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Mauritius: Uralt-Kontinent versteckt sich unter Tropeninsel

Getty Images Am Boden des Indischen Ozeans liegen Reste eines ehemaligen Kontinents verborgen. Das wollen Forscher mit Gesteinsanalysen bestätigt haben, bei denen sie drei Milliarden Jahre alte Halbedelsteine aufspürten.
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#1 - 01.02.2017, 17:03 von der.tommy

Eins ist mir nicht klar: was spricht dagegen, dass die zirkone im Erdinneren bzw. Bei einer anderen kontinentalplatte entstanden sind und lediglich durch die konvektionsströme durch die Vulkane auf Mauritius hervorgebracht wurden? Das stünde einem deutlich jüngeren Vulkanismus ja nicht entgegen, scheint mir aber nicht von der Hand zu weisen. Denn die Lava war ja irgendwann vor Millionen Jahren flüssig und beinhaltete schon die zirkone. Ich sehe hier keinen zwingenden Zusammenhang zum Vorhandensein einer kontinentalplatte unter Mauritius.

#2 - 01.02.2017, 17:22 von markus.w77

immer wenn man von solchen Zahlen liest, wird einem wieder bewusst, wie unbedeutend wir sind. Theoretisch konnten vor 500 Millionen Jahren schonmal intelligente Wesen die Erde bevölkert haben, ohne das wir davon wissen müssten. Kleine Klimaerwärmung ließ alle aussterben, dann kamen die Dinos, dann irgendwann wir. Irgendwann kommt wer anderes. Komisch das wir eigentlich unbedeutend sind, und das Leben völlig frei und friedlich genießen können müssten.

#3 - 01.02.2017, 17:45 von bobflag

Der Mensch ist halt

Zitat von markus.w77
immer wenn man von solchen Zahlen liest, wird einem wieder bewusst, wie unbedeutend wir sind. Theoretisch konnten vor 500 Millionen Jahren schonmal intelligente Wesen die Erde bevölkert haben, ohne das wir davon wissen müssten. Kleine Klimaerwärmung ließ alle aussterben, dann kamen die Dinos, dann irgendwann wir. Irgendwann kommt wer anderes. Komisch das wir eigentlich unbedeutend sind, und das Leben völlig frei und friedlich genießen können müssten.
mehr Tier als ein höheres Wesen. Homo Sapiens ist einfach eine falsche Bezeichnung für uns.
Wir könnten es uns alle einfacher machen, aber dieses Alphatiergehabe ist in uns. Wir sind einfach unbedeutende, intelligente Affen ohne Verstand.

#4 - 01.02.2017, 17:48 von stefanmargraf

der.tommy hat recht

Die Kristalle schmelzen erst über 2000°C, basaltische Lava kommt aber nur auf 1200°C.

#5 - 01.02.2017, 18:06 von herr.ribert

Zitat von der.tommy
Eins ist mir nicht klar: was spricht dagegen, dass die zirkone im Erdinneren bzw. Bei einer anderen kontinentalplatte entstanden sind und lediglich durch die konvektionsströme durch die Vulkane auf Mauritius hervorgebracht wurden?
Zirkone bilden sich als Kristallisationsprodukt bei der Abkühlung von Gesteinsmagmen. Die verwendete Methode zur Altersbestimmung (Uran/Blei) beruht - vereinfacht gesagt - auf der Umwandlung von Uran in Blei durch radioaktiven Zerfall. Zirkone bauen unter normalen Bildungsbedingungen kein Blei in ihre Kristallstruktur ein (das zu erklären sprengt den Rahmen dieses Kommentars), dafür aber Uran (u.a.). Damit Blei in Zirkonen erhalten bleibt, muss dieses nach der Kirstallisation und Abkühlung entstanden sein - dies steht einem Transport durch Konvektion entgegen.

