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Psychische Krankheiten bei Piloten: Verdrängen, verleugnen, verschweigen

AFP Der Co-Pilot Andreas Lubitz war offenbar psychisch krank - und damit in der Branche nicht allein. Psychiater und ein Pilot berichten von starkem Leistungsdruck und einer Atmosphäre der Angst.
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#1 - 28.03.2015, 07:30 von jozu2

Nicht nur für Piloten ein Problem

Psychische Erkrankungen sind Überfall ein Problem und insb. in Deutschland ist der Umgang damit schwer. Während die Leute bei Bandscheibenvorfall, Erkältung und gebrochener Hand das ganz offen mit Chef und Kollegen besprechen, werden psychische Probleme verborgen. Die werden gerne mit "gehört ins Irrenhaus" gleich gesetzt. Richtig wäre es, das wie andere Krankheiten zu behandeln.
Und richtig schlimm wird es, wenn Vorgesetzte psychisch krank sind, den Laden terrorisieren und es allen zu kompliziert/anstrengend ist, sich des Problems anzunehmen. Niemals dürfte jemand mit Schwindelanfällen einen Kran oder Bagger bedienen.

#2 - 28.03.2015, 07:31 von dankegut

Alarmismus

Die Überschrift klingt, als seien Sie in aufwändiger Recherche einem Riesenthema auf die Spur gekommen. Da habe ich das Interesse am Artikel schon verloren, denn damit kommen Sie einige Tage zu spät. Nachdem die (Internet)Öffentlichkeit inzwischen völlig frei dreht mit Spekulationen, Vorwürfen und heilsbringenden Vorschlägen, erwarte ich als das Ergebnis redaktioneller Arbeit mehr Sachlichkeit.

#3 - 28.03.2015, 07:31 von ecbert

Schön, und wie lösen wir nun das Cockpit-Türproblem ?

Terroristen dürfen nicht ins Cockpit, O.K., allein soll auch kein Mensch im Cockpit sein, O.K., eine zierliche Stewardess allein könnte einen durchgeknallten Piloten sicher nicht aufhalten... Wie lässt man also befugtes Personal rein und unbefugtes draußen ? Beim Ausfall der Piloten würde ich z.B. auch ein Flugzeug fliegen können...

#4 - 28.03.2015, 07:42 von velinata99

Ruf nach dem Systemfehler

...ich denke, es ist fast schon ein Reflex, Gründe schnell im "System" zu suchen. Die Frage wäre zu stellen, ob die aktuelle Erkrankung zum Verlust seiner Lizenz geführt hätte, und ihm das bewusst gewesen sein musste. Sollte das Fliegen der "Lebenstraum" gewesen sein, wäre das ausgelöscht gewesen, was Stolz und Identität ausmacht... Und evtl. damit das Motiv, so "auslöschend" zu handeln: weil der Verlust dessen drohte, was das ICH ausmacht... Für mich kein nachgelagerter Systemfehler, sondern der Wunsch nach einer sorgfältigeren Kandidaten-Auswahl und späteren Supervisionen, um labile Persönlichkeitsstrukuren besser zu filtern.

#5 - 28.03.2015, 07:45 von cm1

Psycho

Der Umgang mit psychischen Erkrankungen ist nicht nur in der Luftfahrt ein Problem. Man kann mit Kollegen über Schnupfen, Herzinfarkt, Krebs sprechen, über Bandscheibe und Asthma, aber eine Frau (selbst Diabetikerin!) sagte mir einmal, über Depressionen spreche man nicht.

#6 - 28.03.2015, 07:47 von didi2212

Dass das System krank macht....

....mag ja stimmen. Hier lag aber wohl ein gesundheitliches Problem schon während der Ausbildungszeit vor, das nicht erkannt wurde.

#7 - 28.03.2015, 07:52 von verrückte_welt

sehe das auch in Teilen meiner Familie, mein Vater hat 0 Verständnis dafür das ich mich aufgrund von Depressionen nicht melde. ich habe ihn darüber informiert was schon wirklich schwer genug war, dann heißt es seinerseits selbst vielfache psychische Erkrankungen rechtfertigen kein schlechtes benehmen. mein schlechtes benehmen bestand darin, das ich nicht dazu in der Lage war mich Freunden und Familie zu melden. mehr als erklären woran sowas liegt kann man auch nicht. wäre schön wenn die Gesellschaft etwas informierter und toleranter wäre

#8 - 28.03.2015, 07:57 von Korsowolle

Unlösbares Problem ?

Die gesamte Tragik dieser Katastrophe wird für künftige Vorfälle durch neue Vorschriften oder Aktionen nicht lösbar sein. Wo Menschen in der Lage sind, Technik zu mißbrauchen, muß wohl mit einem Restrisiko gelebt werden. In diesem Fall - man muß im Konjunktiv bleiben - hätte möglicherweise eine zusätzliche Person im Cockpit, allein durch ihre Anwesenheit, den Co-Piloten von seinem Vorhaben abhalten können. Auf Dauer verhindern würde diese Regelung es aber nicht. Die seit über einem Jahr verschollene Malaysian 777 hinterließ eine Spur, die etwa die gleichen Schlüsse zuläßt. Auch hier muß nach Kenntnis aller Hinweise wohl auch davon ausgegangen werden, dass es vorsätzlich geschah. Eine wichtige Änderung im System wäre die, dass Ärzte sich über die berufsbedingten Auswirkungen ihrer Untersuchungsergebnisse eines derartigen Patienten direkt mit dem Arbeitgeber / Airline in Verbindung setzen und ihn als behandlungsbedürftiges Risiko melden würden. Mir ist natürlich klar, dass es hierzu einiger gesetzlicher Änderungen bedarf. Für Berufe mit derart großer Verantwortung für Menschen darf es da aber keine kleinen Lösungen geben.

#9 - 28.03.2015, 07:58 von t dog

TCP Gas & vereiste Sensoren

Verdrängen, Verschweigen, Verleugnen

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