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Arachnophobie: Schon Babys regen sich über Spinnen auf

DPA Die Angst vor Spinnen ist weit verbreitet - ist sie vielleicht sogar angeboren? Ein Experiment mit sechs Monate alten Babys zeigt: Schon sie reagieren speziell auf Fotos von Spinnen oder Schlangen.
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#1 - 19.10.2017, 18:13 von mum_23

Kinder im Alter von 6 Monaten sind unbeweglich und haben keine Gelegenheit zum Lernen!? Da muss ich aber laut lachen. Die Wissenschaftler sollten sich Kinder anschaffen, learning by doing sozusagen. ;)
Und geweitete Pupillen beim Anblick von Spinnen? Den Kids gehts wie mir: ich liebe Spinnen!

#2 - 19.10.2017, 18:57 von Mach999

Zitat von mum_23
Kinder im Alter von 6 Monaten sind unbeweglich und haben keine Gelegenheit zum Lernen!? Da muss ich aber laut lachen. Die Wissenschaftler sollten sich Kinder anschaffen, learning by doing sozusagen. ;) Und geweitete Pupillen beim Anblick von Spinnen? Den Kids gehts wie mir: ich liebe Spinnen!
Ihre Kritik an den Wissenschaftlern entbehrt jeglicher Grundlage.
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Kind in der modernen Zivilisation im Alter von 6 Monaten schon so intensive Erfahrungen mit Spinnen und Schlangen gemacht hat, dass daraus ein Lerneffekt entsteht. Insofern ist der Ansatz der Wissenschaftler völlig korrekt. Ob man das jetzt so ausdrücken muss wie in diesem Artikel ist eine andere Frage.
Außerdem sprechen die Wissenschaftler nicht von Phobien, sondern von "increased arrousal", also höherer Erregung. Das ist weder positiv, noch negativ, deutet aber tatsächlich genau darauf hin, dass eben diese Aufmerksamkeit im Menschen schon angelegt und nicht erlernt ist. Ob sich daraus eine Phobie oder eine Liebe zu dem Tier entwickelt wie bei Ihnen, steht auf einem anderen Blatt.

#3 - 19.10.2017, 19:00 von schattenlinde

Gewöhnungssache

ist beim Umgang mit Kleintieren entscheident. Unsere Tochter hatte die ersten Lebensjahre auf einem Bauernhof engen Kontakt zu unterschiedlichen Tieren. Spinnen waren für sie interessant. Auf einer späteren Familienfeier schrieen plötzlich einige Mädchen lauthals auf, weil eine Spinne an der Wand war. Seit diesem Erlebnis ist sie angeblich allergisch gegen Spinnen und hat dies an ihre Tochter weiter gegeben. Wer im Einklang mit der Natur leben will, muß auch weniger attraktive Geschöpfe akzeptieren.

#4 - 19.10.2017, 19:05 von palef

...da war ich gestern mit einer 4jährigen zusammen...

...die von Spinnen ziemlich fasziniert ist. Von Angst/Phobie keine Spur. Am Enge des Tages habe ich zwei Kreuzspinnen malen sollen. Hab ich gemacht!
Ihr habt ein Problem! Nicht die Kinder!

#5 - 19.10.2017, 19:19 von t_mcmillan

Naja, wenn man bedenkt, wo die Menschheit herstammt...

... dann wundert es mich nicht. In Afrika ist "erhöhte Aufmerksamkeit" gegenüber Spinnen und Schlangen sicher vielerorts recht nützlich. Panik hingegen dürfte auch dort eher kontraproduktiv sein.

#6 - 19.10.2017, 19:52 von Little_Nemo

Zweckdesign und vererbte Erfahrungen

Irgendwo habe ich vor längerer Zeit mal gelesen, dass man bei Eskimos festgestellt habe, dass sie eine instinktive Angst vor Schlangen haben, obwohl sie noch nie einer begegnet sein können. Ich glaube, dass das in meiner damaligen Lektüre als Beleg für die Jungsche Archetypen-Lehre, im Sinne einer Art vererbter Urerfahrung, gedient hat, erinnere mich aber nicht genau.

