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Nord Stream 2: Trotz Trumps Drohung - Bau von Ostsee-Pipeline schreitet zügig voran

DPA Donald Trump verfügt angeblich über "viele, viele Instrumente", um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu verhindern. Deren Bau macht allerdings Fortschritte. Fließt schon 2019 das erste Gas aus Russland?
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#1 - 16.11.2018, 11:21 von hansw

Waffen gegen Nord Stream 2

Vielleicht sollte man Herrn Trump einen Schleifstein per UPS schenken. Damit kann er dann seine Waffen gegen Europa schärfen, falls er nicht schon vorher zurück getreten "worden sein" dürfte.

#2 - 16.11.2018, 11:21 von hmmmm4711

Die USA

Haben bereits gedroht die beteiligt Firmen vom SWIFT bezahlsystem auszuschließen/zu bannen. Da ist dann defacto der Tot jeden Unternehmens! Wir werden doch noch einknicken (siehe Iran)! Und an alle die den „verückten“ Trump dafür verantwortlich machen, denen sei gesagt das auch eine Frau Clinton genau so agieren würde!

#3 - 16.11.2018, 11:22 von haarer.15

Unverhohlene Einmischung

Ziemlich dreist. Aber dafür eine größere Abhängigkeit von Amerika - bei dieser Trumpschen Wahnsinnspolitik in Kauf nehmen ? Ein schlechter Tausch und auch eine Zumutung. Zumal der Bezug von amerikanischem Fracking-Gas, welches minderwertiger ist, umweltschädlich produziert wird und teuerer ist, ganz sicher nicht in unserem Interesse sein kann. Hoffe, Europa ist endlich erwachsen genug, um klare Kante zu zeigen.

#4 - 16.11.2018, 11:25 von charly05061945

Wo ist das Problem?

Wo ist eigentlich das Problem? Es steht den Amerikanern doch frei in Deutschland in LNG-Terminal zu bauen (Emden, Wilhelmshaven oder Cuxhaven würden sich sicherlich freuen) und mit dem russischem Nordstream_Gas in Konkurrenz zu treten.

#5 - 16.11.2018, 11:25 von trex#1

Die USA haben die Möglichkeit, ihr Erdgas in die EU zu liefern, beispielsweise über die NL oder Polen.
Aus Sicherheitsgründen brauchen wir mehrere Wege. Daher ist Nordstream 2 unerlässlich.
Gerne können die USA die Preise für russisches Gas unterbieten. Aber Drohungen mit einem Wirtschaftskrieg sind eine Unverschämtheit. Die EU ist nicht Haiti

#6 - 16.11.2018, 11:27 von bürger_prollmann

Dürfen die Europäer nicht selber entscheiden, von wem sie ihr Gas kaufen? Die vorgeschobenen "Sicherheitsbedenken" der USA sind so durchsichtig und unglaubwürdig.
Es geht um die Wirtschaftsinteressen der USA und es geht daraum, den geostrategischen Keil zwischen West-Europa und Russland tiefer zu schlagen. Würde man es zulassen, dass sich das Verhältnis zu Russland verbessert, verschlechtert sich die geostrategische Position der USA weiter. Das ganze Propaganda-Gedöns von der Bedrohung Deutschlands / Europas durch die Russen glauben eh nur noch die ewig Gestrigen.
Ohne Angst und vermeintliche Bedrohung verkauft sich auch die Kriegstechnik nicht so gut ...

#7 - 16.11.2018, 11:29 von helmut.alt

Trump führt sich auf

als Möchtegern-Welttyrann und meint er kann dem Rest der Welt vorschreiben was die einzelnen Länder zu tun und zu lassen haben. Seine Rezepte aus der Wirtschaft werden hoffentlich nicht wirken, ansonsten würde D seine Souveränität verlieren.

#8 - 16.11.2018, 11:30 von gunpot

Nach meiner Erinnerung

waren die Russen immer verläßliche Partner, wenn es um Auslandshandelsgeschäfte ging. Wo ist das russische Interesse, uns den Gashahn abzudrehen? Die Russen wissen genau, dass D sich auch anderweitig eindecken kann. Die Ukraine sollte sich ruhig verhalten, letzten Endes drehte ihr Putin den Gashahn nur deshalb zu, weil das korrupte Land die Gaslieferungen nicht bezahlte. Und nun mal politisch: Nordstream 2 muss auch deshalb kommen, weil Trumpel dagegen ist. So, er hat damit gedroht, alles zu unterbinden. Ein guter Anlass, ihn wie einen Papiertiger aussehen zu lassen.

#9 - 16.11.2018, 11:34 von Emil Peisker

Seltsame Vertriebspolitik...

Andererseits führt beispielsweise der Gesetzestext von 2017 auch an, Ziel sei, mehr in Amerika gefördertes Erdgas in Europa abzusetzen.

Da die EU schon zugestimmt hat, Gas aus den USA zu kaufen, auch wenn die letzte Entscheidung bei den einzelnen Käuferländern liegt, sind die Drohungen offensichtlich versuchte Erpressungen.

Trump ist ein Kaufmann, der Zeit seines Lebens mit solchen Methoden und getarnten Zwielichtigkeiten seine Deals durchgesetzt hat.
Aber hier geht es nicht um ein Spielkasino, sondern um die Entscheidung eines Wirtschaftsraums, der auf Augenhöhe mit den USA steht.

Das beste ist, die Pipeline wird erstmal fertiggebaut. Dann können die US-Gasanbieter ihre Preise an die einzelnen EU-Interessenten abliefern. Dann kann, bei Bedarf, ein Deal vereinbart werden.

Aber wie die Mafia, den 28 EU-Ländern die Pistole auf die Brust setzen und "alle kaufen Gas, oder wir erheben 25% Zölle auf alle Autos, die von US-Bürgern gekauft werden" rufen?

Trump wird nur zurückzucken, wenn die EU auf alle Umsätze der Digitalfirmen sowie Amazon auch 25% Zoll erheben wird.
Wenn Trump die europäischen Automobilfirmen so unverhohlen als Geisel nimmt, wird er den Sturm ernten, den er gesät hat.

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