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Nach Forderung der Grünen: Umweltministerium will Vernichtung neuwertiger Retouren er

Ina Fassbender/ dpa Nach einem Vorstoß der Grünen will das Umweltministerium für Versandhändler bei der Vernichtung von Rücksendungen regulieren. Die Branche protestiert: Die Idee sei "Unfug", der Anteil der entsorgten Produkte nur gering.
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#10 - 11.06.2019, 22:59 von calinda.b

Retouren als Spenden

Das kann's ja nicht sein, sonst werden sämtliche Fans der jeweiligen Empfängerinstitutionen wie verrückt kaufen und retournieren.

Besser wäre endlich von der EU vorgeschriebenen präzise genormten Kleider und Schuhgrößen, was die Retouren drastisch reduzieren würde.
Alle Männer würden dafür eine Messe spenden, nie mehr was anprobieren!

#11 - 12.06.2019, 23:23 von Wortgestoeber

Entstanden ist das Problem teilweise durch ein Gesetz was die rot-grüne Regierung 2000 auf den Weg gebracht hat, dass man bei Online und Haustürgeschäften 14 Tage Rücktrittsrecht hat.

Mich würde interessieren was mit dem Werbezeugs der Grünen nach einer Wahl passiert. Nach einem Event oder Änderung des Firmenauftritts vernichten Firmen ihre übrig gebliebenen Werbegeschenke und Berufsbekleidung der Mitarbeiter. Da ist auch viel dabei was nagelneu ist. Oder das scheußliche Weihnachtsgeschenk der Schwiegermutter wird noch vor Weihnachten entsorgt. Aber 3 Prozent vernichtete Rückläufer die meist vom Käufer verhunzt wurden und somit nicht weiterverkauft werden sind Grund genug Amazon an den Pranger zu stellen?

Ich habe einen Herd wo sich kurz nach Ablauf der Garantie das Kochfeld löste und die Drehschalter einer Sollbruchstelle nachgaben. Von der gleichen Firma habe ich eine Spülmaschine die kurz nach Ablauf der Garantie defekt wurde weil es eine Dichtung nur im Nachrüstsatz bei Amazon gibt.

Mit diesem Geschrei beweisen die Grünen nur, dass sie auch nicht verstanden haben und ihre Popularität den Freitagskids verdanken.

#12 - 12.06.2019, 23:39 von lottootto

Zitat von h.hass
Dass funktionsfähige Waren vernichtet werden, ist in der Tat eine Perversion der Konsumgesellschaft. Es ist egal, ob das nur 4 % der waren sind. Bei den entsprechenden Mengen, die versandet werden, ist das ein geradezu monströser Berg.
Schön ist das nicht, aber wenn Amazon & Co. es für wirtschaftlich sinnvoll halten, sollte man dem Unternehmen nicht per Gesetz etwas anderes vorschreiben.
Wenn dem so wäre, dann müsste auch die Vernichtung von Lebensmittel in Supermärkten bestraft werden. Aber nein - das "Containern" wurde gerade erst per Gerichtsurteil untersagt.

#13 - 12.06.2019, 23:44 von MartinHa

Gesetzliche Regelungen lassen zu viele Rücksendungen zu

Die gesetzlichen Regelungen für den Onlinekauf sind einfach zu großzügig, da Rücksendungen generell ermöglicht werden müssen, auch wenn kein Defekt vorliegt. Es ist also erlaubt, sich ein Bett "zur Ansicht" zu bestellen, und wenn es nicht gefällt, auf Kosten der Händler zurückzusenden (wenn man es nicht genutzt hat). Und dagegen kann ein Händler nichts machen, da dies eine gesetzliche Vorgabe ist. Amazon und manch anderer Händler ist aber noch großzügiger, da offensichtlich benutzte Ware auch zurückgenommen wird.

#14 - 12.06.2019, 00:00 von Lankoron

Lebensmittel, Kosmetika, die

beschädigte Verpackungen aufweisen oder nicht mehr original verpackt sind, müssen vernichtet werden...oder will jemand das Risiko eingehen, dass verdorbene Ware in den "Sozial"kaufhäusern landet? Was ist mit beschädigter Pfennigware, wo sich eine Reinigung oder Reparatur kaum lohnt? Wie gross ist dieses Problem wirklich? Wenns nur die 4% sind, wie die Studie anzeigt, ist das ein Schuss in den Ofen. Welche Zahlen, welche Unterlagen haben die Grünen für ihr Anliegen? Oder will man von CDU/SPD-Seite hier schnell auf einen populistischen Zug aufspringen?

