Aktenfräse

Nimmermüder Kollege, der nach der Arbeit einen Nachschlag braucht: Jeden Tag, jedes Wochenende, selbst im Urlaub schleppt er Unterlagen mit nach Hause und arbeitet in Nullkommanix alle Vorgänge ab.

Büro-Flak

Volle Deckung, Kopf einziehen: Mitarbeiter, die bei Wutausbrüchen Stifte, Tesa und ähnliche Kleinteile durch den Raum feuern. Brennen ihnen alle Sicherungen durch, greifen sie manchmal auch zu schwerem Gerät wie Tastaturen oder Klapprechner.

Cheerleader

Man kennt das aus amerikanischen College-Filmen, längst auch aus deutschen Sportarenen: Knallbunt und knappstmöglich bekleidet tanzen, turnen, puscheln die Cheerleader, bis die Pause vorbei ist oder der Arzt kommt. Ihre Aufgabe ist es, bei Sportveranstaltungen das Team anzufeuern und das Publikum anzustacheln. In Unternehmen bevölkern Cheerleader die Abteilungen für PR und Marketing. Auch sie sollen für Begeisterung sorgen. Beide Cheerleader-Arten sind nur für die Begleitshow zuständig. Aber ihr Beiwerk ist hübsch anzuschauen.

District Head of Strategic Lunch Planning

Spätestens gegen 10.30 Uhr wird es höchste Zeit, einmal gründlich über den Höhepunkt eines öden Bürotages nachzusinnen: Wann, wo und vor allem mit wem möchte ich heute die Mittagspause verbringen? Echte Lunch-Profis feuern jetzt aus allen Rohren, mit Mails, SMS, Instant Messenger oder Terminkoordination per Doodle. Nach dem Mittagessen fallen sie dann in die Fressstarre, auch bekannt als Suppenkoma oder Schnitzeldelirium: Rien ne va plus.

Energievampir

Jemand, der Ihnen Zeit, Kraft, Nerven raubt und zuverlässig dafür sorgt, dass Ihr Elan rückstandsfrei verpufft

Geradeausgucker

Lautstarke Telefonate, Streit unter Kollegen, Gewusel auf den Gängen - im Großraumbüro tost das pralle Leben. Und der Geradeausgucker? Guckt geradeaus. Den Feueralarm würde er überhören, einen Blitzeinschlag übersehen. Er ist immer voll bei der Arbeit und lässt sich von gar nichts ablenken.

Heulboje

Scheint draußen die Sonne, ist es ihnen zu windig. Laufen die Geschäfte der Firma blendend, sehen sie am Horizont nur die künftigen Risiken - und das nächste Projekt, das wird doch garantiert ein Fiasko. Manche Kollegen haben sich tief in der Schmollecke verkrochen und bei jeder Gelegenheit etwas zu beklagen.

Konzerndrohne

Zumeist männlich, persönlichkeitsfrei und satangesteuert. Trägt Businesskleidung aus dem neuesten Modekatalog stilsicher Gassi und hat stets nur eins auf dem Radar: den Konzerndollar.

"Kollegen sind die Pest" - die schönsten Frotzeleien sind gerade als SPIEGEL-ONLINE-Buch erschienen. Ihre Kollegen gönnen Ihnen nix, der Chef noch weniger? Gönnen Sie sich halt selbst etwas: Buch jetzt bestellen!

Methusalix

Wen man auch fragt, alle sagen: Der war immer schon da. Der Methusalix des Unternehmens hat bereits viele Chefs kommen und gehen sehen. Er ist der Gründer und Vorsitzende des Ältestenrates, wird bei Inventuren mitgezählt, besticht durch aufreizende Gelassenheit - denn so kurz vor der Pensionierung will er echt keinen Stress mehr. Aus seinem Fachgebiet hat er mehr vergessen, als die meisten anderen je wissen werden. Man darf ihn alles fragen und erhält stets eine qualifizierte Antwort. Will man ihm eine kleine Freude machen, dann so: Du siehst ein paar Jahre jünger aus, keinen Tag älter als 59! (in Werbeagenturen und Unternehmensberatungen: 39).

Nulpen aus Amsterdam

Kleine Gehässigkeit über holländische Kollegen

Protzpapa

Das Büro tapeziert er mit Bildern seiner Windelrocker und erzählt so ausdauernd von Kinderheldentaten in der Schule, beim Sport oder schon auf dem Wickeltisch, dass selbst befreundete Kollegen den Kantinengang mit dem Protzpapa zu meiden beginnen.

Rollkofferlokomotive

Unternehmensberater fliegen immer im Kreis zwischen Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf. Der größte Teil ihres Mondgehalts ist Schmerzensgeld: für 90-Stunden-Wochen und ein Leben aus dem Rollkoffer. Kommt so ein Businesskasper zurück vom Flughafen, muss er erst auf dem Klingelleiste schauen, ob seine Wohnung im dritten oder doch im vierten Stock liegt.

Sonne der Gerechtigkeit

Spottwort für die Gleichstellungsbeauftragte

Tyrannosaurus Rex

Dieser Dinosaurier beeindruckt durch schiere Kraft und Größe - etwa 13 Meter lang, vier Meter hoch, sieben Tonnen schwer. Eine echte Fressmaschine, ganz oben in der prähistorischen Nahrungskette. Übermächtige Bosse werden ebenfalls T. Rex genannt. Wie ihre Vorbilder aus der Kreidezeit verbreiten sie Angst und Schrecken. Jeden Rivalen beißen sie weg und verspeisen schon als Horsd'oeuvre zwei, drei Mitarbeiter. Was aus den Dinosauriern am Ende wurde, ist bekannt: Sie starben aus, weil sich die Umweltbedingungen wandelten und die Anpassung ihnen nicht gelang.

Unterflieger

Gegenpart zum Überflieger, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt - der Unterflieger ist ein hoffnungsloser Fall. Regelmäßig sind die Kollegen von seinen Leistungen geradezu unterwältigt.

Vorhaut der Arbeiterklasse

Schmähung für Gewerkschafter, die sich immer dann zurückziehen, wenn es mal richtig ernst wird

Wurmschleuder (auch: Virenschleuder)

Mitarbeiter, der aus Neugier ausnahmslos alle E-Mail-Anhänge öffnet. Und keine Ahnung hat, was er damit anrichten kann.

Yetipelz

Gegen Projektstress, gegen tobende Chefs, gegen üble Nachrichten ist er immun - wer so ein dickes Fell hat, dem kann nichts etwas anhaben.

Zornröschen

Neckname für eine Führungsfrau, die ihr Umfeld mit rhythmischen Wutausbrüchen zu peinigen pflegt

Jeannette Corbeau

Sie kennen viel eleganteren Bürospott und sticheln unter Kollegen noch scharfzüngiger? Jochen Leffers, Autor des Lästerlexikons, sammelt weiter. Senden Sie einfach eine Mail mit dem Begriff und kurzer Erklärung.

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Bürogezeter: "Kollegen sind die Pest"