Forum
Wirtschaft

Massenhafte Modernisierung von Wohnungen: Lukrativ für Vonovia, bitter für Mieter

Ina Fassbender Wenn die Miete nicht mehr erhöht werden kann, hilft eine Modernisierung: Die Kosten darf ein Immobilienbesitzer auf seine Mieter umlegen. Deutschlands größter Vermieter Vonovia ist besonders kreativ.
zum Artikel
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!
    Seite 1/15   10  
#1 - 21.11.2018, 12:45 von JimP anse

Legionellen verunsichern seit Monaten die Mieter von Vonovia-Wohnungen

Im Stadtteil Landwasser wurden Werte des Bakteriums gemessen, die einige hundert mal über dem Melde-Grenzwert liegen – und einige Mieter verstehen die Aushänge nicht.http://www.badische-zeitung.de/legionellen-alarm-sorgt-fuer-duschverbot-in-landwasser

#2 - 21.11.2018, 12:53 von haarer.15

Zeitbombe

Was Vonovia sich erlaubt, dürfte in anderen Fällen ähnlich sein. Bei knappem Wohnraum haben vorallem die älteren Rentenbezieher das Nachsehen. Wo sollen die denn hin, wenn sie sich die exorbitanten Mietsteigerungen nicht mehr leisten können ? Selbst bei genossenschaftlichen Wohnanlagen haben zunehmend die Älteren bereits das Nachsehen, um an eine bezahlbare Wohnung zu gelangen. Das ist ganz klar eine soziale Zeitbombe, die hier tickt. Und das, weil Politik das Problem schon seit mindestens zehn Jahren sträflich verpennt bzw. ignoriert hat.

#3 - 21.11.2018, 12:54 von ramsis77

legaler Betrug ist das

Mieterhöhungen als Umlage von Renovierungskosten gehören nach Abzahlung der Gesamtkosten wieder gesenkt.
Wie kann es sein, dass sich ein Vermieter an einer Renovierung eine goldene Nase verdient.
Hier ist der Gesetzgeber gefragt.

Und diese Energiesparwahn gehört ebenfalls verboten! Wann rechnet mal endlich jemand die Energie für die Herstellung von Dämmmaterial, Fenstern usw gegen die Energieeinsparungen. Die hier beschriebene Aufrüstung auf 3-fach Verglasung bringt doch niemals den Energieaufwand der Produktion wieder rein. Und wenn man dann die Stromkosten für Beleuchtung dagegen rechnet, die wegen 20% weniger Tageslicht aufkommen, rechnet es sich noch weniger.
Ich wage zu behaupten, dass sich unterm Strich keine der Energiesanierungen in den letzten Jahrzehnten für die Umwelt rechnet.

#4 - 21.11.2018, 12:55 von camper21

Objektive Berichterstattung sieht anders aus.

Ich will hier die Vonovia nicht verteidigen. Aber hier fehlt die Berücksichtigung des EEG.
Ich bin selbst privater Vermieter einer Eigentumswöhnung. Die Heizungsanlage soll erneuert werden. Das ist eine Instandsetzung die von den Eigentümern zu bezahlen ist. Das EEG schreibt aber vor das zusätzlich noch ein Beitrag für die Umwelt erbracht werden muss. Zur Wahl stehen lt. beauftragtem Ing. Büro Fassadendämmung oder Erneuerung des Flachdachs.
Das Dach ist dicht, also warum sollen wir es erneuern?
Eine Fassadendämmung dürfte wenig bis garnichts bringen da dieses Haus allseitig Balkone besitzt, bei denen die Geschossdecken bis über die Balkone vorgezogen sind und auch noch eine Beton Attika besitzen.
Aber die Krönung ist das diese sinnlosen Maßnahmen als Modernisierung gelten und von den Mietern bezahlt werden.

#5 - 21.11.2018, 13:00 von Leser161

Von Software lernen

Das erinnert irgendwie an Software, wo man auch immer die neueste beste Version haben muss, egal ob die einem was bringt oder ob man das überhaupt will.

