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Neue Konzernzentralen: Amerikaner lehnen sich gegen Amazon auf

Justin Lane/ EPA-EFE/ REX Amazon baut neue Zentralen in New York und bei Washington - und stößt bei Anwohnern auf Widerstand: Sie fürchten Zehntausende zusätzliche Pendler und explodierende Mieten. Die Wut ist riesig.
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#10 - 14.11.2018, 11:54 von stefan.martens.75

Ja, zehntausende Spitzenjobs auf einmal in einer Stadt stellt die Gemeinde echt vor Herausforderungen.
Kann man sicher so stehen lassen.
Alleine das Parkplatzproblem ist ein echter Alptraum.
Tausende Städte träumen wohl vergebens davon jemals solche Probleme haben zu dürfen.
Gentrifizierung im Zeitraffer wird das wohl werden.
Soziale Probleme gibt es da jetzt.
Danach wird es die woanders geben.
Dort nicht mehr, denn die kann sich da keiner mehr leisten.
Die werden ersetzt durch Parkplatzprobleme, mangelnde Schulen und Kindergärten und Mietpreisexplosion.
King of Queens wird auf jeden Fall nicht mehr real wirken. Anwaltsgehilfen und Paketzusteller werden in 10 Jahren woanders leben. Oder bei Mietpreisbindung interessante Nachbarn bekommen.

Echte Probleme sehen aber anders aus für einen Stadtteil. Echte Probleme entstehen ohne jedwede Zukunft oder Investitionen.

#11 - 14.11.2018, 11:57 von uhu_13

Mitspielen

Die Buergermeister haben es verstanden. Mitspielen, gewinnen und langfristig sind Jobs und Steuereinnahmen da. Der Artikel ist purer Kommunismus, Strassen, Schulen, Sozialwohnungen, irgendwoher muss das Geld kommen. Mit den neuen Jobs klappt es langfristig.
Wer das Spiel nicht mag kann entweder nicht mitspielen (hast schon verloren) oder politisch die Regeln aendern (Gesetze in Washington).

#12 - 14.11.2018, 12:06 von jsavdf

Untypisch

Normalerweise sind die Proteste nicht so laut, wenn es neue Jobs gibt. Es kann durchaus sein, dass ich den Bericht aus zu deutscher Sicht lese und die positiven Stimmen überlese.
Fakt ist auch, dass sich die Menschen in den USA mit dem Wandel und dem Umherziehen von Firmen deutlich leichter tun, zumal es zwischen den Staaten große Unterschiede in den Gesetzen und Steuerbelastungen gibt. Das gehört mit zu der Hire and Fire Mentalität.

#13 - 14.11.2018, 12:12 von baghira1

Ich kann mir nicht vorstellen, das die Mitarbeiter vor Ort gefunden werden können. Wie oben geschrieben, ist in der Nähe der größte Sozialwohnungskomplex der westlichen Hemisphäre.
LongIsland City leidet schon jetzt unter der Gentrifizierung. Der Konzern wird das noch verstärken.

#14 - 14.11.2018, 12:15 von cklasseking

Wie bei uns

In Pforzheim hatte Amazon auch eine Distribitution gebaut, mit vielen Versprechungen (1000 Mitarbeiter mit gutem Gehalt ect) und bekamen dafür Steuerbefreiung. Geblieben sind davon nur noch ca 200 Mitarbeiter, die teilweise über Zeitarbeitsfirmen kommen oder für minimales Gehalt arbeiten. Einige werden dort so auf Schnelligkeit mit der Drohung auf Kündigung gedrillt, daß sie fast zuammenklappen. Eine Firma daneben ist neu angesiedelt, wollte ihre Halle zur Hälfte als Produktion, zur anderen Hälfte für den Versand benutzen. Der zweite Teil steht leer, da sich Amazon das Recht vorbehält, der einzige Distibutor in der Gegend zu sein.
Soviel zu den Vorteilen der Ansiedlung von Amazon...

#15 - 14.11.2018, 12:44 von misterknowitall2

Wow...

Zitat von uhu_13
Die Buergermeister haben es verstanden. Mitspielen, gewinnen und langfristig sind Jobs und Steuereinnahmen da. Der Artikel ist purer Kommunismus, Strassen, Schulen, Sozialwohnungen, irgendwoher muss das Geld kommen. Mit den neuen Jobs klappt es langfristig. Wer das Spiel nicht mag kann entweder nicht mitspielen (hast schon verloren) oder politisch die Regeln aendern (Gesetze in Washington).
sind sie Lobbyist? Wie kann man sich seine Welt denn so schön reden? Gucken sie mal wie viel Steuern Amazon hier in Deutschland so zahlt und von der Abzocke der Arbeitnehmer haben sie auch noch nichts gehört? Den Stadtteilen geht es übrigens nicht schlecht, dass haben sie falsch verstanden. Straßen , Schulen, Sozialwohnungen werden übrigens von den Erträgen der braven Steuerzahler bezahlt. Das übernimmt der Riese mit Milliardeneinkommen sicher nicht. Schlecht bezahlte Jobs sind eben nicht alles. Eigentlich sind sie für die Gesellschaft gar nichts wert, schon gar nicht wenn es um einen Monopolisten wie Amazon geht.

