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Statistik für Deutschland und Europa: Die Vermessung der Armut

Getty Images Kein Geld für Kleidung und eine vollwertige Mahlzeit? Neue Daten zeichnen ein detailliertes Bild der Armut in Deutschland und Europa. Sie belegen, dass auch hierzulande Menschen mit wenig Einkommen Not leiden.
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#10 - 08.11.2017, 15:29 von Kokolemles

Die hässliche Fratze des Neoliberalismus

Anders ist das nicht zu bezeichen. Hätte man hierzulande auf die Agenda 2010 verzichtet und dieRente so belassen, wiesie in den 70ern Jahren war, hätten wir diese Probleme nicht. Die Steuerflucht gehört auch massiv bekämpft. Ebenso die Schwarzarbeit und Tarifflucht. Fangt endlich damit an. Für unserLandsindsolche Zustände eine Schande.

#11 - 08.11.2017, 15:33 von Deify

Ich wüsste so gern,

was andere zu meiner Ansicht sagen, dass die Armut auch mit der Einführung des Euro zu tun hat, da dieser die Rentenbezüge, deren Höhe damals ja schon feststand, halbiert hat. Hätte man damals z. B. 1.600 DM gehabt, wäre das auskömmlich gewesen; 800 Euro sind es nicht. Es liegt, dessen bin ich mir sicher, nicht nur an der Zeit, weil ja "immer alles teurer wird" (durchaus, aber nicht um 100%) und man nicht mehr umrechnen dürfe. Es ist in der Tat alles teurer geworden; was mal DM war, ist heute Euro, nicht aber die Renten und viele Gehälter. Und: Ich rechne nach wie vor um.

#12 - 08.11.2017, 15:34 von mali123

was komisch ist

überall hört man boom, jedoch ist die armut nicht gesunken in d.

#13 - 08.11.2017, 15:35 von Tornado

Nicht wirklich abblidbar

Leider lässt sich die Armut in Deutschland nicht wirklich abbilden in Statistiken. Vieles spielt eine Rolle: ein Beispiel: man könnte sich im Discounter eine Laugenbrezel kaufen für 20 Cent. Man kann sich aber auch eine Laugenbrezel für 90 Cent, handgefertigt und entsprechend lecker beim Bäcker holen. Der Arme hungert natürlich nicht, aber er frisst diese ekelhaften Discounterbrezeln. Und so ist es auch mit Autos, Heizung und jedem anderen Produkt. In dieser Statistik werden auch Möbel zitiert - die gibt es handgefertigt und wertig, aber auch 0815 aus Sperrholz. Als Armer kann man schon überleben hier - aber man muss einfach mal arm gewesen sein um die Wut zu verstehen die man dann spürt. Brezel ist nicht Brezel und Schrank ist nicht Schrank. Die tatsächliche Armut in Deutschland ist täglich spürbar und enorm gewachsen die letzten Jahrzehnte. Statistik überflüssig! Augen auf! Die Sache ist doch die: die Reichen sind leider oft nicht in der Lage zu verstehen, dass es in ihrem eigenen Interesse liegen sollte den Reichtum zu teilen und den sozialen Frieden zu erhalten - denn im Extremfall sind sie diejenigen die wie 1789 oder 1917 durch die eigene Gier als erstes mit ihrem Leben bezahlen. Es ist einfach dumm Menschen in die Enge zu treiben. Wie gesagt: man muss arm sein um zu verstehen...

#14 - 08.11.2017, 15:37 von Boracaytaucher

relative Armut

Warum quellen angesichts dieser Armutzahlen in Deutschland die DRK-Kleiderkammern über? Wie viele statistisch Arme kaufen täglich ein Paket Markenzigaretten - ein Betrag, für den man problemlos ordentliche Zutaten für eine Mahlzeit bekommt? Und wie können sich fast 3/4 der Einkommensarmmen ein Auto leisten? Der STERN titelte vor einigen Jahren zu einer Reportage über ein prekäres Wohnquartier in Essen "Arm - an Bildung".

#15 - 08.11.2017, 15:38 von qoderrat

Zitat von Nordstadtbewohner
Wer mehr vom Leben will, der sollte sich bezahlte Arbeit suchen. Die ist noch immer das beste Mittel gegen Armut.
Wieviel Mio Vollzeit arbeitende Aufstocker haben wir in D? Und wieviele Rentner sind bereits jetzt in der Grundsicherung, mit stark steigender Tendenz, da auch systematisch jede eigene Vorsorge geplündert und/oder entwertet wird?

Manchmal kann man nur noch den Kopf schütteln, es gibt offensichtlich schon sehr weit voneinander entfernte Gesellschaftsschichten ohne Berührungspunkte. Vorschlag, beteiligen Sie sich doch mal ehrenamtlich an der örtlichen Tafel und reden ein bisschen mit den Leuten. Einige sind sicher für ihre Situation selbst verantwortlich, aber bei weitem nicht alle. Und wenn Sie die ersten Alleinerziehenden mit Kindern sehen, bleibt Ihnen hoffentlich Ihre Bemerkung im Hals stecken.

#16 - 08.11.2017, 15:40 von freekmason

Zitat von Nordstadtbewohner
Wenn ich mir die Zahlen im Artikel so anschaue, so stelle ich fest, dass es den Menschen in Deutschland sehr gut geht. Was mir missfällt, ist die Armutsdefinition von unterhalb 60% des Durchschnittseinkommen an sich. Da das Durchschnittseinkommen in Deutschland sehr hoch ist, geht es mit Menschen mit zB. 50% des Durchschnittseinkommens im Vergleich zu anderen Ländern sehr gut. Von daher verstehe ich das Wehklagen zwischen den Zeilen nicht. Arm ist für mich jemand, der keine Bleibe für die Nacht hat und Hunger leiden muss. Davon sind inzwischen selbst die ärmsten EU-Staaten entfernt. Wer mehr vom Leben will, der sollte sich bezahlte Arbeit suchen. Die ist noch immer das beste Mittel gegen Armut.
ja klar, sollen sich die leute halt och einen 3. oder 4. job suchen. und überhaupt, wenn von 10 leuten einer 100000€ im monat verdient und 9 leute 450€, liegt das durchschnittseinkommen über 10000€. warum beschweren sich die 9 bloß?!

#17 - 08.11.2017, 15:42 von Palmstroem

Trotz Zuwanderung 3,7%

Es wäre interessant, ob in dieser Statistik auch die Zuwanderer 2015 enthalten sind. Denn das würde vieles erklären. Klar ist, dass Zuwanderung aus Armutsregionen die Armutsquoten beeinflusst.

#18 - 08.11.2017, 15:43 von ludwig49

Einst war die Sozialdemokratie...

...der Hoffnungsträger, dass der Kuchen gerechter verteilt wird. Leider war dem nicht so. Was passiert eigentlich, wenn nichts passiert? Wenn Leute seit zwanzig Jahren auf der gleichen durchgelegenen Matratze schlafen, während andere sich auf Daunen betten, dann könnte es doch irgendwann Zeit für einen Bettentausch sein, oder?

#19 - 08.11.2017, 15:46 von Crom

Zitat von mali123
überall hört man boom, jedoch ist die armut nicht gesunken in d.
Der absolute Mangel ist gesunken, steht doch sogar im Artikel. und bei den "relativ Armen" ist kein Wert über 50%, also kann sich wohl ein großer Teil doch alles leisten und nur ca. die Hälfte ist wirklich arm wobei ich ein Auto zu haben oder nicht nicht als Kennzahl für Armut ansehe. Ein Auto ist Luxus!

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