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Faktencheck "Der Marsianer": Viel Science und etwas Fiction

20th Century Fox Im neuen Blockbuster "Der Marsianer" kämpft ein zurückgelassener Astronaut ums Überleben. Der Film übertreibt zwar gelegentlich und ignoriert eine Gefahr - darf aber trotzdem als wissenschaftlich solide gelten.
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#1 - 13.10.2015, 12:13 von Dirk-16

Fast ein richtig cooler Plot...wenn er nur nicht schon im Ansatz den dicken Fehler mit dem Marssturm hätte, s.o. Allein die Tatsache, MITTEN in einem dicken Sturm starten zu wollen, bei dem sogar Raumschiffe umkippen (auweia...) erscheint mir zu hanebüchen, um den Rest ernst nehmen zu können. Trotzdem war das Buch sehr unterhaltsam, auch wenn ich etliche Male die Stirn runzeln musste.

#2 - 13.10.2015, 12:15 von skygirl

irgendwie klar...

...das in einem hiesigen Artikel wieder auf "Strahlung" hingewiesen werden muss: "Watney scheint dagegen jedoch immun zu sein, irgendwelche Schutzmaßnahmen sind im Film kein Thema. Mehr noch: Bei den Ausfahrten durch die eisige Wüstenei installiert er sogar eine Plutonium-Batterie auf dem Beifahrersitz seines Marsmobils - um es dank ihrer Abwärme mollig warm zu haben."

Im Buch (Sol 94) wird ausführlich beschrieben, dass das Material des Habitats entsprechend isoliert ist (weswegen auch Sojourner, der im Film im Habitat hin und her fährt, im Buch von dort aus keine Verbindung zu Pathfinder aufbauen kann - Sol 97).

Ebenfalls wird im Buch beschrieben, dass solange es keine Beschädigungen am RTG gibt, keine Gefahr für Watney besteht (Sol 68). Im Buch packt er den RTG übrigens in eine Box mit Wasser zur Erwärmung des Sauerstoffs und diese ist im Anhänger seines Fahrzeugs untergebracht (fehlt im Film vollständig).

#3 - 13.10.2015, 12:16 von The Restless

Die Plutoniumbatterie ist in der Tat völlig ungefährlich - solange sie nicht beschädigt wird. Pu ist ein Alpha-Strahler, die Strahlung bleibt sicher im Innern der Batterie.

#4 - 13.10.2015, 12:36 von QPDO

Notstart?

Ähhm .. das Raumschiff, besser gesagt der Lander, kippt deswegen, weil es nun mal ein Spargel auf Stelzen ist, dessen Schwerpunkt extrem hoch ist. Bei entsprechender Angriffsfläche geht das auch mit weniger dichter Luft. Und weil der Lander nun mal kippt, starten sie lieber bevor er umfällt, und sobald der Raketenmotor läuft hat das Ding genug Schub um sich durch jeden Sturm einfach durchzudrücken. Gerade wenn die Luft so dünn ist. Das einzige Manko ist in der Tat der Impuls, der durch die dünne Raumluft warscheinlich nicht ausreichen würde, aber die Reaktion des Commanders war genau richtig.

Ansonsten aber: Guter Film. Übrigens hat Buzz Aldrin (ja der, der nicht mit durfte) das Manöver aus dem Film schon länger auf dem Radar. Was die Hermes da macht ist ein Mars Cycler Manöver.

http://buzzaldrin.com/space-vision/rocket_science/aldrin-mars-cycler/

#5 - 13.10.2015, 12:43 von Amerikanski1234

Der Film ist ziemlich enttäuschend. Es wird einfach nur so durchgehuscht (trotz langer Spielzeit) und die Schauspieler bzw. deren Rollen erscheinen überwiegend unglaubwürdig, insbesondere in Anbetracht der Herausforderungen, denen sie sich gegenübersehen. An Apollo 13 oder andere vergleichbare Filme, kommt "The Martian" bei weitem nicht ran. Schade, da wäre sicherlich mehr möglich gewesen.

#6 - 13.10.2015, 12:44 von djchrisi

Plutonium ist nicht das Problem

Zitat: "Mehr noch: Bei den Ausfahrten durch die eisige Wüstenei installiert er sogar eine Plutonium-Batterie auf dem Beifahrersitz seines Marsmobils - um es dank ihrer Abwärme mollig warm zu haben"

Ja und? Radionuklidbatterien aus 238Pu geben kaum Gammastrahlung ab. Ansonsten strahlt das Nulkid Alphastrahlung ab, dass leicht Abgeschirmt werden kann.

Deutsche Journalisten geraten halt schnell in Panik sobald irgendwie was mit Strahlung zu tun hat.

#7 - 13.10.2015, 12:46 von thomas.lexow

20 mSv

Die Höchstgrenze von 20 mSv/a für beruflich strahlenexponierte Personen gilt auch in Deutschland, nicht nur in den USA. Interessant ist, dass über ein Berufsleben nicht mehr als 400 mSv zusammenkommen dürfen. Veglichen mit den Werten einer Marsmission.

#8 - 13.10.2015, 12:47 von stefan_sts

Da der Mars die einzige realistische Überlebenschance

für die zukünftige Menschheit ist , kann man doch froh sein , daß sich schon Gedanken über die mögliche Evakuierung gemacht wird . Natürlich dürfte auch dieser Planet nur eine Übergangslösung sein , aber evtl. hilft Captain Future bei der weiteren Vorgehensweise .

#9 - 13.10.2015, 12:47 von DieButter

Falls er sich 2 Jahre lang nur von Kartoffeln ernähren soll, reicht das nicht, um den Bedarf an essentiellen Vitaminen zu decken. Er wird also vorher an Skorbut oder ähnlichen Vitaminmangelkrankheiten verstorben sein. Vielleicht wird dazu im Film eine Lösung geboten, der Artikel hier tut es jedenfalls nicht.

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