#15 - 12.06.2019, 00:39 von Manitou-01@gmx.de

Retouren können bei Gebrauchsspuren entweder an Second-Hand-Händler abgegeben oder als 2. Wahl (Retour mit Gebrauchsspuren) in Outlet-Filialen verkauft werden.

#16 - 12.06.2019, 01:06 von quark2@mailinator.com

Die Katze beißt sich irgendwie in den Schwanz. Es gibt ein Recht auf Rückgabe. Bevor die EU es uns versaut hat, mußte der Internethändler sogar noch die Rücksendung bezahlen. Es gibt auch ein Recht, welches es dem Internethändler (eigentlich) verbietet, die Rückgabe nochmals als Neuware zu verkaufen. Der Internethändler kann Leuten, die oft zurücksenden auch den Kauf nicht verbieten. Also wie soll das nun ablaufen ? Solange sich die Kunden vernünftig verhalten und die Ware nahezu immer behalten haben, war alles halbwegs erträglich. Aber nun erlebe ich es immer öfter im Bekanntenkreis, daß man sich mal eben 5 Kopfhörer bestellt, um dann eventuell einen davon behalten zu wollen. Bei Kopfhörern wird man die Retoure nicht gleich verschrotten, aber bei billigeren Dingen ? Die man nicht als Neuware verkaufen darf ? Für die Umwelt wäre es dann schon fast am besten, der Fehlkauf würde gar nicht erst zurückgesendet, sondern lokal versteigert ...

#17 - 12.06.2019, 02:56 von Fuxx2000

Zitat von telarien
Ich glaube Ihnen das in jeder Hinsicht. Aber dieser Fehler liegt doch bei Amazon. Hier kann und sollte nicht jede alberne Rücksendung akzeptiert werden. Der Ansatz der Grünen ist hier in sofern völlig in Ordnung. Die Regierung ist in der Pflicht gerade die internationalen Multis in Schranken zu weisen. Wenn sie dann noch Steuern zahlen...
Ich sehe das Problem auf beiden Seiten. Auf der einen Seite ist Amazon ausschließlich und zu 100% nur an der Maximierung seines Gewinns interessiert. Umweltschutz, Steuern, Arbeitnehmerrechte, Kundeninteressen usw. interessieren Nullkommanull. Die werden nur soweit beachtet, wie man nicht dafür belangt werden kann oder man sich Pseudomäßig damit brüsten kann, irgendeine Selbstverständlichkeit einzuhalten. Auf der anderen Seite ist das Verhalten der Verbraucher (und die Zunahme dieser Fälle ist immens) auch nicht zu tolerieren. Wir brauchen hier viel mehr Regulierung. Retouren müssen den Verbraucher Geld kosten, dann wird er versuchen sie zu vermeiden. Das würde im übrigen auch die Geschäfte vor Ort stärken.
Vom Prinzip ist der Ansatz schon richtig etwas zu machen, nur muss das massiv und von mehreren Seiten erfolgen. Amazon findet immer ein Schlupfloch, die Kosten den anderen aufzubürden. Wieso dürfen die wohl immer noch in Luxemburg ihre Gebühren einkassieren? Aber man darf sich keine Illusionen machen, alle großen Player Online sind da gleich. Google, Paypal, Ebay, Facebook, usw. auch hier gehen jeden Monat Abertausende Euro von mir in die europäischen Steuerparadiese, damit die bloß keine Steuern zahlen müssen.

#18 - 12.06.2019, 06:48 von berge_und_see

Porto für Rücksendungen

Wenn der Kunde Porto für Versand und Rücksendung zahlen müsste, könnten viele Auswüchse verhindert werden. Bald haben wir hoffentlich eine solche Regelung.

#19 - 12.06.2019, 07:11 von meeram.

Praxis der Einzelhändler

Was ist mit der aktuellen Praxis der Einzelhändler. Ein großes Herrenoberbekleidungsgeschäft (überregionale Kette) hat vor einiger Zeit Einen ganzen Container mit Neuware entsorgt. Da sich das Spektakel mitten in der Fußgängerzone abspielte, wurden die Kleidungsstücke in Schachteln verpackt entsorgt, sollte offensichtlich nicht auffallen. An allen Ecken und Enden gibt es Beispiele für die Auswüchse unserer Wegwerfgesellschaft. Damit muss endlich Schluss gemacht werden, das geht nur über gesetzlich geregelte Verbote, auf die Händler selber braucht man da nicht hoffen. In einer Leistungsgesellschaft sind eben alle nur noch von Profitgier gesteuert. Damit muss endlich Schluss gemacht werden.

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