#16 - 14.11.2018, 12:44 von marsman

Vertane Chance

Sinnvoller wäre es gewesen, Amazon in einer Region anzusiedeln, wo eine Flaute herrscht, Wohn- und Bürogebäude leer stehen - in den USA würde mir da spontan Detroit einfallen. Gleiches gilt für Deutschland - der Spirale aus immer höheren Immobilienpreisen, immer mehr Pendlern, immer mehr Verkehrsbelastung und Umweltverschmutzung kann man nur begegnen, indem man die Ansiedlung im Norden oder Osten fördert und nicht im überbesiedelten Süden. Aber das Prestige von Standorten wie New York oder München scheint hier teils der entscheidende Faktor zu sein, und so verdienen hauptsächlich Immobilienspekulanten wie ausländische Investoren oder Erben. Klar kann man jede sinnvolle politische Steuerung als Sozialismus verunglimpfen, aber dann braucht man sich auch nicht über eine zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft zu wundern, irgendwann haben wir dann auch so einen rechten Bauernfänger wie Trump oder Salvini.

#17 - 14.11.2018, 13:00 von Chris CNX

Wo soll den bitteschön eine Firmenzentrale gebaut werden, wenn nicht in einer Großstadt? Entweder wird gejammert, weil sie an einer U-Bahn Haltestelle entsteht, dass es da nun voller werden kann (abgesehen davon, dass in dem Gebäude vorher eine Bank war, deren Mitarbeiter wohl auch teilweise mit der Bahn gekommen sind) oder wenn die Zentrale vor den Toren der Stadt gebaut wird jammert man, dass ja nun alle 15.000 Mitarbeiter mit dem Auto kommen müssen und die Umwelt deshalb leidet. Und in dem Ort bei Washington jammern sie auch, dass ja nun so viele Leute kommen und das Wohnen teurer wird. Zumindest die Mieter jammern, die Besitzer freuen sich über einen Wertzuwachs und Gastronomen wie Geschäfte, Friseure, etc. über einen Kundenzuwachs. Irgendjemand heult doch immer. Ach ja, und am Anfang des Artikels über den höheren Verkehr herziehen und sich dann über einen den Verkehr entlastenden Hubschrauber zu mokieren ergibt auch wenig Sinn.

#18 - 14.11.2018, 13:21 von touri

Zitat von marsman
Sinnvoller wäre es gewesen, Amazon in einer Region anzusiedeln, wo eine Flaute herrscht, Wohn- und Bürogebäude leer stehen - in den USA würde mir da spontan Detroit einfallen. Gleiches gilt für Deutschland - der Spirale aus immer höheren Immobilienpreisen, immer mehr Pendlern, immer mehr Verkehrsbelastung und Umweltverschmutzung kann man nur begegnen, indem man die Ansiedlung im Norden oder Osten fördert und nicht im überbesiedelten Süden. Aber das Prestige von Standorten wie New York oder München scheint hier teils der entscheidende Faktor zu sein, und so verdienen hauptsächlich Immobilienspekulanten wie ausländische Investoren oder Erben. Klar kann man jede sinnvolle politische Steuerung als Sozialismus verunglimpfen, aber dann braucht man sich auch nicht über eine zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft zu wundern, irgendwann haben wir dann auch so einen rechten Bauernfänger wie Trump oder Salvini.
Es geht nicht nur um das Prestige, bzw. anders als Sie vielleicht denken. Es geht auch darum fähige Leute für das eigene Unternehmen zu finden und ja, das geht leichter wenn in der Firmenadresse ein prestigeträchtiger Standort auftaucht, insbesondere bei der Menge an gesuchten Arbeitskräften und der auch in der USA vorherrschenden guten Arbeitsmarktlage.

#19 - 14.11.2018, 13:31 von MADmanOne

Sicher ?

Zitat von jsavdf
Fakt ist auch, dass sich die Menschen in den USA mit dem Wandel und dem Umherziehen von Firmen deutlich leichter tun, zumal es zwischen den Staaten große Unterschiede in den Gesetzen und Steuerbelastungen gibt. Das gehört mit zu der Hire and Fire Mentalität.
Naja, diejenigen die sich aktuell beschweren sind aber Amerikaner vor Ort. Was hier in einem deutschen Forum opder der deutschen Presse geschrieben wird interessiert da wirklich keinen, das stimmt. Aber vor Ort scheinen das wohl trotzdem nicht alle mit Begeisterung aufzunehmen, weil sie eben starke Befürchtungen haben, daß sie von dem Kuchen nichts abbekommen werden, eher im Gegenteil das sie den Kuchen für andere auch noch bezahlen dürfen.
Sicher, ich kann verstehen, warum die Stadt so enschieden hat. Ich kann aber auch die Betroffenen vor Ort verstehen, da es niemand lustig findet, wenn seine Miete plötzlich möglicherweise doppelt oder dreimal so hoch ist wie vorher. Das muss ein Job bei Amazon erst mal abwerfen.

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