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Raub, Erpressung, Fälschung: Wie die Wikinger an die Hightech-Waffen des Mittelalters

Hendrik Zwietasch / Landesmuseum Württemberg, Stuttgart Im frühen Mittelalter war keine Waffe so begehrt wie das Ulfberht-Schwert. Doch ein Großteil der Funde entpuppt sich als Fälschung. Nun haben Archäologen neue Hinweise auf die Produktpiraten.
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#1 - 02.04.2019, 08:38 von Fuscipes

Die Produktpiraterie der Wikinger ist lächerlich, das Kriegswaffenkontrolldekret Karls und der Importschlager +VLFBER+T, das konnte nicht gutgehen, denn was nicht durch Tauschhandel erhältlich war wurde durch Besitzerwechsel erzwungen.
Die Nichtverbreitung von Originalfrankenschwertern wurde durch die Christianisierung unterwandert, letztlich verhalf aber der +VLFBER+T-Schwerthandel selbiger zum Durchbruch.
Wer so gute Schwerter herstellen konnte, dem mußten die Götter gewogen sein.

#2 - 02.04.2019, 09:09 von susuki

Materialprüfanstalten und Schmiede welche den Experimental-Archäologen beibringen was ein Hammer, Esse und Amboss ist...

... Rätsel gelöst.

#3 - 02.04.2019, 09:16 von downgrade0815

hmm..

für die Qualität und Härte an Schneide ist eher ein höherer Kohlenstoffanteil zuträglich der im Härteverfahren M-Kristalle bildet. Die Faltung des Stahl ansich diente eher zur Reinigung um Verschmutzungen "auszutreiben".
Würden bei uns alte Schwerter und solche Funde vergl. wie in Japan erhalten und gepflegt, so wären Rückschlüsse auf Schmied und Herkunft wesentlich leichter.
Die "Blutrinne" ist da eher Gewichts/Materialeinsparung. Dieser Begriff ist trügerisch.
Gleiche findet man ebenso bei Katanas , die "BoHi"...rein zur Materialeinsparung/Gewicht.

#4 - 02.04.2019, 09:46 von permissiveactionlink

Wer's glaubt...

"Erfahrene Schmiede brauchen dafür nur wenige Minuten." Der Schriftzug "+ULFBERH+T" ist in das Metall der Klingen eingelassen, wie eine Intarsien Einlegearbeit eines Kunsttischlers aus Holzfurnier. Dafür müssen zunächst in extrem hartem Stahl Vertiefungen in Kreuz- oder Buchstabenform hergestellt werden, mit welchem Werkzeug auch immer. Hinterher wird das vorbereitete Schwert mit eingelegten Buchstaben und Kreuzen aus einem anderen Stahl (die passend vorbereitet wurden) erhitzt, und durch Hämmern zusammengeschmiedet. Der Schmied, der all diese Arbeiten, vom reinen Hämmern abgesehen, in wenigen Minuten erledigt, muss erst noch geboren werden !

#5 - 02.04.2019, 10:31 von santoku03

A propos Produktpiraterie: Der Artikel ist in weiten Teilen wörtlich aus Wikipedia abgeschrieben. https://de.wikipedia.org/wiki/Ulfberht#Fälschungen

#6 - 02.04.2019, 10:51 von Fuscipes

Zitat von susuki
Materialprüfanstalten und Schmiede welche den Experimental-Archäologen beibringen was ein Hammer, Esse und Amboss ist... ... Rätsel gelöst.
Rätsel gelöst, dann spannen Sie uns bitte nicht weiter auf die Folter.
Es liegt doch klar auf der Hand, das Exportverbot wurde umgangen, für +VLFBERH+T gab es ein Dekret, das galt für die +VLFBER+T nicht, und die Parallelen zum Waffenhandel der Neuzeit sind eigentlich nicht zu übersehen.

#7 - 02.04.2019, 11:31 von ex2012

@5: Vorwurf der Urheberechtserletzung wohl umgekehrt richtig

Der Vorwurf der Urheberechtserletzung scheint wohl eher umgekehrt zu stimmen. Dies geht aus der Versionsgeschichte des Wikipedia-Artikels und aus der Löschdiskussion auf Wikipedia hervor. Demnach hat ein Wikipedia-Nutzer von diesem Artikel hier abgeschrieben. Die Urheberrechsverletzung geschah eher fahrlässig, nicht vorsätzlich, denn er hatte auf den artikel in SPON hingewiesen.

#8 - 02.04.2019, 11:49 von mrBrown

Zitat von santoku03
A propos Produktpiraterie: Der Artikel ist in weiten Teilen wörtlich aus Wikipedia abgeschrieben. https://de.wikipedia.org/wiki/Ulfberht#Fälschungen
Eher andersrum ;) Der Artikel bei Wikipedia wurde nach diesem Artikel bearbeitet und der betroffene Teil ist wenig überraschend schon wegen möglichen Verstoßes gegen das Urheberrecht entfernt worden...

#9 - 02.04.2019, 12:07 von bloeki

Einige Anmerkungen zum Artikel....

"Durch neue Verhüttungstechniken verfügten die Handwerker des frühen Mittelalters über deutlich besseres Eisen, das arm an Kohlenstoff war. Immer wieder erhitzten Schmiede das Eisen, falteten es und hämmerten es aufwendig in Form."
Die Rohluppe war reich an Kohlenstoff. Durch das Falten wird die Luppe zu einem kompakten Stück Stahl (=härtbares Eisen) und dies nennt man Raffinierstahl. So enthält manche Aussenlage von Schwertern um die 1% Kohlenstoff, was eine überaus harte Schneide ergibt. Wobei auch 0,6% C ausreichen. Insbesondere für Schwerter.

"...Blutrinne..." Purer Schwachsinn....es ist schlicht eine Hohlkehle, die zur Gewichtserleichterung und ja, auch zur Versteifung durch Geometrieveränderung der Klinge dient.

"...Erfahrene Schmiede brauchen dafür nur wenige Minuten..." Ebenfalls Unsinn. Die Intarsienform wird im weichen (=nicht gehärteten) Stahl ausgemeisselt, die Buchstaben aus Eisen relativ passgenau produziert, eingelegt, leicht eingeschlagen und anschliessend formschlüssig feuerverschweisst. Ist dies geglückt, wird das Schwert gehärtet. Das macht man mal nicht so nebenbei und pfuscht einen Draht in ein fertiges Schwert. Selbst damalige Laien würden dies erkennen.

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