Solche Gewinnkonzepte müssen überprüft werden. Wenn ich mir einen Basis-Polo kaufe darf der Anbieter ja auch nicht kommen und sagen "Das wollen sie gar nicht, viel zu spartanisch, wir pimpen da mal, oh das kost übrigens X€, aber sie wollen das doch". Hmm scheint mir ein Grundprinzip der Marktwirtschaft zu sein. Es geht nicht mehr darum das beste Produkt zu haben es geht darum jemandem einfach ein Produkt aufzwingen zu können ob er will oder nicht.

Ist das mit der freiheitlichen Grundordnung vereinbar?

#6 - 21.11.2018, 13:00 von Lagombra

Die Strategie der Grünen geht auf

Durch meistens energetisch unsinnige oder bautechnisch überflüssige Wärmedämmungs- und andere Maßnahmen werden von Vonnovia als auch Einzeleigentümern die unbequemen Durchschnittsbürger per Mieterhöhung entfernt, insbesondere aus innerstädtischen Gebieten, in denen die wohlhabenden grün wählenden Akademiker gerne selbst und noch lieber unter sich wohnen.

Die von den grünen Eliten befürwortete EEG Umlage hilft derweil, die Stromkosten für Durchschnittsfamilien hochzutreiben, damit sich begrünte Akademiker teure Batterieelektrische Fahrzeuge in ihre Tiefgaragen stellen und Solarzellen auf die Dächer schrauben können.

Innerstädtische Flächen, wie der ehemalige Flughafen Tempelhof in Berlin, werden von grünen Eliten als größte Yogamatte und Hundehaufenanlage Europas genutzt, während dort für zehntausende Normalverdiener stadtnaher Wohnungsbau hingehört hätte. Aber Polizisten, Pflegekräfte oder Busfahrer sollen lieber segregiert und an den Stadträndern angesiedelt sein, um die Funktion der Stadt aufrechtzuerhalten; sie können sich allerdings keinen teuren BMW i3 oder Hyundai Ioniq leisten. Pech gehabt.

Warum niemand gegen die ganze angegrünte Scharlatanerie auf die Barrikaden geht, ist verwunderlich.

#7 - 21.11.2018, 13:02 von loquimur

Azyklisch modernisieren, während die Mietpreisbremse wirkt,...

... das ist sinnvoll. Soll die Modernisierung etwa dann vorgenommen werden, wenn auch noch gleichzeitig die Mieten kräftig raufgesetzt werden? Das Gezeter wäre ja noch größer -- zu Recht.

#8 - 21.11.2018, 13:04 von m-cutolo

lobby übermächtig

In Deutschland haben diverse lobbys viel Macht, die sie von der Regierung erhielten. Klar bestimmt, haben sie nicht mit solch einer abzockerei gerechnet. Fakt ist aber, die Gesetze zu den einzelnen themen, sind alle samt sehr schwammig formuliert und es macht den Investoren auch nix aus, sich an dieser schwammigkeit zu bereichern. Das Opfer ist der Bürger. Ich frage mich ernsthaft, wie lange das gut gehen kann? Ich denke, so langsam weiß die Bevölkerung Bescheid und wenn sich dennoch nichts ändert? Nun dann steht nichts gegen Artikel 20 des Grundgesetzes. Setzt euch zu wehr. Nicht gegen die Regierung... Sabotage gegen den Bau am Mietshaus, wäre z. B. Auch eine Lösung. ;) natürlich nur Ironie. :'D

#9 - 21.11.2018, 13:07 von powderpark

Weltfremde Mieter

Zitat aus dem Artikel: "Wenn wir also noch 15 Jahre hier wohnen, bezahlen wir für das neue Badezimmer 14.220 Euro. Also ich finde das dreist."

Da sollten sich die Mieter mal bei einem örtlichen Fachbetrieb erkundigen, was die Renovierung / Modernisierung eines Badezimmers kostet. Dann werden sie feststellen, dass sie mit dem Betrag den sie monatlich mehr zahlen gar nicht so schlecht fahren.

Aus Sicht des Mieters ist immer alles zu teuer und unverhältnismässig. Da er aber im Normalfall nie oder nur höchst selten selbst Handwerker beauftragt, haben die wenigsten Mieter Ahnung von den tatsächlichen Kosten von Modernisierungs- und Handwerkerleistungen.

    Seite 1/15   10