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Schiffswrack "San José" vor Kolumbien: Wie ein Tauchroboter einen Milliardenschatz fa

DPA/Kolumbianisches Präsidialamt Millionen Goldmünzen, fast 200 Tonnen Smaragde: Das Schatzschiff "San José" ist eines der spektakulärsten Wracks der Unterwasserarchäologie. Nun gaben Forscher neue Details zu dem Fund bekannt.
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#1 - 25.05.2018, 13:00 von Augustusrex

Kleine Korrektur

"Es sei anhand der Kanonen identifiziert worden, auf denen Delfine eingraviert sind." Delfine sind nicht eingraviert. Es sind vielmehr die auf der Oberseite des Kanonenrohres kurz hinter den Schildzapfen mit angegossenen Henkel. Die befinden sich im Schwerpunkt des Rohres und dienen dazu, das Rohr mittels Kran verladen zu können. Dazu wurden durch die Delfine entsprechende Taue gezogen. Diese Henkel erhielten häufig die Form von exotischen Meereswesen. Auf Foto sechs sind sie an der mittleren Kanone deutlich zu erkennen. Da man sicher weiß, welche Gießerei die Kanonenrohre herstellte und welche Ausführung der Delfine bevorzugt wurde, kann man sicher das betreffende Schiff danach indentifizieren.

#2 - 25.05.2018, 13:44 von isi-dor

Also eines dürfte doch wohl feststehen: diejenigen, denen das geraubte Gold zu allerletzt zusteht, sind Spanien. Spanien schuldet den Staaten Süd- und Mittelamerikas noch mehrere Billionen an Reparationen für zahllose Völkermorde und Raubzüge. Völkermord verjährt übrigens nicht.

#3 - 25.05.2018, 15:10 von conrath

#2 - Sie meinen..

...NICHT zusteht. Dann bin ich mit Ihrer Einschätzung einverstanden. Es handelt sich um Beutegut und es liegt dort, nicht vor Spanien. Über Völkermord spricht man dort allerdings nicht. Das Unrecht gegenüber allen indigenen Völkern weltweit ist und bleibt leider ungesühnt, aber hoffentlich unvergessen. Es ist eines der schändlichsten Kapitel der sog. "zivilisierten" Welt.

#4 - 25.05.2018, 15:55 von rudolfsikorsky

Das Schiff sank 1708 also 200 Jahre nach der Entdeckung Amerikas. Das Reich des Inka existierte nicht mehr. Grosse Teile Südamerikas waren tatsächlich Teile Spaniens. Das war eine völlig andere Welt und eine andere Wirklichkeit . Was soll der Schwachsinn mit Reparationen aus unserer heutigen Zeit heraus ? Wird als nächstes Schweden für die Verwüstungen Deutschlands im dreissigjährigen Krieg angeklagt ? Oder der Homo Sapiens wegen des Genozid's am Homo Neanderthalensis ?

#5 - 25.05.2018, 17:18 von alfredov

Spanien hat auch schon Rechtsansprüche gemeldet

Da melden sich die ehemaligen Schatzräuber zurück. Leider geht das in der heutigen Zeit nicht mehr. Nach meiner Meinung hat Spanien kein Anspruch auf den Schatz der San José. Es ist Eigentum der Kolumbianer. Da dieser Schatz sehr nahe an der Halbinsel Barú liegt, etwas südwestlich von Cartagena, dürfte er eindeutig den Kolumbianern gehören.

#6 - 25.05.2018, 18:31 von jayram

Den Räuber belohnen?

Kaum zu glauben die Unverschämtheit Spaniens, das Süd-Amerika ausgeraubt hat und Kulturen wie Menschen vernichtet hat, auch nur einen Peso für sich zu beanspruchen. Auch heute noch schuldet Spanien den Indigenen Völkern Süd-Amerikas Millionen. Mit der selben Arroganz und Unverschämtheit begegnet der spanische Staat den autonomie Bestrebungen der Katalonen.

#7 - 25.05.2018, 22:23 von darthmax

England

Damals wurden von englischen Piraten viele spanische Sciffe versenkt bzw. geplündert. Die Krone bekam immer Anteile.Wieso kann England eigebdlich nicht zur Rechtschaffenheit gezogen werden und auf Schadensersatz verklagt werden.

#8 - 25.05.2018, 22:59 von Augustusrex

zu 7. England

Hallo Darthmax, das geschah normalerweise zu den Zeiten, wenn Spanien und England im Kriegszustand waren. Dann konnte man als Privatmann ein oder auch mehrere Kaperschiffe ausrüsten, vorausgesetzt man hatte genug Geld. Man konnte sich dann von der Krone einen Kaperbrief ausstellen lassen und konnte damit auf die Jagd gehen. Das war alles gesetzlich geregelt, da war schon damals kein Schadenersatz drin, warum also heute. Etwas anderes war es, wenn der Privatier die Grenzen seines Kaperbriefes überschritt. Dann musste er schon damals mit einer Anklage rechnen und wurde ggf zur Rechenschaft (nicht "Rechtschaffenheit") gezogen.

#9 - 26.05.2018, 04:33 von der_rookie

Hm

Es wäre interessant einen Zusatzartikel zu posten um die Rechtslage darzustellen - inklusive dort wo es umstritten ist
- Macht es einen Unterschied wie nah das Schiff an der Küste liegt?
- in wie weit ist das heutige Spanien Rechtsnachfolger des damaligen Spanien
- Wem stand eigentlich nach einer Seeschlacht der damaligen Zeit das Wrack zu: dem Schlachtsieger oder dem Eigentümer vor der Schlacht (an Land ist es ja unbestritten, dass der Sieger mit den eroberten Fuhrwerken machte was er wollte): Hat England einen Anspruch?
- Gibt es ein Beispiel für durchgesetzte Rechtsansprüche für Entschädigungen (z. B. an indigenen Völker) nach erfolgreichen Angriffskriegen - und wenn ja: Auch für Kriege die vor Gründung des Völkerbundes stattfanden?

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