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Neues Gesetz geplant: Was muss ich zahlen, wenn meine Mutter in ein Pflegeheim kommt?

DPA Rente und Pflegeversicherung reichen oft nicht für die Kosten eines Heimplatzes - dann werden die Kinder zur Kasse gebeten. Die Regierung will das ändern. Wer entlastet wird und wer weiter zahlen muss: der Überblick.
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#1 - 14.08.2019, 19:27 von BassErstaunt

Keine Angst vor der Wahrheit!

Lieber Spiegel: Keine Angst vor der Wahrheit! Überall geistern die 100.000 EUR durch die Presse aber kein Journalist kann oder will die Konsequenz beschreiben. Bedeutet das nun einen Selbstbehalt von 100.000 pro Jahr oder zahlt man künftig mit 99.999 EUR gar nichts aber mit 100.000 schlagartig faktisch 2.000€ pro Monat? Würde ich den Politikern zutrauen. Leider stellt kein Journalist solche Fragen. Auch hier im Beitrag wird diese wichtige Frage umschifft. Ohne Übergang beschenkt die SPD faktisch die Bürger mit Einkommen zwischen 12x1800=21.600 EUR und 99.999 EUR zunehmend. Erscheint mir absurd. Warum nicht den Selbstbehalt erhöhen oder nur einen geringeren Teil des übersteigenden Einkommens verlangen. Das würde einen langsamen Übergang ergeben.

#2 - 14.08.2019, 19:30 von Margaretefan

Super, "ich" habe vor fünf Jahren...

...noch ohne eigenes Einkommen für das Pflegeheim meiner Mutter zuzahlen müssen. Meine Frau musste ihr Einkommen offen legen und daraus wurden dann meine Taschengeldansprüche errechnet. Davon musste ich - also faktisch meine Frau - dann Anteilig (ich meine 40 Prozent davon, bin mir aber nicht mehr sicher) für das Pflegeheim meiner bezahlen.

#3 - 14.08.2019, 19:30 von derspiegelleser123

Ein Fehler

Meines Erachtens ist es falsch, wie im Artikel beschrieben, dass das Einkommen des Ehegatten nicht hinzugefügt wird. Es wird indirekt hinzugenommen, da man unterhaltspflichtig ist.Und somit ist das Einkommen beider dann doch entscheidend, soll heißen, auch von nicht eigenen Töchtern und Söhnen.

#4 - 14.08.2019, 19:33 von Stäffelesrutscher

Schon wieder Fehlinformation

»Wer weniger als 100.000 Euro brutto pro Jahr verdient, soll verschont werden.«
Nein, nein und nochmals nein.
Sondern es geht um das Einkommen gemäß der Definition in § 16 SGB IV, und dort steht: »Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts«, nicht »Bruttogehalt« oder »Umsatz«. Kann das mal jemand der dpa oder den Qualitätsmedien beibringen?
Wer 120.000 Jahresbrutto hat, aber mindestens 20.000 Euro an Werbungskosten absetzen kann, ist aus dem Schneider.
Und vorsichtshalber: der Gatte bzw. die Gattin des Kindes ist nicht betroffen, es geht nur um die leiblichen Nachkommen der Pflegebedürftigen.

#5 - 14.08.2019, 19:36 von ArnoNyhm1984

Und bei >1 Kindern?

Wie ist das, wenn da z.B. 4 Kinder sind, von denen aber nur 1 oberhalb der €100.000-Grenze liegt und die pflegebedürftige Mama €2.000 pro Monat verursacht: Rechnet der Gesetzgeber dann.. a) "das wären €500 pro Kind, aber nur eines der Kinder muss seinen Anteil dieser €500 zahlen" oder rechnet er b) "na dann hole ich mir die vollen €2000 halt soweit es möglich ist von dem einen Kind"?

#6 - 14.08.2019, 19:38 von nativebiker

Das ist völlig richtig

Kinder haben mit den Pflegekosten der Eltern nichts zu tun, dafür gibt es die Pflegeversicherung, genauso wie bei Arbeitslosigkeit und Altersrenten(armut) die entsprechenden staatlichen Versicherungen gemäß dem Generationenvertrag eintreten.

#7 - 14.08.2019, 19:39 von hmoik

und sie bewegt sich doch...

...die Regierung.
Ist ja kaum zu glauben, aber auch ohne jetzt schon alle Details zu kennen, hört sich das nach einem sinnvollen Schritt an.
Das Problem wird nur sein, dass es untergehen wird im täglichen Buzz und ich mir sicher bin, dass hier spätestens nach 10 Kommentaren irgendein AFD Troll irgendetwas bemängelt, weil es ihr/ihm nicht passt...
Wenn diese an Tatsachen ausgerichtete Politik sich durchsetzen würde, gäbe es auch nichts mehr zu trollen - was würden die wohl dann den ganzen Tag lang machen? Achso, ja, sich wieder beleidigt unter einen Stein verkriechen.

#8 - 14.08.2019, 19:45 von randall_77

Selbstbehalt

Zitat: "Grundsätzlich steht den Betroffenen ein Selbstbehalt von mindestens 1800 Euro pro Monat zu. Vom darüberliegenden Einkommen muss in der Regel die Hälfte zum Unterhalt eingesetzt werden - bei 3000 Euro Einkommen also die Hälfte von 1200 Euro, das sind 600 Euro."

Das ist meines Wissens nicht ganz richtig.
Zu diesem Selbstbehalt von 1800 Euro (vom Netto!) werden beispielsweise noch die monatlichen Kosten für den Arbeitsweg, Altersvorsorge, Lebensversicherung hinzugerechnet.
Die Hälfte von dem, was dann noch übrig bleibt, wird als Elternunterhalt eingefordert.

Ich bin gerade aktuell in der Situation, dass meine Mutter demnächst in ein Pflegeheim ziehen muss. Daher ist das Thema für mich sehr akut und ich kann aus den Erfahrungen der letzten Monate mit Krankenkassen, Sanitätshäusern, Pflegediensten, Pflegeberatungen und Ärzten nur sagen: Das ganze System als Katastrophe zu bezeichnen ist fast schon zu harmlos.

Ein Beispiel: Wir haben vor drei Monaten bei diversen Pflegeheimen nach einem Platz für eine Verhinderungspflege angefragt, da wir Ende August für eine knappe Woche nicht da sind um meine Mutter zu pflegen. Alle Heime haben uns schon im Vorfeld abgelehnt (kein Platz, ausgebucht, bieten wir nicht an...) bis auf eines. Und dort mussten wir aus der Verhinderungs- eine Kurzzeitpflege mit mind. 10 Tagen am Stück machen, da sich der organisatorische und bürokratische Aufwand für einen kürzeren Zeitraum nicht lohnt.
Ich fragte damals bei einem Heim (das im Portfolio auch eine Verhinderungspflege für kurzfristige Ausfälle der Pflegeperson anbietet), was ich denn bitte mit meiner Mutter machen sollte, wenn ich beispielsweise kurzfristig für einige Tage beruflich weg müsste. Die Antwort war: Dann müsste sie alleine zurechtkommen!

#9 - 14.08.2019, 19:45 von ach ja 1.0

endlich

diese Maßnahme war überfällig.
Hubertus Heil steigt in meiner Achtung, die SPD braucht mehr solcher Politiker innen die wirklich Themen aufgreift und dann auch durchsetzt

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