In dem Paper (das erste ist nicht frei zugänglich, das zweite schon) wird - meiner Meinung nach schlüssig - argumentiert, dass die Trachyte durch Vulkanismus (Plate-Plume interaction) aus vorhandener fragmentierter kontinentaler Kruste herausgelöst wurden. Es ist dabei plausibel, dass größere Gesteinsfragmente nicht vollständig aufgeschmolzen werden und so mehr oder weniger intakt an die Oberfläche gelangen. Anders wäre der Altersunterschied zwischen den Trachyten und dem Umgebungsgestein auch nicht zu erklären.

Abgesehen davon gibt es Unterschiede zwischen kontinentaler und ozeanischer Kruste. Ozeanische Kruste ist auf Grund der Subduktion auch zwangsläufig deutlich jünger als kontinentale Kruste, aber das nur als Hinweis.

#6 - 01.02.2017, 18:07 von herr.ribert

Zitat von stefanmargraf
Die Kristalle schmelzen erst über 2000°C, basaltische Lava kommt aber nur auf 1200°C.
Es geht hier um Zirkone, nicht um Zirkonium. Zirkone haben Kristallisationstemperatur von unter 1000°C:

http://homepages.rpi.edu/~watsoe/research/hadean_earth.pdf

#7 - 01.02.2017, 18:36 von Rao

Hmm...

würde das bedeuten, wenn man eine anhand von geologischen Daten rekonstruierte Karte des Kontinents Gondwana anschaut, daß da eigentlich mehr Landmassen drauf sein müßten als heute noch vorhanden sind bzw. bisher bekannt waren? Daß die Landgebiete zur damaligen Zeit also deutlich größer waren und mehr damalige (angebliche) Meeresfläche ausfüllen würden?

#8 - 01.02.2017, 18:56 von Tiananmen

Zitat von markus.w77
immer wenn man von solchen Zahlen liest, wird einem wieder bewusst, wie unbedeutend wir sind. Theoretisch konnten vor 500 Millionen Jahren schonmal intelligente Wesen die Erde bevölkert haben, ohne das wir davon wissen müssten. Kleine Klimaerwärmung ließ alle aussterben, dann kamen die Dinos, dann irgendwann wir. Irgendwann kommt wer anderes. Komisch das wir eigentlich unbedeutend sind, und das Leben völlig frei und friedlich genießen können müssten.
Sie haben vielleicht schon mal was von Geologie gehört und von Fossilien und von der Evolution. Das nehme ich jedenfalls an. Vor ca. 500 Mio. Jahren war das Zeitalter des Kambriums. Die intelligenten Wesen, die damals die Erde bevölkert haben, waren z.B. Trilobiten. Die sind tatsächlich nach kurzer Zeit wieder ausgestorben. Sie haben gerade mal 250 Mio. Jahre durchgehalten. Es ist also nix mit den Atlantiden, nix mit den Flughäfen der Außerirdischen. Wir können das Leben ganz unbekümmert als junger Zweig der Evolution genießen, noch im zarten Entwicklungsalter von 3 Mio. Jahren ;- )

#9 - 01.02.2017, 19:01 von herr.ribert

Zitat von Rao
würde das bedeuten, wenn man eine anhand von geologischen Daten rekonstruierte Karte des Kontinents Gondwana anschaut, daß da eigentlich mehr Landmassen drauf sein müßten als heute noch vorhanden sind bzw. bisher bekannt waren? Daß die Landgebiete zur damaligen Zeit also deutlich größer waren und mehr damalige (angebliche) Meeresfläche ausfüllen würden?
Nicht zwangsläufig, das geht aus dem Paper meines Wissens nach auch nicht hervor. Ich denke Sie unterschätzen hier die geologischen Prozesse die zur Bildung und Erosion von Kontinentaler Kruste beitragen. Die Aufteilung kontinentale/ozeanische Kruste ist über einen ausreichend großen Zeitraum nicht als statisch anzusehen sondern als fluktuierend (über einen gewissen Bereich). Darüber hinaus ist kontinentale Kruste nicht gleich Landmasse bzw. Küstenverlauf (-> kontinentaler Schelf).

Ansonsten würde ich hier auf Literatur (z.B. Allgemeine Geologie von Press&Sievers) verweisen. Ich denke nicht dass das Forum der geeignete Ort zur Klärung von Grundsatzfragen ist.

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