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Statistik für Deutschland und Europa: Die Vermessung der Armut

Getty Images Kein Geld für Kleidung und eine vollwertige Mahlzeit? Neue Daten zeichnen ein detailliertes Bild der Armut in Deutschland und Europa. Sie belegen, dass auch hierzulande Menschen mit wenig Einkommen Not leiden.
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#170 - 09.11.2017, 23:11 von St.Baphomet

Rechnen Sie

Zitat von anna cotty
Grundnahrungsmittel sind in Deutschland nicht teuer. Ein Sack Kartoffeln, Eier, Zwiebeln,Oel, Pfeffer und Salz und ich mache spanische Omelettes, Kartoffelplaetzchen und noch ein paar andere Gerichte draus. Was kostet das? Nicht viel. Wer natuerlich meint, er muesste sich von Hamburgern und Pommes ernaehren ( aber keine selbstgemachten) zahlt natuerlich mehr. Mehr 150 Euro pro Nase gebe ich kaum im Monat fuer unsere Ernaehrung aus und wir leben nicht schlecht. Ich kann es gerne vorrechnen.
bitte vor, Bin da echt gespannt!
Danach erklären Sie bitte einem Langzeitarbeitslosen der 30 Jahre für dieses Land gearbeitet, reichlich Steuern und Sozialabgaben bezahlt hat wovon er seinen kaputten Kühlschrank/Waschmaschine bezahlt.
Oder die extrem gestiegenen Stromkosten?
Erklären Sie bitte auch warum dieser Mensch, der 30 Jahre in unser Sozialsystem eingezahlt als Rentner nachher exakt soviel bekommt wie Jemand der z.B nie gearbeitet hat oder kürzlich zugezogen ist.
Viel Glück.
Und guten Appetit.

#171 - 09.11.2017, 05:11 von Berg

Zitat von ofelas
Jeder 2 Rentner wird weniger als 800 im Monat haben, ceteris paribus Hartz4 (3 Mn), Arbeitslose (3Mn) und dann 13Mn Armutsrentner macht 19Mn! Die Aufstocker oder zusätzlichen Millionen Arbeitslose durch die Automatisierung (20-35% der abhängig Beschäftigten) garnicht mitgerechnet. Wer spricht diese Entwicklung bei uns an, was sind die Strategien der Politik?
Die Politik hat das längst erkannt und beugt mit ihren Zahlungen (Aufstockungen, Grundsicherungen, Mietgeld, Heizungsgeld, Sozialhilfen, Kindergelder usw.) gerade vor, dass KEINE Altersarmut eintritt. Es ist unredlich,nicht das Gesamteinkommen als Armutsgrenze zu nebutzen, sondern nur Arbeitsentgeld und gesetzliche Rente. Warum tut man das?

#172 - 09.11.2017, 07:00 von shotaro_kaneda

@ jupp78

Quatsch daran ist, die Ernährung nur am Energiebedarf auszurichten. Von den Kosten hab ich nichts erwähnt. Trotzdem bezweifel ich, dass man sich von unter 100€ im Monat gesund und ausreichend ernähren kann. Der Hartz 4 Regelsatz, der das absolute Minimum ausrechnet, kommt allein auf 136 €. Und da ist mit Sicherheit kein Wochenmarkt (frisches Gemüse und Obst) oder Mc D. und Kaviar eingerechnet, sondern Aldi 24/7. Wobei es für manchen Niedrigjöhner, gerade in Ballungsgebieten (Miete) schwer sein dürfte auf diese 136€ zu kommen, ohne Aufstockung.

#173 - 09.11.2017, 09:46 von Crom

Zitat von charlybird
Seien Sie doch nicht so empfindlich. Aber wenn Sie schon so fragen. So, wie hier die ''Dicken Taschen'' über das ''Was – zu - reichen – hat'' schwadronieren, sollte man es den weniger Gefüllten durchaus mal überlassen, zu entscheiden, was vom Kuchen bleiben darf. Vor allem, wenn man ihn nicht alleine gebacken hat und die Zutaten auch noch von der Allgemeinheit bezahlt wurden. :-) So ganz unfair wäre das nicht, oder?
Zu entscheiden schon mal gar nicht. In einer Demokratie hat jeder eine Stimme und die zählt. Wenn immer nur nach der Meinung der Betroffenen Gesetze gemacht würden, wäre das sicher keine gute Entwicklung.