Grundsätzlich denke ich, dass es in der Natur Farb- und Formprinzipien gibt, die genau diesen Effekt zum Ziel haben: Man soll sich vor dem jeweiligen Tier fürchten oder von ihm abgestoßen sein. Bekannt ist z.B. dass manche Schmetterlingsarten Zeichnungen auf den Flügeln haben, die wie bedrohlich starrende Augen aussehen. Andere Tiere nutzen grelle Signalfarben um zu signalisieren, dass sie eine Gefahr darstellen. Z.B. Pfeilgiftfrösche. Kinder nahezu jeglicher Art hingegen sind so gestaltet, dass man Zuneigung für sie empfindet: Kulleraugen, Stupsnasen, große Köpfe im Vergleich zum Körper, quietschige Stimmen - das berühmte Kindchenschema, das vielleicht effektivste Corporate Design aller Zeiten. Ob und inwiefern diese Prinzipien allerdings auf Spinnen und Schlangen generell anzuwenden sind, weiß ich auch nicht.

#7 - 19.10.2017, 20:50 von HeisseLuft

Eigentlich nicht verwunderlich

Zitat von Little_Nemo
Irgendwo habe ich vor längerer Zeit mal gelesen, dass man bei Eskimos festgestellt habe, dass sie eine instinktive Angst vor Schlangen haben, obwohl sie noch nie einer begegnet sein können. Ich glaube, dass das in meiner damaligen Lektüre als Beleg für die Jungsche Archetypen-Lehre, im Sinne einer Art vererbter Urerfahrung, gedient hat, erinnere mich aber nicht genau. Grundsätzlich denke ich, dass es in der Natur Farb- und Formprinzipien gibt, die genau diesen Effekt zum Ziel haben: Man soll sich vor dem jeweiligen Tier fürchten oder von ihm abgestoßen sein. Bekannt ist z.B. dass manche Schmetterlingsarten Zeichnungen auf den Flügeln haben, die wie bedrohlich starrende Augen aussehen. Andere Tiere nutzen grelle Signalfarben um zu signalisieren, dass sie eine Gefahr darstellen. Z.B. Pfeilgiftfrösche. Kinder nahezu jeglicher Art hingegen sind so gestaltet, dass man Zuneigung für sie empfindet: Kulleraugen, Stupsnasen, große Köpfe im Vergleich zum Körper, quietschige Stimmen - das berühmte Kindchenschema, das vielleicht effektivste Corporate Design aller Zeiten. Ob und inwiefern diese Prinzipien allerdings auf Spinnen und Schlangen generell anzuwenden sind, weiß ich auch nicht.
Ein Gehirn arbeitet über Mustererkennung und Assoziatonen. Klar können Erkennungsmuster angeboren sein. Ob das nun das Verhältnis von Eltern zum Kind, oder zum potentiellen Geschlechtspartner oder gegenüber einer Gefahr darstellt. Sei es wiederum ein Tier oder einfach die beachtliche Fähigkeit, menschliche Mimiken lesen und deuten zu können. Und wenn es sich um eine alte und recht charakteristisch zu identifizierende Gefahr handelt, warum soll sie nicht angeboren sein?
Der Ansatz der Untersuchung ist auch plausibel.

#8 - 19.10.2017, 23:12 von lamblies

Mein Titel

Ich hatte mal eine Spinne im Bett. Sie hatte es sich unter der Bettdecke bequem gemacht.
Ich sagte ihr "gute Nacht" und machte das Licht aus.
Was die Spinne heute macht kann ich ihnen nicht sagen.

#9 - 20.10.2017, 00:20 von Miere

Spinnenphobie ist typisch europäisch.

In Asien ist das viel seltener, sagen zig Studien. Das deutet auf anerzogen hin. Man müsste dieses Experiment mit Kindern aus verschiedenen Erdteilen bzw Kulturkreisen machen und dann vergleichen.

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