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Wahlkampf in Griechenland: Tsipras opfert den Aufschwung

AP Griechenlands Wirtschaft wächst, der Staat kommt wieder an Geld. Um seine Wiederwahl zu retten, drückt Ministerpräsident Tsipras teure Maßnahmen durch. Er riskiert damit den zarten Aufschwung - und ärgert Europa.
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#1 - 11.03.2019, 14:27 von Haarfoen

Neo- liberale Berichterstattung?

Aha. Wir sind uns einig, dass Reformen nicht verschleppt werden dürfen und Misswirtschaft beendet werden muss. Vielleicht muss man dann auch mehr Personal im öffentlichen Dienst einstellen, um die Steuerhinterziehung von Selbstständigen wirkungsvoll zu bekämpfen? Die "Turnschuh- Masche" hatten wir in Sachen Mindestlohn ja auch in Deutschland: Plärrende Unternehmer und Untergangsszenarien der Presse - nichts davon ist eingetreten. Vielleicht macht es Sinn, die Kaufkraft der kleinen Leute zu stärken? Und überhaupt: Das Geld geht an die Ärmsten der Armen. Soweit ich informiert bin, sind die Lebensumstände in Griechenland weiterhin desaströs. Man kann es auch als Zeichen der Solidarität interpretieren, dass die Armen von einem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Interessant ist in der Tat der Verdacht, man wolle sich Wähler mit Geschenken kaufen. Das ist doch hier genauso oder sehe ich da etwas falsch? Die stärkste Wählerschicht der Rentner wird ständig geködert, die Jugend und die Bildung ständig vernachlässigt. Die Eliten kaufen sich die Stimmen alle 4 Jahre und dann geht es wie gewohnt weiter.

#2 - 11.03.2019, 14:29 von egonv

Und was ist mit den wirtschaftlich gesehen positiven Effekten, der beschriebenen Maßnahmen? Zählen die nicht? Auch wenn es heute nicht mehr so populär ist: Nachfragesteigerung ist eine der wirksamsten Maßnahmen zum Aufschwung. Bekommen Geringverdiener mehr Geld geht das nahezu zu 100% in die Binnennachfrage. Dieser Effekt ist deutlich nachhaltiger für die wirtschaftliche Entwicklung als die so gepriesenen Privatisierungen, die klappen nur einmal und haben keinen Multiplikatoreffekt

#3 - 11.03.2019, 14:36 von alexander.weljam

Aha

Der Tenor dieses Artikels sagt uns, warum Matteo Salvini in Italien populär ist, und es wahrscheinlich bleiben wird. Und was Griechenland betrifft, so ist es unseren politischenOberlehrern offensichtlich vollkommen egal, dass die stabilisierende wirtschaftlich wichtige Mittelschicht durch die Sparpolitik der EU zerquetscht worden ist. So etwas favorisiert in letzter Instanz immer wieder diktatorische Tendenzen. Das heisst nicht, dass es dort vorher keine grassierende Misswirtschaft der Regierung gab, aber der der EU fehlt offensichtlich das Gefühl, wie man südländische Völker richtig behandelt, ohne gleich das Kind mit dem Badewasser auszuschütten und den Oberlehrer zu geben. Den politischen Schaden, den sie damit in Italien und Griechenland angerichtet hat, lässt sich nicht so leicht wieder gutmachen.

#4 - 11.03.2019, 14:39 von crossy-hl

Der Euro

wird nie die griechische Wirtschaft gesunden lassen. Da helfen keine weiteren EU-Milliarden. Einziger Ausweg: Griechenland verläßt den Euro bei gleichzeitigem Schuldenschnitt und führt wieder eine eigene Währung ein. Dann kann es ggf. über Abwertungen die notwendige Konkurrenzfähigkeit herstellen. Die derzeitige EU-Politik ist nichts weiter als teuer gekaufte Zeit. Das hätte man schon vor dem 1. Hilfspaket machen sollen, dann wäre Griechenland jetzt sicher schon wieder auf den Beinen.

#5 - 11.03.2019, 14:39 von tinnytim

Hier gibt es doch zwei Wahrheiten:
1. Gut gemeinte aber nicht gut durchdachte linke Ansätze sozialschwache zu unterstützen verpuffen sehr häufig.
2. Die Troika-Politik kann nur als kolossaler Fehlschlag bezeichnet werden, der das Land tiefer in die Rezession gezogen hat als jegliches "weiter-so".

Nun sollte man abwägen, ob der Mindestlohn von 650 Euro im Monat Griechenlands größeres Problem ist oder die Tatsache, dass eine Regierung derart knausern muss, dass eine Psychologin für Sonderschüler für diese 650 Euro nicht mehr bezahlbar ist.

#6 - 11.03.2019, 14:41 von schwarzeruhu

So ein Unsinn

In Griechenland gibt es seit der Finanzkrise tausende von Bürgern, die ihre Häuser verloren haben, die auf der Strasse leben, oder mit den Kindern in einem Zimmer und stets befürchten, das nächste Abendessen nicht auf den Tisch zu bringen.

Diesen Menschen wieder halbwegs erträgliches Leben zurückzugeben ist kein Luxus. Das ist Systemrelevant und die allererste Aufgabe eines Staates.

Die Kredite der Deutschen Bank zu bedienen, das war Luxus.

#7 - 11.03.2019, 14:59 von Hoberg

Export von Arbeitsplätzen

die Erhöhung des Mindestlohns auf knapp den Durchschnittslohn exportiert die Arbeitsplätze in Massen nach Rumänien, Türkei, etc. Nix mit Ankurbelung der Wirtschaft . Reine Wahlgeschenke zu Lasten unserer Sicherheit der Rückzahlung von Schulden. Wenn man dies noch erhoff.

#8 - 11.03.2019, 14:59 von flaffi

Was erwarten, SPON

Erstens ist der Tsipras Grieche,
zweitens ist er Poltiker und
drittens, entscheidend ein Linker.
Das wird nie was unter seiner Leitung.

#9 - 11.03.2019, 15:13 von fluxus08

Nichts neues in Griechenland!

Früher hatten die Griechen Sokrates, Pythagoras, Aristoteles, Archimedes und Platon.
Heute dürfen sie sich mit Tsipras und Varoufakis begnügen.
Wann ging es den Griechen nochmal besser?

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