Forum
Wissenschaft

Schiffswrack "San José" vor Kolumbien: Milliardenschatz, Milliardenstreit

DPA An Bord sollen sich elf Millionen Golfmünzen und fast 200 Tonnen Smaragde befinden: Bei der Bergung des Schatzschiffes "San José" geht es um Milliarden. Jetzt erhebt das private Archäologie-Unternehmen SSA Anspruch auf einen Teil der Ladung.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/8    
#1 - 07.12.2015, 16:03 von ackergold

Spanien gehört das Raubgold ja nun wirklich nicht!

Für mich ist völlig klar, dass die Finder und die Bergungsfirma bezahlt werden. Der Schatz an sich gehört zweifellos denjenigen, von denen er durch die Spanier blutig geraubt wurde, also den Bewohnern von Peru. Da kann es ja wohl keinerlei zwei Meinungen geben. Raubmord verjährt genauso wenig wie der Anspruch des Beraubten auf Rückgabe und Entschädigung.

Wenn man es ganz genau machen wollen würde, dann müsste die spanische Regierung die Bergungskosten bezahlen und dann den gesamten geraubten Fundus plus Zinsen an Peru zurückbezahlen. Alles andere steht weder auf rechtlichen und schon gar nicht auf moralischen Beinen.

#2 - 07.12.2015, 16:13 von darthmax

Ehrlichkeit

Ohne die Unternehmen, die Schätze finden, gäbe es diese Schätze garnicht, oder machen die Spanier oder Kolumbianer Anstrengungen Ihre untergegangenen Schätze zu finden ?
Was an alten Goldmünzen nun ach so historisch sein soll ( oder Smaragden ) erschliesst sich mir nicht, bei Kunstschätzen ist dies schon anders. Da werden aber erfolgreich auch Bemühungen abgeblockt , die Ihren früheren Eigentümern zurückzugeben , was im Falle Syriens und Irak nicht schlecht ist, im Falle Griechenlands diskussionswürdig.
Die Staaten sollten froh sein von den Funden überhaupt etwas abzubekommen, denn ob es Ihnen gehört ist immer zweifelhaft. Eventuell ja einem altem Adeligen ?

#3 - 07.12.2015, 16:25 von Bueckstueck

Präsident Pausenclown hat gesprochen

"Wir werden ein großes Museum in Cartagena bauen im Stil der Museen in skandinavischen Ländern, die dort weit unbedeutendere Funde als unseren ausstellen", kündigte er an.

Ein Pausenclown kann sicherlich nicht über Bedeutung von irgendwelchen Funden urteilen. Sein Urteilsvermögen scheint nämlich auf den Wert in Pesos beschränkt zu sein.

#4 - 07.12.2015, 16:31 von ackergold

Zitat von darthmax
Ohne die Unternehmen, die Schätze finden, gäbe es diese Schätze garnicht, oder machen die Spanier oder Kolumbianer Anstrengungen Ihre untergegangenen Schätze zu finden ? Was an alten Goldmünzen nun ach so historisch sein soll ( oder Smaragden ) erschliesst sich mir nicht, bei Kunstschätzen ist dies schon anders. Da werden aber erfolgreich auch Bemühungen abgeblockt , die Ihren früheren Eigentümern zurückzugeben , was im Falle Syriens und Irak nicht schlecht ist, im Falle Griechenlands diskussionswürdig. Die Staaten sollten froh sein von den Funden überhaupt etwas abzubekommen, denn ob es Ihnen gehört ist immer zweifelhaft. Eventuell ja einem altem Adeligen ?
Finden Sie diese Meinung nicht selbst etwas merkwürdig? Wieso soll etwas einem "alten Adeligen" gehören, der es selbst seinem Volk abgepresst, oder gar geraubt hat?

Was an alten Goldmünzen historisch sein soll? Vielleicht, dass es alte Goldmünzen sind. Was sonst? Selbstverständlich gehört das ganze geraubte Gold weder den ehemaligen Räubern, noch den Findern, sondern den Beraubten.

Genauso selbstverständlich ist, dass die Finder für die Bergung einen Lohn erhalten, denn der betriebene Aufwand muss angemessen entschädigt werden. Nach heutigem Maßstab wäre für die Entschädigung der Finder und für die Kosten der Bergung im Übrigen der Dieb zuständig und zu belangen - also die spanische Regierung als Rechtsnachfolger der Conquistadores.