#174 - 09.11.2017, 09:56 von portlana

Zitat von spon_3501918
Interessant wäre mal wie viele derer die das angeben einen Fernseher so in der Dimension 50" aufwärts und 2-3 Smartphones in der Familie mit jeweils All-Flats und dann dazu noch einen Festnetzanschluss mit DSL und / oder Kabelanschluss haben. Vor noch 20 Jahren war eine "normale" Telekommunikationsrechnung für ein Paar 40-50 DM (sagen wir 25 Euro). Heute sind das T-Com-Entertain-Flat 50 Euro und 2x irgendeine Mobilfunkflat für nochmal jeweils 20 Euro = 90 Euro. Dazu noch das Geld für die Gerätschaften. 1 oder 2 Laptops und Tablets, 2 Smartphones. Und in der Gesellschaft ist es eben heute so dass für viele Kommunikation wichtiger zu sein scheint als Nahrung und Kleidung.
aha, ich liebe kommentare von leuten, die wahrscheinlich überhaupt niemanden in armut kennen und dann einfach behaupten was die angeblich alles haben.

erinnert mich an meine früher 80 jährige vermieterin, die mir bei mietvertragsunterschrift erzählte, wie der ausländer x in der nähe einen bmw hat , und dass obwohl arbeitlos.

die kannte den zwar gar , wusste entsprechend auch gar nicht, ob überhaupt arbeitslos ist, aber für vorurteile reicht nichtwissen locker

#175 - 09.11.2017, 09:59 von garno

Zitat von akkronym
dass diese Armut zum Teil mutwillig durch die Politik herbei geführt wurde (Agenda 2010) und seither von dieser und den neoliberalen Kräften mit Zähnen und Klauen verteidigt wird. Ein großer Teil dieser Armut ist Programm und politisch gewollt.
"Ein großer Teil dieser Armut ist Programm und politisch gewollt."
Das ist gewissermassen die Kehrseite unserer Leistungsgesellschaft, da wo es Gewinner gibt muß es logischerweise auch Verlierer geben. Das Ziel sollte sein, die Kluft zwischen Arm und Reich nicht all zu groß werden zu lassen, d.h. die Mittelschicht zu stärken. Gelingt uns das nicht, die Mittelschicht zu stärken, was ja nichts weiter als der brave Michel ist, dann wird der Michel nicht länger brav sein, und anfangen extremistische Parteien zu wählen.

#176 - 09.11.2017, 10:16 von hikage

Zitat von jowitt
So ein Unsinn. Eine vollwertige Ernährung beinhaltet mindestens drei Mahlzeiten. Bei 100 Euro im Monat blieben ja dann nur 1,10 €/pro Mahlzeit. Das reicht dann gerade mal für einen Hamburger. Da wird man aber nicht satt von. Trinken kann man ja aus der Regentonne? DAS nennen Sie dann "vollwertig"?
Während ich die Kritik ja gern im Grundsatz unterstütze, ist ein solcher Kommentar wiederum absolut blödsinnig und schadet nur.

Wer günstiges Essen in Hamburgern rechnet, hat offenbar das Thema nicht verstanden. Vernünftig selbst Gekochtes - insbesondere vegetarisch, was auch umweltfreundlicher ist - läßt sich ohne weiteres auf Grundlage der H4 Sätze zubereiten.

Dann ist auch gelegentlich ein Hamburger drin. Selbst gemacht (inklusive der Brötchen) durchaus auch regelmäßig.

#177 - 09.11.2017, 11:03 von christian-h

Angabe

Zitat von Crom
Mit dieser Armutsdefinition steigt mit jeder Lohnerhöhung auch die Armut. Da unsere Reallöhne aktuell auf einem Allzeithoch sind, bedeutet dies natürlich auch steigende Armut auf dem Papier. Tolle Definition!
Ihre Aussage ist wie üblich falsch.
"Unsere" Reallöhne sind in keinem fall auf einen Allzeithoch.
Die unteren 40% der Einkommen haben einen ReallohnVERLUST von ca. 7% zu verkraften. Weitere 10% haben überhaupt keinen Reallohnzuwachs. Der Reallohnzuwachs findet erst oberhalb der 50% Einkommen statt.
Zudem mussten in 2017 selbst Tarifgebundene AN (Handel/Gastronimie) einen Reallohnverlust hinnehmen.

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