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Erneute Zulassung: Was spricht für Glyphosat, was dagegen?

DPA Krebs erregend, schädlich für Insekten und unverzichtbar für die meisten Landwirte? Die EU hat das Pestizid Glyphosat für fünf weitere Jahre zugelassen. Doch der Streit geht weiter. Der Überblick.
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#1 - 27.11.2017, 19:28 von harryhorst

Unseelige Entscheidung

Nach einem solchen Vertrauensbruch kann die SPD keine Koalitionsverhandlungen mut der SPD beginnen. Merkel hat schließlich die Abstimmung für Glyphosat gegen den erklärten Willen der SPD zugelassen. Wenn die SPD jetzt zu verhandeln bdginnt, dann kann sie sich gleich begeaben lassen.

#2 - 27.11.2017, 19:38 von freddygrant

Es ist doch längstens bekannt!

Kommerz spricht dafür und toxsiches Wirkung besonders
gegen Lebewesen - und damit auch den Menschen -
sprechen dagegen. Die deutsche Regierung hatte ihren
Bürgern Enthaltung versprochen! Die CDU/CSU und
besonders Frau Merkel und ihr CSU-Minister Schmidt
fahren damit einen Angriff auf die Demokratie und unsere
Gesundheit! Wie soll das nur weitergehen?

#3 - 27.11.2017, 19:43 von r........

Man könnte ja einfach mal....

die statistischen Krankheitsberichte aus Argentinien hernanziehen. Ach hoppla dort wird Glyphosat ja nicht ordnungsgemäß angewendet, dass hilft den Menschen ja ungemeint.

Warum erinnert mich das an den Dioxinskandal?

#4 - 27.11.2017, 20:04 von Kurt-C. Hose

Komplexe Deabatte

Danke für die sachneutrale Darstellung.
Was man vielleicht ergänzen könnte: Die Entscheidung für oder gegen Glyphosate ist keine isolierte, sondern hat nicht nur etwas mit industrieller Landwirtschaft an sich zu tun, sondern auch damit, welche Nachteile man in Kauf nimmt, wenn man ohne Glyphosat arbeitet. Die pfluglose Bodenbearbeitung kommt kaum ohne Pestizide aus, Nimmt man aber das Pflügen in Kauf, redet man der strukturellen Bodenzerstörung das Wort. Wie immer im Leben gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern man muss offen darüber reden, welche Nachteile man sich mit welchen Vorteilen erkauft. Aber differenzierte Debatten scheinen gerade bei diesem Thema eher selten zu sein.

#5 - 27.11.2017, 20:05 von rka001

...

Man sollte durchaus erwähnen, daß einer der Autoren des IARC-Gutachten ebenfalls involviert war in einer sehr grossen Studie unter Farmern in den USA, die einen Zusammenhang zwischen Krebs und Glyphosat zurückwies. Diese Studie war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht veröffentlicht, konnte also nicht berücksichtigt werden.

Trotzdem sollte man sich vor Augen führen, daß das IARC wenigstens in Teilen wusste, daß eine grosse Studie ihre Einstufung nicht bestätigen wusste.
Hier haben Wissenschaftler also Ergebnisse präsentiert und publiziert, obwohl sie wussten, daß sie in sehr absehbarer Zeit nicht haltbar sein würden.

Unterm Strich - selbst wenn man die Verstrickungen von Monsanto mit einigen Wissenschaftlern berücksichtigt - muss man zum Ergebnis kommen, daß das IARC ein Gefälligkeitsgutachten erstellt hat. Man kann daraus lernen, daß sowohl NGOs als auch Konzerne sich die Daten so zusammenschrauben, wie es ihnen passt. Ein Greenpeace-Campaigner unterscheidet sich nicht mehr gross vom Kohle-Lobbyisten.

#6 - 27.11.2017, 20:11 von bebreun

eine gute Übersicht

Der Bericht zeigt auf den ersten Blick, dass die eindeutige Beurteilung der Schädlichkeit derzeit schwierig bis unmöglich ist. Dennoch ist erforderlich, dass schon bei einem Risiko einer Schädigung eine restriktive Handhabung durchgesetzt wird, zumindest so lange bis eindeutige Ergebnisse vorliegen.

#7 - 27.11.2017, 20:14 von oenos

Kompliment für diesen Beitrag

in Anbetracht der völlig überhitzten Diskussion ein selten gewordener nüchterner sachlich fundierter Beitrag über die Zielscheibe eines viel größeren generellen Problems (Industrialisierung der Landwirtschaft, Verarmung der Landschaft), das uns solange begleiten wird, wie eine nochmalige Preissenkung beim Discounter für ein Lebensmittel den Umsatz ankurbelt. Aber es ist ja viel einfacher, dem Bauern den schwarzen Peter hinzuschieben, als sein eigenes Verhalten im Hinblick auf dieses Problem zu hinterfragen

#8 - 27.11.2017, 20:18 von Koana

Die chemische Keule...

... schlägt am Ende auch dem Menschen selbst den Schädel ein, wobei da nicht viel verloren geht.
Alle die gegen den Wahnsinn Agrochemie im Besonderen und Renditewahnsinn im Allgemeinen sind, gehen morgen wieder brav zur Arbeit und tun was man ihnen befielt.
Der Konsumsoldat kämpft wacker an der Front, auch wenn es ihm bisweilen nicht gefällt, bzw. bis er fällt.

#9 - 27.11.2017, 20:32 von ayee

Moderne Landwirtschaft?

Ich weiß nicht, ob man eine Landwirtschaft, die massiv die Konsequenzen des eigenen Handelns ausblendet und Folgekosten sozialisiert, überhaupt Landwirtschaft nennen kann. Modern ist das jedenfalls nicht, es sei denn, man betrachtet Kurzsichtigkeit als modern.

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