerberg hat von dem Daten-Deal gewusst. Mehr noch, er hat ihn gewollt. Er hat Trump bewußt unterstützt. Das mag er nicht öffentlich zugeben, da viele seine User Trump-Gegener sind und sofort nach einer politisch-neutralen Alternative Ausschau sehen würden. Aber ein Leak, ein Datenloch halte ich für unwahrscheinlich und wird im Grunde von Facebook auch nicht deutlich so kommuniziert.

#4 - 27.03.2018, 13:00 von blurps11

Ist ja alles richtig, was der gute Mann sagt.

Dieses Sektenhafte und die Erlöserphantasien sind allerdings keinesfalls Alleinstellungsmerkmale von facebook oder Zuckerberg, das findet sich u.a. bei google genauso, vielleicht sogar noch stärker ausgeprägt. Da muss man nur mal ein paar Bücher führender oder ehemaliger Mitarbeiter lesen - Furchteinflößend.

#5 - 27.03.2018, 13:06 von hup

Alles groovy, bis auf den letzten Satz

Wenn man damit eröffnet, dass Zuckerberg ein Imperator ist, und damit schließt, dass das System nicht geändert werden soll, weil der junge Imperator ja noch lernfähig ist, dann schießt man sich argumentativ ins Knie. Und zwar mit einem .50er Kaliber.

Die Analyse ist stimmig, nur die Forderung muss eine andere sein: Die großen, kaum überwachbaren Tech-Riesen müssen zerschlagen werden, damit die kleineren Strukturen nach den Spielregeln spielen müssen, die für alle gelten und damit Konkurrenz (=wechselseitige Kontrolle und Begrenzung) erhalten bleibt. Und es braucht mehr öffentliche Aufsicht über die Unternehmen, welche die öffentliche Meinung sehr viel stärker und gezielter beeinflussen als die konventionellen Medien - wenn man darauf verzichtet, dann züchtet man sich eine undemokratische "5. Macht" hinter den Medien heran. Und gerade der Cambridge Analytical-Skandal macht klar, dass das nur ein sehr dürftiger Vorgeschmack ist auf die Dinge die da noch kommen werden. Dieses freie, ungehemmte und weitenteils monoplisierende Neo-Unternehmertum gefährdet alles: Die Wirtschaft, die Gesellschaft, und am Ende die Demokratie, die ohne wirklich offene Meinungsbildung nichts ist als eine aussgebrannte Hülse, eine Fassade für die Big-Data Puppenspieler.
Ja, das ist Kassandra-Geschrei, und zwar im besten Sinne, denn das sind realistische Analysen die es schon lange gibt, die aber keiner hören will, denn es geht um Geld und noch mehr Geld.
Was oft vergessen wird: Kassandra hatte recht, nur die ignoranten Trojaner wollten nicht hören was sie zu sagen hatte - und rannten deshalb in die - von aussen klar erkennbare - Katastrophe.

#6 - 27.03.2018, 13:11 von Havel Pavel

Zitat von gammoncrack
Und somit fällt es ihm, das liegt in der Natür der Sache und seiner Mentalität, dass er immer noch der Meinung ist, dass er das alleinige Wissen hat. Die Datenschutzproblematik ist ja schon seit geraumer Zeit bekannt. Er selbst sah .....
Aber die "Kunden" haben Facebook doch so angenommen wie es gerade ist, völlig anonymisiert wäre es für die allermeisten Nutzer doch wohl eher uninteressant. Mich wunderte es von Anfang an mit welcher Offenherzigkeit hier Menschen ihre Daten, Erlebnisse, Ansichten, usw., ja selbst Fotos für alle zugänglich präsentieren. Dass hier dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet wird und Geschäftemacher dies zu ihrem Vorteil nutzen, muss sich ja geradezu aufdrängen. Aber selbst staaliche Einrichtungen, wie etwa die Bundeswehr verschonen noch nicht mal ihre eigenen Soldaten vor öffentlichen Auftritten im Netz, so kann man beispielsweise auf youtube Soldaten die im Kriegseinsatz waren mit vollen Foto und Namen zu sehen bekommen und es ist ein leichtes deren Wohnort mit voller Adresse ausfindig zu machen. Man mag sich gar nicht vorstellen welche Gefahren man diese Soldaten mit solch einem Leichtsinn aussetzt. Hier sollte man die Verantwortlichen auf Ihre Fürsorgepflicht hinweisen und ihnen klarmachen, dass dieses naive Vorgehen sträflicher Leichtsinn ist und Islamisten geradezu herausfodern könnte gezielt Rache zu üben. Nur gut, dass es unter denen sovielen Analpabeten gibt, was in diesem Fall zum Vorteil ist.Facebook ist schlicht und einfach ein sognanntes soziales Netzwerk, das in keinster Weise besonders wichtig ist, man also auch gut darauf verzichten könnte, was wohl jeder für sich selbst entscheiden muss.

#7 - 27.03.2018, 13:13 von Marut

Wie eine Bestätigung

Die Bewertung in diesem Beitrag, Facebook funktioniere nach dem Prinzip Imperator, geht mir ja runter wie Öl. Schon früh habe ich in meinem Bekanntenkreis immer vertreten, das Facebook eine Form von Cyberfaschismus ist und bin dafür immer kritisiert worden.
Nur denke ich, dass man Fidel Castro damit etwas unrecht tut, ihn mit der Methode Zuckerberg zu vergleichen.

#8 - 27.03.2018, 13:13 von Raisti

Finde den Standpunkt von Herrn Sonnenfeld irgendwie lächerlich zu behaupten das Facebook zu langsam und zu wenig reagiert hat.
Womit ich das begründe. Cambridge Analytica und die ganze Geschichte drumherum war bereits voll umfänglich nach der Wahl bekannt. Auch SPON hat kurz nach der Wahl von Trump berichtet.

Damals haben alle mit der Schulter gezuckt. Jetzt hat man die Story nochmal aufgeriffen und es Tatsache geschafft zu einem Skandal zu machen. Seien wir ehrlich in der Geschichte hat sich keiner mit Ruhm bekleckert. Vondaher finde ich die Vorwürfe von Herrn Sonnenfeld sehr überzogen da es 1 Jahr lang keinen gestört hat.

#9 - 27.03.2018, 13:16 von Harry Hutlos

Die Sorglosigkeit der User ist das Problem

Wenn es um Entscheidungen geht, die das eigene Leben betreffen, werden die Leute plötzlich hellhörig. Sollten die Vermutungen bezüglich der Brexitwahl stimmen, möglichweise zu spät. Es wäre also klug, Facebook & Co. die rote Karte zu zeigen, bevor der Schaden entsteht. Ich jedenfalls habe meinen Facebook-Account gelöscht.

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