#5 - 07.12.2015, 16:33 von nixus_minimax

Geschichtsklitterung

Zitat von ackergold
Für mich ist völlig klar, dass die Finder und die Bergungsfirma bezahlt werden. Der Schatz an sich gehört zweifellos denjenigen, von denen er durch die Spanier blutig geraubt wurde, also den Bewohnern von Peru. Da kann es ja wohl keinerlei zwei Meinungen geben. Raubmord verjährt genauso wenig wie der Anspruch des Beraubten auf Rückgabe und Entschädigung. Wenn man es ganz genau machen wollen würde, dann müsste die spanische Regierung die Bergungskosten bezahlen und dann den gesamten geraubten Fundus plus Zinsen an Peru zurückbezahlen. Alles andere steht weder auf rechtlichen und schon gar nicht auf moralischen Beinen.
Was ist denn das für ein ausgemachter Schwachsinn?
Als das geschah war das alles Spanien und nicht Peru noch sonstwas. Der "Raubmord" von dem Sie da sprechen war ganz normale Praxis unter den Ländern.

Komischerweise wird gerne die angelsächsische Version der Geschichte hier propagiert dier gerne wegläßt was man selber so getan hat. Schauen Sie mal aufs Datum von der Geschichte von Deutsch-Ostafrika und dann mal auf das Datum der Kolonialisierung Südamerikas. Hätten das die Engländer geschafft wäre das superclevere Strategen die mit ein paar hundet Mann und ein paar Pferden einen ganzen Kontinent erobert haben.

Diese lächerliche Empörung die da immer mitwabert wenn es um Funde aus Lateinamerika geht, ist verkorkste Geschichtsklitterung. Warum forden Sie nicht die Restauration der Olmeken oder der Tolteken? Dessen Gold haben sich auch andere unter den Nagel gerissen.

#6 - 07.12.2015, 16:34 von noalk

@#1: Verjährung

Zitat von ackergold
... Raubmord verjährt genauso wenig wie der Anspruch des Beraubten auf Rückgabe und Entschädigung. ...
Das mag nach deutschem Recht gelten. Aber auch in Kolumbien? Oder gar international?

#7 - 07.12.2015, 16:36 von spon-facebook-10000253305

@ackergold

Die DAMALIGEN Bewohner von Peru! Und von denen gibt es sicher keine mehr die Ansprüche darauf hätten. Zudem war das damals Spanien und das was dort getan wurde basierte Großteils auf der damaligen Rechtslage - war legal und in der Zeit wahrscheinlich "normal".
Nur weil es für uns heute moralisch problematisch erscheint wie damals Gold gefördert wurde, ist es das rechtlich nicht zwangsläufig...

#8 - 07.12.2015, 16:46 von nixus_minimax

Na logisch

Zitat von ackergold
Genauso selbstverständlich ist, dass die Finder für die Bergung einen Lohn erhalten, denn der betriebene Aufwand muss angemessen entschädigt werden. Nach heutigem Maßstab wäre für die Entschädigung der Finder und für die Kosten der Bergung im Übrigen der Dieb zuständig und zu belangen - also die spanische Regierung als Rechtsnachfolger der Conquistadores.
Das ist so als ob ich mit einem Metalldetektor das Fekl der Varusschlacht absuche, eine Goldfibel finde und dann meine Kosten von der italienischen Regierung erstattet haben möchte weil die Römer das ja aus Nubien oder so erobert haben.

Wenn ich ein deutsches Schiff in der Ostsee berge, dann zahlt ja auch Deutschland für die Bergung, damit ich mich mit der Ladung bereichern kann. Ist ja klar.

#9 - 07.12.2015, 16:49 von ackergold

Zitat von nixus_minimax
Was ist denn das für ein ausgemachter Schwachsinn? Als das geschah war das alles Spanien und nicht Peru noch sonstwas. Der "Raubmord" von dem Sie da sprechen war ganz normale Praxis unter den Ländern. ... Diese lächerliche Empörung die da immer mitwabert wenn es um Funde aus Lateinamerika geht, ist verkorkste Geschichtsklitterung. Warum forden Sie nicht die Restauration der Olmeken oder der Tolteken? Dessen Gold haben sich auch andere unter den Nagel gerissen.
Mein Herr, die Geschichte läßt sich keineswegs "klittern" und das was Sie als "Schwachsinn" bezeichnen, ist die historische Realität. Die Behauptung, die amerikanischen Kulturen seien "Spanien" gewesen, ist durch absolut gar nichts aufrechtzuerhalten. Tatsächlich handelt es sich bei den spanischen Eroberungszügen gegen die Mayas, Inkas, Azteken und zahllose andere Kulturen um erwiesene Völkermorde und zwar aus purer Gier - nicht etwa, um diesen Menschen irgendeine Form der Zivilisation zu bringen. Zumindest das unterscheidet die spanischen Raubzüge (und diejenigen anderer) vom victorianischen Kolonial-Imperialismus.

Keineswegs ist Empörung darüber lächerlich und wer sich etwas unter den Nagel gerissen hat, der hat es vollumfänglich zu restituieren und zwar an die Nachfahren der Eigentümer. Deren Kultur ist in den heutigen süd- und mittelamerikanischen Staaten sehr wohl noch lebendig.

    Seite 1/8